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Individualsoftware · schweizweit entwickelt

Individualsoftware in der Schweiz.

Software, die Ihre Abläufe abbildet, statt Ihre Abläufe an eine fremde Logik anzupassen. Studio in Zollikon ZH, Entwicklung für Unternehmen in der ganzen Schweiz. Einstieg über einen Prototyp ab CHF 10'000.

Projekt einschätzen lassen

Individualsoftware ist eine Anwendung, die für ein einzelnes Unternehmen und dessen konkrete Arbeitsabläufe entwickelt wird — im Gegensatz zu Standardsoftware, die als fertiges Produkt an viele Kunden lizenziert wird. Sie lohnt sich dann, wenn ein für Ihr Geschäft charakteristischer Ablauf von einer Standardlösung nur mit Nebenlisten, Doppelerfassung und Workarounds abgebildet wird — und sie lohnt sich nicht, wenn Ihr Prozess dem Branchenstandard entspricht.

Diese Seite beantwortet die vier Fragen, die vor einer solchen Investition wirklich zählen: Wann rechnet sie sich? Wie läuft ein Projekt ab? Wem gehört die Software danach — Quellcode, Rechte, Zugänge? Und was kostet sie im Betrieb, nachdem alle Rechnungen für die Entwicklung bezahlt sind. Den Leistungsbaustein mit Plattform-, Portal- und SaaS-Projekten beschreiben wir separat unter komplexe Weblösungen.

Was ist Individualsoftware — und was ist sie nicht?

Individualsoftware wird für einen Auftraggeber geschrieben und bildet dessen Abläufe ab; Standardsoftware wird als Produkt an viele Kunden verkauft, die sich an deren Logik anpassen. Das ist der ganze Unterschied — und er hat weniger mit Technik zu tun als mit der Frage, wer sich wem anpasst.

Nicht gemeint ist damit «alles selbst bauen». Kein seriöses Projekt entwickelt heute Benutzerverwaltung, Zahlungsabwicklung, Kartendarstellung oder Dokumentenspeicher von Grund auf neu. Individualsoftware heisst: Der Kern, der Ihr Geschäft ausmacht, wird selbst geschrieben, alles andere wird über bewährte Bausteine und Dienste eingebunden. Ein Projekt, in dem 80 Prozent des Codes eigene Fachlogik ist, wurde meistens falsch zugeschnitten.

In der Praxis begegnet uns dreierlei. Erstens die vollständige Eigenentwicklung, sinnvoll bei Abläufen, für die kein Markt existiert. Zweitens — der häufigste und meist wirtschaftlichste Fall — eine Standardlösung als Rückgrat, ergänzt um individuell entwickelte Teile an den Stellen, die wirklich eigen sind: ein Kundenportal vor dem ERP, eine Schnittstelle zwischen zwei Systemen, ein Konfigurator, der Angebote erzeugt. Drittens der Ersatz gewachsener Excel-Landschaften, in denen das Wissen einer Firma in Dateien mit Versionsnummern im Namen steckt.

Technisch bedeutet Individualsoftware bei uns fast immer eine Webanwendung: Sie läuft im Browser, braucht keine Installation, ist auf Laptop und Mobilgerät bedienbar und lässt sich zentral aktualisieren. Was das für Ihre Nutzerinnen und Nutzer heisst und wo die Grenzen gegenüber einer nativen App liegen, behandeln wir auf der Seite Web-App entwickeln lassen.

Wann rechnet sich Individualsoftware gegenüber Standardsoftware?

Individualsoftware rechnet sich, wenn die Kosten der Umwege um eine Standardlösung herum grösser sind als die Kosten der Entwicklung — gerechnet über vier bis fünf Jahre, nicht über das erste Jahr. Diese Rechnung fällt seltener zugunsten der Eigenentwicklung aus, als Agenturen gerne behaupten, aber deutlich öfter, als Softwareanbieter zugeben.

Vier Signale sprechen belastbar für eine eigene Lösung:

  • Der Ablauf ist der Grund, warum Kunden bei Ihnen kaufen. Eine eigene Prüfmethodik, ein besonderes Onboarding, eine Kalkulation, die sonst niemand so macht — was Sie unterscheidet, sollte keine Fremdsoftware in ein Bemerkungsfeld quetschen.
  • Die Workarounds wachsen. Parallele Excel-Listen, Kopien in Nebensystemen, eine Person, die manuell abgleicht: Das sind laufende Kosten, die in keiner Softwarerechnung stehen, aber jeden Monat anfallen.
  • Die Lizenzkosten skalieren mit der Belegschaft. Bei Pro-Kopf-Preisen wächst die Standardlösung mit dem Team mit, die Eigenentwicklung nicht. Ab einer gewissen Nutzerzahl kippt die Rechnung.
  • Die Daten sind das Kapital. Wenn Ihr Datenbestand selbst einen Wert darstellt, ist die Frage nach Speicherort, Exportierbarkeit und Zugriff kein Nebenpunkt.

Ebenso klar sprechen drei Signale dagegen: Ihr Prozess entspricht dem Standard und funktioniert; die Anzahl der Nutzenden ist klein und bleibt es; oder es existiert bereits eine ausgereifte Branchenlösung, deren Funktionsumfang Sie in einem eigenen Projekt jahrelang nicht erreichen würden. In diesen Fällen sagen wir das im Erstgespräch, auch wenn es gegen den Auftrag spricht.

Ein häufiger Denkfehler ist der Vergleich «Kaufpreis gegen Abopreis». Stellen Sie stattdessen zwei Gesamtsummen über fünf Jahre nebeneinander: auf der einen Seite Lizenzen, Einführung, Anpassungen, Schnittstellen und die Arbeitszeit für Umwege; auf der anderen Seite Entwicklung, Betrieb, Unterhalt und Weiterentwicklung. Erst diese Gegenüberstellung ist eine Entscheidungsgrundlage. Für eine erste Grössenordnung Ihres Vorhabens hilft unser Projekt-Rechner.

Wie läuft ein Individualsoftware-Projekt ab?

Ein Projekt läuft bei uns in fünf Etappen: Anforderungsaufnahme, Prototyp, erste produktive Version, Ausbau, Betrieb — und nach jeder Etappe können Sie aussteigen, ohne das bisher Bezahlte zu verlieren. Diese Ausstiegspunkte sind uns wichtiger als ein schöner Projektplan, weil sie Ihr Risiko begrenzen.

1. Anforderungsaufnahme. Wir setzen uns mit den Menschen zusammen, die später täglich mit der Software arbeiten — nicht nur mit der Geschäftsleitung. Am Ende steht kein Pflichtenheft mit 80 Seiten, sondern eine geordnete Liste von Abläufen, ein grobes Datenmodell und eine ehrliche Aufteilung in «muss zum Start da sein» und «kann später kommen». Diese Aufteilung entscheidet mehr über das Budget als jede Technologiewahl.

2. Prototyp. Bevor die Fachlogik gebaut wird, entsteht eine bedienbare Version der wichtigsten Bildschirme. Sie hat noch keine vollständige Datenbank dahinter, ist aber echt genug, um Missverständnisse aufzudecken. Wer den Einstieg noch schmaler halten will, findet unter Prototyp zur Ideenvalidierung den günstigeren Weg — er beginnt bei CHF 10'000.

3. Erste produktive Version. Der kleinste Umfang, mit dem echte Arbeit erledigt werden kann: Login und Rollen, das Datenmodell, der Hauptablauf, eine Schnittstelle. Ab hier ist die Software im Einsatz und liefert Rückmeldungen aus dem echten Betrieb — die einzige Quelle, die zuverlässig zeigt, was als Nächstes wirklich fehlt.

4. Ausbau in Zyklen. Zwei- bis dreiwöchige Zyklen mit fester Kapazität, am Ende jedes Zyklus eine lauffähige Version und eine gemeinsame Priorisierung. Sie zahlen für Kapazität und entscheiden laufend, wofür sie eingesetzt wird.

5. Betrieb. Überwachung, Backups, Updates, Support — der Teil, über den vor Vertragsabschluss selten gesprochen wird und der über die Lebensdauer der Software entscheidet.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt eines unserer eigenen Projekte: eine Web-App für Steuererklärungen im Raum Zürich, bei der Kundinnen und Kunden ihr Paket wählen, ein Login erstellen, Dokumente hochladen und ihren Termin online buchen. Das ist Individualsoftware im beschriebenen Sinn — ein Ablauf, den keine Standardsoftware in dieser Form abbildet. Weitere Projekte finden Sie in unseren Referenzen.

Wem gehört die Software nach der Abnahme?

In der Schweiz gehen die Rechte an einer im Auftrag entwickelten Software nicht automatisch an den Auftraggeber über — auch dann nicht, wenn das ganze Projekt bezahlt und der Quellcode übergeben wurde. Das ist der Punkt, an dem später die meisten Konflikte entstehen, und der Grund, warum wir ihn vor Vertragsabschluss aufs Papier bringen.

Die Rechtslage in Kürze: Urheberrechte entstehen bei den natürlichen Personen, die das Werk geschaffen haben. Art. 17 des Urheberrechtsgesetzes weist die ausschliesslichen Verwendungsbefugnisse an Computerprogrammen dem Arbeitgeber zu — aber ausdrücklich nur für Programme, die in einem Arbeitsverhältnis in Ausübung dienstlicher Tätigkeit entstehen. Ein Auftragsverhältnis zwischen Ihnen und einer Agentur ist kein Arbeitsverhältnis. Und Art. 16 Abs. 3 URG hält fest, dass die Übertragung eines Rechts an einem Werkexemplar keine Urheberrechte einschliesst: Sie können also den kompletten Quellcode auf einem Datenträger in der Hand halten und trotzdem nicht berechtigt sein, ihn bearbeiten oder weitergeben zu lassen.

Was daraus folgt, ist unbequem, aber einfach: Ohne ausdrückliche Regelung im Vertrag bleiben Sie auf einen Anbieter angewiesen. Prüfen Sie deshalb vor der Unterschrift fünf Punkte — bei jeder Agentur, nicht nur bei uns:

  • Rechteübertragung. Werden die Nutzungsrechte am eigens erstellten Code ausdrücklich und ausschliesslich übertragen, inklusive Bearbeitungsrecht und ohne Bindung an einen laufenden Vertrag? Ein blosses «Nutzungsrecht» ohne Bearbeitungsrecht verbietet Ihnen die Weiterentwicklung durch Dritte.
  • Zeitpunkt. Gehen die Rechte mit der Abnahme über oder erst mit der Schlusszahlung? Beides ist zulässig, aber es muss dastehen.
  • Repository und Zugänge. Laufen Code-Repository, Datenbank, Hosting, Domain und Zertifikate auf Ihre Konten? Wenn die Agentur Eigentümerin dieser Konten ist, nützt Ihnen die schönste Rechteklausel wenig.
  • Fremdbestandteile. Welche Open-Source-Bibliotheken sind verbaut und unter welchen Lizenzen? Copyleft-Lizenzen können Ihre spätere Verwertung einschränken. Eine Liste der Abhängigkeiten mit Lizenzangabe gehört zur Lieferung.
  • Wiederverwendete Bausteine. Fast jede Agentur bringt eigene, vorbestehende Komponenten mit. Diese werden Ihnen üblicherweise nicht übertragen, sondern lizenziert. Das ist legitim — es muss nur benannt sein, damit Sie wissen, welcher Teil Ihnen gehört und welcher nicht.

Unsere Regel: Der für Sie geschriebene Code gehört Ihnen, mit Bearbeitungsrecht, ohne Bindung an einen Wartungsvertrag. Repository, Datenbank und Hosting laufen von Anfang an auf Ihre Konten, mit uns als eingeladenen Mitarbeitenden. Wiederverwendete eigene Bausteine benennen wir und lizenzieren sie unbefristet mit. Wenn Sie uns eines Tages nicht mehr brauchen, sollen Sie gehen können — das ist kein Entgegenkommen, sondern die Voraussetzung dafür, dass Sie uns freiwillig behalten.

Was kostet Individualsoftware — und was treibt den Preis?

Der Preis einer Individualsoftware ergibt sich fast vollständig aus dem Umfang zum Start, nicht aus der Technologie — und der Umfang zum Start ist die einzige Grösse, die Sie selbst steuern können. Deshalb nennen wir für ein Vollprojekt vor der Anforderungsaufnahme bewusst keine Zahl: Jede Zahl ohne geklärten Umfang ist geraten, und geratene Zahlen sind der häufigste Grund für Streit im dritten Monat.

Was wir vorab verbindlich sagen können, ist der Einstieg: Ein Prototyp zur Ideenvalidierung beginnt bei CHF 10'000. Er ist bewusst so geschnitten, dass er die riskanteste Annahme Ihres Vorhabens prüft — nicht mehr. Eine klassische Website, die keine eigene Fachlogik braucht, liegt bei uns zwischen CHF 3'000 und CHF 25'000; die Abgrenzung dazu finden Sie unter Webdesign-Preise.

Diese sechs Faktoren treiben den Aufwand in fast jedem Projekt, in absteigender Reihenfolge ihrer Wirkung:

  • Rollen und Berechtigungen. Eine Anwendung, in der alle alles dürfen, ist ein Bruchteil der Arbeit gegenüber einer mit fünf Rollen, Freigabestufen und einer Nachvollziehbarkeit, wer wann was geändert hat.
  • Schnittstellen zu Bestandssystemen. Jede Verbindung zu ERP, Buchhaltung, Lager oder Kassensystem ist ein eigenes kleines Projekt — mit fremder Dokumentation, fremden Fehlermeldungen und fremden Wartungsfenstern.
  • Datenübernahme. Altdaten sind selten so sauber, wie sie in der Besprechung wirken. Bereinigung, Zuordnung und Testläufe brauchen mehr Zeit, als fast alle Auftraggeber einplanen.
  • Sonderfälle. Der Hauptablauf ist schnell gebaut. Rabatte, Stornierungen, Teilzahlungen, Rückgaben und Ausnahmen «die machen wir dann von Hand» kosten den grösseren Teil.
  • Rechtliche Anforderungen. Personendaten, Protokollierung, Aufbewahrungsfristen und Löschkonzepte nach revidiertem Datenschutzgesetz sind Aufwand, der nicht auf dem Bildschirm sichtbar wird, aber anfällt.
  • Gestaltung. Eine funktionale Oberfläche nach klaren Mustern ist günstig. Ein eigenes gestalterisches System mit Animationen und Feinschliff ist eine bewusste Zusatzentscheidung, keine Selbstverständlichkeit.

Wenn Ihr Budget feststeht, drehen wir die Rechnung um: Statt zu fragen, was das gewünschte System kostet, definieren wir, welcher Funktionsumfang innerhalb Ihres Budgets produktiv nutzbar ist. Das führt fast immer zu einer besseren ersten Version als der umgekehrte Weg.

Was passiert nach dem Go-live? Wartung und Weiterentwicklung

Eine Individualsoftware ist mit dem Go-live nicht fertig, sondern in Betrieb — und Software, die niemand pflegt, ist nach zwei bis drei Jahren ein Sicherheitsrisiko und nach fünf Jahren kaum noch veränderbar. Der Unterhalt ist damit kein Zusatzverkauf, sondern Bestandteil der Investitionsentscheidung.

Zum Unterhalt gehören vier Dinge, die sich technisch klar unterscheiden. Sicherheit und Aktualität: Bibliotheken und Laufzeitumgebungen werden laufend aktualisiert; wer ein Jahr aussetzt, hat beim Nachholen keinen kleinen Schritt, sondern einen Umbau vor sich. Betrieb: Überwachung, Backups mit geprüfter Wiederherstellung, Zertifikate, Verfügbarkeit. Korrekturen: Fehler, die erst im echten Einsatz auftreten. Weiterentwicklung: neue Anforderungen aus dem Geschäft — der einzige der vier Punkte, der optional ist.

Wir rechnen den Unterhalt nach effektivem Aufwand ab oder über ein monatliches Stundenkontingent, das Sie frei zwischen Pflege und Weiterentwicklung aufteilen. Für die Budgetplanung ist der in der Branche gebräuchliche Richtwert von jährlich rund 15 bis 20 Prozent der ursprünglichen Entwicklungskosten eine brauchbare Grössenordnung; bei vielen Schnittstellen liegt er höher, bei einer abgeschlossenen internen Anwendung tiefer.

Ein Punkt, der selten angesprochen wird: Auch der Verzicht auf Weiterentwicklung ist eine legitime Entscheidung. Manche Anwendungen sind nach der ersten Version fertig und sollen einfach zehn Jahre lang zuverlässig laufen. Dann reduziert sich der Unterhalt auf Sicherheit und Betrieb — und genau das gehört bei Vertragsabschluss vereinbart, statt über ein Paket abgerechnet, das niemand nutzt.

Wann Individualsoftware die falsche Wahl ist

Individualsoftware ist in mehr Fällen die falsche Entscheidung als die richtige, und die folgenden fünf Konstellationen sind die häufigsten. Wir benennen sie im Erstgespräch, weil ein Projekt, das aus den falschen Gründen startet, für beide Seiten teuer endet.

  • Ihr Prozess ist Standard. Buchhaltung, Lohnabrechnung, Zeiterfassung, Newsletter, Terminbuchung ohne Besonderheiten: Dafür gibt es ausgereifte Schweizer Lösungen, an die Sie sich anpassen sollten statt umgekehrt. Eine Eigenentwicklung wäre hier teurer und schlechter.
  • Sie wollen ein Standardprodukt eins zu eins nachbauen. Wer eine bestehende Branchenlösung mit zehn Jahren Entwicklungsgeschichte nachbauen will, unterschätzt den Funktionsumfang systematisch — sichtbar ist immer nur die Oberfläche.
  • Der Prozess ist intern noch nicht geklärt. Wenn drei Abteilungen unterschiedlich beschreiben, wie ein Auftrag durchs Haus läuft, entscheidet die Software diese Frage — und zwar schlecht. Erst klären, dann bauen.
  • Es fehlt jemand, der die Anwendung besitzt. Individualsoftware braucht auf Ihrer Seite eine verantwortliche Person mit Entscheidungsbefugnis und Zeit. Ohne sie versandet das Projekt zwischen den Zyklen.
  • Es fehlt das Budget für den Betrieb. Wenn die Entwicklung das gesamte Budget aufbraucht und für den Unterhalt nichts bleibt, ist die Investition nach zwei Jahren verloren. Dann ist ein Abo die vernünftigere Wahl.

Ebenfalls ehrlich: Wir sind eine kleine Digitalagentur mit eigenem Entwicklungsteam, keine Systemintegratorin. Bei Vorhaben, die tief in ein bestehendes ERP eingreifen, zertifizierte Branchenstandards erfordern oder ein Team von zwanzig Entwicklerinnen und Entwicklern über zwei Jahre binden, sind wir nicht der richtige Partner — und sagen das lieber zu Beginn als im vierten Monat. Wo wir stark sind, ist der Bereich davor: die Schicht zwischen Ihren Kunden und Ihren Systemen, klar geschnittene Anwendungen, Portale und Automatisierungen. Wenn Sie noch am Anfang stehen und zuerst die Idee prüfen wollen, ist unsere Startup-Beratung der bessere Einstieg als ein Entwicklungsauftrag.

Standardsoftware und Individualsoftware im Vergleich

Standardsoftware (Abo)Individualsoftware
Passung zum ProzessSie passen sich der Software anDie Software bildet Ihren Ablauf ab
KostenverlaufTief zum Start, laufend pro NutzerHoch zum Start, danach Betrieb und Ausbau
StartzeitTage bis wenige WochenWochen bis Monate bis zur ersten produktiven Version
FunktionsumfangSehr breit, vieles davon ungenutztSchmal, aber vollständig genutzt
Rechte am CodeBleiben beim Anbieter, Sie mieten NutzungÜbertragbar — wenn der Vertrag es regelt
DatenBeim Anbieter, Export je nach ProduktIn Ihrer Datenbank, Speicherort wählbar
ÄnderungenNur, wenn der Anbieter sie priorisiertSie priorisieren, im nächsten Zyklus
RisikoPreiserhöhung, ProduktabkündigungFehleinschätzung des Umfangs, Abhängigkeit vom Team

Einstieg und Abrechnung

Alle Beträge exklusive Mehrwertsteuer. Für ein Vollprojekt nennen wir bewusst keinen Preis vor der Anforderungsaufnahme — der Umfang bestimmt die Zahl, nicht umgekehrt. Nach der Anforderungsaufnahme erhalten Sie eine verbindliche Offerte für die erste produktive Version.

Prototyp zur Ideenvalidierung
Ab CHF 10'000
  • Bedienbarer Prototyp der Kernabläufe
  • Eine riskante Annahme gezielt geprüft
  • Datenmodell im Entwurf
  • Grundlage für die Aufwandschätzung
  • Ausstiegspunkt ohne Folgekosten
Erste produktive Version
Preis nach Anforderungsaufnahme
  • Login, Rollen und Berechtigungen
  • Datenmodell und Hauptablauf
  • Eine Schnittstelle zum Bestandssystem
  • Rechteübertragung am Code inklusive
  • Repository und Hosting auf Ihre Konten
Betrieb und Ausbau
Nach Aufwand oder Kontingent
  • Sicherheits- und Bibliotheks-Updates
  • Überwachung, Backups, Wiederherstellungstest
  • Fehlerkorrekturen mit vereinbarter Reaktionszeit
  • Weiterentwicklung in Zyklen
  • Monatlich kündbar

Häufige Fragen zu Individualsoftware

Individualsoftware ist eine Anwendung, die für einen einzelnen Auftraggeber und dessen konkrete Abläufe geschrieben wird, statt als fertiges Produkt an viele Kunden lizenziert zu werden. Sie bildet genau die Prozesse ab, die im Betrieb tatsächlich gelebt werden, und enthält keine Funktionen für fremde Branchen. Der Gegenbegriff ist Standardsoftware, die man abonniert und an deren Logik man den eigenen Betrieb anpasst. Zwischen beiden liegt der häufigste Fall in der Praxis: eine Standardlösung als Kern, ergänzt um individuell entwickelte Teile an den Stellen, die wirklich eigen sind.

In der Schweiz entstehen die Urheberrechte zunächst bei den Personen, die den Code geschrieben haben, und werden über den Arbeitsvertrag von der Agentur ausgeübt (Art. 17 URG gilt nur für Arbeitsverhältnisse, nicht für Auftragsverhältnisse). Die Übergabe des Quellcodes allein überträgt keine Rechte: Art. 16 Abs. 3 URG hält ausdrücklich fest, dass die Übertragung eines Werkexemplars keine Urheberrechte einschliesst. Wer die Software später ohne den ursprünglichen Anbieter weiterentwickeln oder verkaufen will, braucht dafür eine ausdrückliche Klausel im Vertrag. Bei uns steht sie standardmässig drin.

Die belastbare Rechnung vergleicht nicht Kaufpreis gegen Abopreis, sondern Gesamtkosten über vier bis fünf Jahre: Lizenzen pro Person, Kosten für Anpassungen und Schnittstellen, die Arbeitszeit für Workarounds und den Aufwand für doppelte Datenpflege. Individualsoftware lohnt sich typischerweise dann, wenn ein Ablauf für Ihr Geschäft charakteristisch ist, viele Personen ihn täglich durchlaufen und die Standardlösung ihn nur mit Nebenlisten abbildet. Bei gewöhnlicher Buchhaltung, Zeiterfassung oder Newsletter-Versand rechnet sie sich fast nie.

Ein enger Prototyp, der eine einzelne Annahme prüft, ist in wenigen Wochen bedienbar. Eine produktiv nutzbare erste Version mit Login, Rollen, Datenmodell und einer Schnittstelle liegt erfahrungsgemäss bei mehreren Monaten, je nach Umfang und je nachdem, wie schnell fachliche Entscheidungen auf Ihrer Seite fallen. Der grösste Zeitfresser ist selten die Programmierung, sondern die Klärung von Sonderfällen: Wer darf was sehen, was passiert bei Stornierungen, wie werden Altdaten übernommen. Wir arbeiten in kurzen Zyklen, damit Sie das früh und an lauffähiger Software entscheiden.

Unterhalt ist kein optionaler Posten, sondern der Preis dafür, dass die Software in zwei Jahren noch läuft. Er umfasst Sicherheits- und Bibliotheks-Updates, Überwachung und Backups, kleinere Korrekturen sowie den Betrieb der Umgebung. Wir rechnen ihn entweder nach effektivem Aufwand oder über ein monatliches Stundenkontingent ab, das auch Weiterentwicklung abdeckt. Als Faustregel für die Budgetplanung gilt in der Branche ein jährlicher Betrag im Bereich von 15 bis 20 Prozent der ursprünglichen Entwicklungskosten; der genaue Wert hängt von Integrationen und Nutzerzahl ab.

Ja, sofern drei Dinge vertraglich und technisch geregelt sind. Erstens die Rechte: eine ausdrückliche Übertragung der Nutzungsrechte am Quellcode, inklusive Bearbeitungsrecht. Zweitens der Zugang: das Code-Repository, die Datenbank, die Hosting-Zugänge und die Domain müssen auf Ihre Konten laufen, nicht auf die der Agentur. Drittens die Nachvollziehbarkeit: eine technische Dokumentation, ein reproduzierbares Setup und der Verzicht auf geheime Eigenbau-Bausteine. Fehlt eines davon, ist ein Anbieterwechsel zwar möglich, aber teuer.

Ja. Unser Studio steht an der Gustav-Maurer-Strasse 23 in 8702 Zollikon. In Zollikon, Küsnacht, Zürich und den angrenzenden Gemeinden arbeiten wir auch vor Ort, insbesondere in der Anforderungsphase, wo ein Nachmittag am gleichen Tisch mehr klärt als drei Videocalls. Betriebe in der übrigen Schweiz betreuen wir remote, mit festen Terminen pro Zyklus und geteiltem Zugriff auf Repository und Testumgebung. Für die Anforderungsaufnahme in einem komplexen Fachgebiet reisen wir auch weiter, das planen wir dann transparent ein.

Lohnt sich eine eigene Lösung für Ihren Ablauf?

Schildern Sie uns den Prozess, der bei Ihnen am meisten Umwege verursacht. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob eine Standardlösung reicht, ob ein individueller Zusatz genügt — oder ob sich eine eigene Anwendung rechnet.

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