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Nutzwertanalyse.
Die Nutzwertanalyse ist eine Entscheidungsmethode, mit der mehrere Alternativen anhand gewichteter Kriterien verglichen werden. Jede Option erhält pro Kriterium Punkte, diese werden mit der Gewichtung multipliziert und addiert; die höchste Summe zeigt die nach den gewählten Kriterien beste Lösung.
Nutzwertanalyse — ausführlich erklärt
Viele Entscheidungen im Unternehmen haben mehr als ein Kriterium. Bei der Wahl einer Software zählen Preis, Funktionsumfang, Bedienbarkeit, Datenstandort, Schnittstellen und Support; bei der Wahl einer Agentur Fachkompetenz, Referenzen, Erreichbarkeit und Kosten. Die Nutzwertanalyse macht solche Entscheidungen nachvollziehbar, indem sie das Bauchgefühl in eine Tabelle übersetzt — und dabei zwingt, die Gewichtung vorher festzulegen.
Das Vorgehen hat fünf Schritte. Erstens: Kriterien sammeln, die wirklich entscheidend sind, und nicht mehr als sieben bis zehn. Zweitens: jedes Kriterium gewichten, sodass die Summe 100 Prozent ergibt. Drittens: eine Bewertungsskala festlegen, etwa 1 bis 5 oder 1 bis 10. Viertens: jede Alternative pro Kriterium bewerten. Fünftens: Punkte mal Gewicht rechnen und addieren. Am Ende steht für jede Option ein Nutzwert.
Die Methode ist nur so gut wie die Gewichtung. Wer erst bewertet und danach gewichtet, rechnet sich unbewusst das gewünschte Ergebnis zurecht. Deshalb sollten die Gewichte festgelegt werden, bevor die Angebote im Detail bekannt sind, und idealerweise von mehreren Personen. Zusätzlich lohnen sich K.-o.-Kriterien: Erfüllt eine Option eine zwingende Bedingung nicht, etwa Datenhaltung in der Schweiz, scheidet sie aus, egal wie viele Punkte sie sonst erreicht.
Eine Nutzwertanalyse ersetzt keine Wirtschaftlichkeitsrechnung. Sie sagt, welche Lösung am besten zu den Anforderungen passt, nicht, ob sich die Investition lohnt. In der Praxis kombiniert man sie deshalb mit einer Kostenbetrachtung über mehrere Jahre, der Total Cost of Ownership, und bei Software mit der Frage Make or Buy.
Beispiel: CRM-Auswahl für ein KMU
Angenommen, ein Installationsbetrieb mit 25 Mitarbeitenden vergleicht drei Optionen: ein Standard-CRM, eine Branchenlösung und eine massgeschneiderte Web-App. Die Kriterien und Gewichte: Abdeckung der eigenen Abläufe (30 Prozent), Bedienbarkeit auf dem Handy (20 Prozent), Kosten über fünf Jahre (20 Prozent), Schnittstelle zur Buchhaltung (15 Prozent), Datenhaltung in der Schweiz (K.-o.-Kriterium) und Abhängigkeit vom Anbieter (15 Prozent).
Das Ergebnis ist kein Automatismus, aber eine Grundlage für ein strukturiertes Gespräch. Häufig zeigt sich dabei, dass ein Kriterium unterschätzt wurde, etwa die Bedienbarkeit für Monteure unterwegs. Für die Abwägung zwischen Kauf und Eigenentwicklung gibt es die Seite CRM kaufen oder entwickeln; für die Auswahl eines Dienstleisters Agentur-Auswahl Schweiz.
Weiterführende Seite
Make or BuyHäufige Fragen zu Nutzwertanalyse
Meist reichen fünf bis zehn. Mit mehr Kriterien bekommt jedes einzelne ein so kleines Gewicht, dass es das Ergebnis kaum beeinflusst, und die Bewertung wird zur Fleissarbeit.
Bedingungen, die zwingend erfüllt sein müssen. Eine Option, die ein K.-o.-Kriterium nicht erfüllt, scheidet aus, bevor Punkte vergeben werden. Typische Beispiele sind gesetzliche Anforderungen, Datenhaltung oder ein maximales Budget.
Sie wirkt objektiver, als sie ist: Gewichtung und Punkte bleiben Einschätzungen. Ausserdem bildet sie Kosten und Nutzen nicht in Franken ab. Sie eignet sich daher als Strukturhilfe und als Dokumentation einer Entscheidung, nicht als alleiniger Beweis.
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Nutzwertanalyse in der Praxis
Wie der Begriff im Alltag von Schweizer KMU auftaucht — vertieft in Artikeln aus dem DLM Magazin.