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Was interessiert Sie?
Prototyp entwickeln lassen und die Idee validieren.
Bevor CHF 50'000 bis 100'000 in ein Produkt fliessen, das noch niemand haben wollte: ein funktionsfähiger Prototyp ab CHF 10'000, live in vier bis acht Wochen, geprüft an echten Nutzern statt an Meinungen.
Idee in 30 Minuten durchsprechenEin Validierungs-Prototyp ist eine funktionsfähige, bewusst unvollständige Version Ihrer Produktidee, mit der fremde Menschen eine echte Aufgabe erledigen und für die sie im Idealfall bezahlen — gebaut, um eine einzige Frage zu beantworten: Will das jemand? Bei DLM Digital beginnt ein solcher Prototyp bei CHF 10'000 und ist in vier bis acht Wochen live; ein ausgebautes Vollprodukt bewegt sich in der Schweiz je nach Umfang im Bereich von CHF 50'000 bis 100'000 und darüber.
Diese Seite rechnet den Unterschied offen vor: was in CHF 10'000 hineinpasst und was nicht, was ein Vollprodukt zusätzlich kostet und wofür genau, welche Signale eine Idee tatsächlich validieren und welche nichts beweisen. Und sie benennt die Fälle, in denen ein Prototyp die falsche Methode ist — das ist der Teil, den die meisten Anbieterseiten weglassen.
Was ist ein Validierungs-Prototyp — und wo hört er auf?
Ein Validierungs-Prototyp ist die kleinste funktionsfähige Version einer Produktidee, mit der echte Nutzerinnen und Nutzer eine echte Aufgabe zu Ende bringen können — und die genau eine Annahme prüft, von der der gesamte Geschäftsfall abhängt. Er ist kein Entwurf, sondern Software, die läuft: mit Datenbank, Anmeldung und, wenn es um Zahlungsbereitschaft geht, mit angebundener Zahlung.
Die Abgrenzung nach unten ist wichtig. Ein Wireframe oder ein Klickdummy in einem Designwerkzeug zeigt Bildschirme und Abläufe. Damit lässt sich prüfen, ob Menschen eine Bedienlogik verstehen — und das ist wertvoll. Aber ein Klickdummy speichert nichts, verarbeitet nichts und kassiert nichts. Er beantwortet die Frage «ist das bedienbar», nicht die Frage «ist das etwas wert». Genau deshalb überleben so viele Ideen die Designphase und scheitern erst nach der teuren Entwicklung.
Die Abgrenzung nach oben ist genauso wichtig. Ein MVP im ursprünglichen Sinn ist bereits ein verkaufbares Produkt: kleiner Funktionsumfang, aber vollständig genug, um es dauerhaft zu betreiben, zu supporten und weiterzuentwickeln. Ein Validierungs-Prototyp darf schlechter sein als das. Er darf einen einzigen Anwendungsfall abdecken, an den Rändern Lücken haben und nach dem Testlauf abgeschaltet werden. Was in diesem Aufbau schon steckt und was noch fehlt, beschreibt unser Leitfaden zu MVP-Entwicklung ausführlicher.
Der praktische Unterschied liegt in der Frage, die Sie beantworten wollen. «Verstehen Menschen die Oberfläche?» beantwortet ein Usability-Test an einem Klickdummy für wenig Geld. «Zahlen Menschen dafür?» beantwortet nur etwas, das Geld annehmen kann. Wir bauen das Zweite. Wenn im Erstgespräch klar wird, dass Ihre offene Frage eigentlich die erste ist, sagen wir das — und dann brauchen Sie keinen Prototyp für CHF 10'000.
Was steckt in CHF 10'000 — und was nicht?
In CHF 10'000 passt ein Anwendungsfall von Anfang bis Ende: Einstiegsseite, Anmeldung, die eine Kernfunktion, echte Datenhaltung, bei Bedarf eine angebundene Zahlung — und der Messaufbau, ohne den der ganze Test wertlos wäre. Nicht mehr. Alles, was zusätzlich hineinsoll, verdrängt etwas anderes.
Zur Einordnung der Grössenordnung: Schweizer Anbieter kalkulieren Softwareentwicklung marktüblich mit rund CHF 150 bis 250 pro Stunde — das ist eine Marktangabe aus veröffentlichten Preisübersichten Schweizer Entwicklungsdienstleister, keine Offerte von uns. CHF 10'000 entsprechen in dieser Rechnung etwa 40 bis 65 Arbeitsstunden. Das ist wenig. Ein Prototyp funktioniert nur, weil rigoros weggelassen wird, nicht weil schneller getippt wird. Wer diese Zahl kennt, versteht sofort, warum die Liste unten so kurz ist.
Enthalten
- Ein Anwendungsfall, vollständig durchgespielt. Vom ersten Bildschirm bis zum Ergebnis, das den Nutzen tatsächlich liefert — nicht bis zu einem Platzhalter mit «kommt bald».
- Echte Datenhaltung. Was Nutzer eingeben, wird gespeichert und ist auswertbar. Ohne das lässt sich Nutzungstiefe nicht messen.
- Anmeldung und Identifikation. Damit sich Wiederkehr überhaupt erfassen lässt, braucht es wiedererkennbare Nutzer.
- Zahlung, wenn Zahlungsbereitschaft die offene Frage ist. Eine angebundene Kartenzahlung oder TWINT-Zahlung — der Unterschied zwischen «würde ich kaufen» und «hat gekauft» ist der ganze Punkt.
- Messaufbau. Ereignisse statt Seitenaufrufe, definiert entlang der Signale, die Sie vorher festgelegt haben. Dazu gehört auch die datenschutzkonforme Einbindung.
- Hosting-Einrichtung und Übergabe. Der Prototyp läuft unter Ihrer Domain, auf Ihren Zugängen, mit Ihrem Code.
Nicht enthalten
- Rollen- und Rechtesysteme. Admin, Teamleitung, Buchhaltung, Gastzugang: Jede zusätzliche Rolle vervielfacht die zu prüfenden Fälle. Im Prototyp gibt es eine Sorte Nutzer.
- Mehrsprachigkeit. Eine Sprache. Für die Schweiz heisst das: Sie entscheiden vorher, ob Sie auf Deutsch oder Französisch testen — beides gleichzeitig kostet ungefähr das Doppelte an Inhalt und Betreuung.
- Datenmigration und Schnittstellen zu Bestandssystemen. Der teuerste Einzelposten in fast jedem Softwareprojekt und für die Validierungsfrage fast immer irrelevant.
- Native Apps für iOS und Android. Ein Prototyp läuft im Browser. Der Umweg über die App-Stores kostet Wochen, bevor der erste Nutzer etwas sieht.
- Ausgearbeitetes Corporate Design. Der Prototyp ist sauber und glaubwürdig gestaltet, aber er ist keine Markenarbeit. Ein Designsystem gehört in die Phase nach der Validierung.
- Das Werbebudget. Der wichtigste Punkt auf dieser Liste: Der Prototyp bringt keine Nutzer mit. Wer die Testnutzer über Anzeigen holt, rechnet mit einem separaten Budget im vierstelligen Bereich.
Wenn Ihr Vorhaben mehrere dieser Punkte zwingend braucht, um überhaupt getestet werden zu können, ist es kein Fall für einen Prototyp in dieser Grössenordnung. Dann reden wir über ein Projekt und über die Preisrahmen, die wir unter Software entwickeln lassen: Kosten in der Schweiz offenlegen.
Was ein Vollprodukt zusätzlich kostet — und wofür genau
Der Sprung vom Prototyp zum Vollprodukt kostet ein Vielfaches, weil ab dieser Grenze nicht mehr die Kernfunktion das Budget bestimmt, sondern alles, was um sie herum verlangt wird. Die Funktion selbst ist oft der kleinste Posten der Rechnung.
Das sind die Blöcke, die den Unterschied ausmachen — in ungefähr dieser Reihenfolge nach Gewicht:
- Rollen, Rechte und Mandanten. Sobald mehrere Nutzertypen unterschiedliche Dinge sehen und dürfen, wächst die Zahl der Kombinationen, die gebaut und getestet werden müssen, überproportional.
- Ausnahmen und Fehlerfälle. Der Prototyp deckt den erwarteten Ablauf ab. Ein Produkt muss abgebrochene Zahlungen, doppelte Einträge, verlorene Passwörter, Rückerstattungen und Netzausfälle beherrschen.
- Integrationen. Buchhaltung, ERP, CRM, Versand, Kalender, Identitätsanbieter. Jede Schnittstelle ist ein eigenes kleines Projekt mit fremder Dokumentation und fremdem Zeitplan.
- Migration von Bestandsdaten. Alte Daten sind unvollständig, widersprüchlich und in Formaten, die niemand mehr dokumentiert hat. Dieser Posten wird in Offerten regelmässig unterschätzt.
- Datenschutz und Compliance. Für Schweizer Anwendungen mindestens das revidierte Datenschutzgesetz: Bearbeitungsverzeichnis, Löschkonzept, Auftragsbearbeitungsverträge, Serverstandort. Bei besonders schützenswerten Personendaten kommt einiges dazu.
- Testabdeckung und Betrieb. Automatisierte Tests, Monitoring, Sicherungen, Wiederanlauf, Aktualisierung von Abhängigkeiten. Für die laufenden Betriebskosten nach dem Start nennen Schweizer Anbieter marktüblich eine Grössenordnung von rund 15 Prozent der Entwicklungsaufwände pro Jahr — auch das eine Marktangabe, keine Zusicherung von uns.
- Support und Schulung. Ab dem ersten zahlenden Kunden gibt es Erwartungen an Reaktionszeiten. Diese Erwartungen kosten Geld, egal wer sie erfüllt.
Als Marktrahmen für die Schweiz nennen veröffentlichte Preisübersichten von Schweizer Entwicklungsdienstleistern für 2026 etwa: interne Werkzeuge und Dashboards CHF 30'000 bis 60'000, betriebliche Web-Applikationen CHF 60'000 bis 120'000, Plattformen CHF 80'000 bis 300'000. Wieder: Marktangaben Dritter, keine Offerte. Unsere eigenen, verbindlichen Preise stehen weiter unten und auf Webdesign-Preise Schweiz.
Der entscheidende Satz dieser Seite steht deshalb hier: Diese Beträge sind nicht falsch. Sie sind für ein fertiges Produkt angemessen. Falsch ist nur der Zeitpunkt, zu dem man sie ausgibt — nämlich bevor irgendjemand belegt hat, dass das Produkt gebraucht wird.
Dasselbe Vorhaben, zwei Budgetwege
Beide Balken liegen auf demselben Massstab: Die volle Breite entspricht CHF 100'000.
Weg A · Direkt ins Produkt
CHF 50'000–100'000
Das volle Budget ist gebunden, bevor irgendjemand die Nachfrage belegt hat.
Weg B · Erst validieren, dann bauen
ab CHF 10'000
Prototyp bauen, am Markt testen — und erst danach über den Rest entscheiden.
Der eigentliche Unterschied
CHF 40'000–90'000
bleiben unverplant, bis die Nachfrage belegt ist.
Der Punkt ist nicht, dass Weg B billiger ist. Der Punkt ist das Risiko, das Sie nicht eingehen: Über den grossen Teil des Budgets entscheiden Sie erst, wenn Sie wissen, ob jemand das Produkt will.
CHF 50'000–100'000 ist eine Marktgrössenordnung für ein fertig entwickeltes Produkt und keine Offerte von DLM Digital. Verbindlich ist hier allein unser Preis für einen Prototyp zur Ideenvalidierung: ab CHF 10'000.
Was heisst «validiert» konkret — welche Signale zählen?
Validiert heisst: Menschen, die Sie nicht kennen und denen Sie nichts schulden, tun aus eigenem Antrieb etwas, das sie etwas kostet — Geld, Zeit oder Daten. Alles andere ist Stimmung. Vier Signalgruppen tragen eine Entscheidung, und sie sind unterschiedlich schwer zu fälschen.
1. Qualifizierte Anmeldung
Nicht «E-Mail eingetragen», sondern «E-Mail eingetragen und danach etwas gemacht». Eine Anmeldung, auf die keine einzige Handlung folgt, misst die Attraktivität Ihrer Überschrift, nicht die Ihres Produkts. Aussagekräftig wird das Signal, wenn die Anmeldung eine kleine Hürde enthält: eine Angabe zum Anwendungsfall, eine Geschäftsadresse, eine Terminwahl.
2. Zahlungsbereitschaft
Das härteste Signal, das es gibt, und das einzige, das die Preisfrage tatsächlich beantwortet. Es gibt Abstufungen: eine echte Zahlung schlägt eine Vorbestellung mit Anzahlung, diese schlägt eine hinterlegte Karte ohne Belastung, und alle drei schlagen jede Umfrage. Der Satz «würden Sie dafür CHF 49 im Monat zahlen?» hat in der Praxis fast keinen Vorhersagewert — die Antwort kostet nichts.
3. Nutzungstiefe
Wie viele der Angemeldeten führen die Kernaufgabe tatsächlich zu Ende? Diese eine Zahl trennt Neugier von Nutzen. Dabei zählt der Abschluss, nicht der Einstieg: Wer die Hälfte des Ablaufs durchläuft und abbricht, hat Ihnen etwas Wichtiges gesagt — meistens, dass an genau dieser Stelle der Aufwand grösser ist als der erwartete Gewinn. Die Grundlagen dazu erklären wir im Glossareintrag zur Conversion Rate.
4. Wiederkehr
Kommen Nutzer nach zwei und nach vier Wochen von selbst zurück, ohne Erinnerungsmail? Für alles, was regelmässig genutzt werden soll, ist das der wichtigste Wert überhaupt. Für einmalige Anwendungen — eine Steuererklärung, ein Umzug, ein Verkauf — ist Wiederkehr das falsche Mass; dort zählt stattdessen die Weiterempfehlung.
Entscheidend ist der Zeitpunkt der Festlegung. Wir schreiben vor dem ersten Entwicklungstag auf, welche Schwelle als Bestätigung gilt und welche als Widerlegung. Ein Beispiel für eine solche Festlegung, bewusst als Beispiel und nicht als Branchenwert: «Von 100 Personen, die den Prototyp öffnen, führen mindestens 30 die Kernaufgabe zu Ende, und mindestens 8 zahlen.» Ob 30 und 8 für Ihr Vorhaben die richtigen Zahlen sind, hängt vom Deckungsbeitrag pro Kunde ab — das rechnen wir vorher gemeinsam durch. Wer die Schwelle erst nach dem Test definiert, findet in jedem Datensatz eine Bestätigung.
Welche Signale nichts beweisen
Lob, Reichweite und Absichtserklärungen beweisen nichts, weil sie den Beteiligten nichts kosten. Sie fühlen sich gut an und sind der häufigste Grund, warum Produkte trotzdem gebaut werden. Diese Liste ist unbequem, deshalb steht sie hier vollständig.
- Zustimmung aus dem eigenen Umfeld. Bekannte, Familie und das eigene Netzwerk beantworten eine andere Frage als «brauche ich das» — nämlich «mag ich diesen Menschen». Ihre Rückmeldungen sind für die Bedienbarkeit nützlich und für die Nachfrage wertlos.
- Absichtserklärungen ohne Verpflichtung. Ein unverbindliches Interessensschreiben eines Unternehmens kostet die unterzeichnende Person nichts und bindet niemanden. Ein Vorvertrag mit Anzahlung ist etwas völlig anderes.
- Umfragen zu hypothetischen Preisen. Menschen schätzen ihr eigenes künftiges Verhalten systematisch falsch ein. Das ist keine Unehrlichkeit, sondern ein bekanntes Muster — und der Grund, warum wir Preise mit einer Bezahlseite testen und nicht mit einem Fragebogen.
- Reine Klick- und Reichweitenzahlen. Seitenaufrufe, Impressionen, Verweildauer und Absprungrate messen die Anziehungskraft Ihrer Werbung. Sie sagen nichts darüber, ob das Produkt dahinter Nutzen stiftet. Ein viraler Beitrag und ein tragfähiges Geschäft haben wenig miteinander zu tun.
- Newsletter-Anmeldungen ohne Folgehandlung. Eine Warteliste ist ein Anfang, kein Beleg. Erst wenn die Warteliste eine Aufgabe erfüllt — eine Antwort, ein Termin, eine Zahlung —, wird sie zum Signal.
- Interesse von Investoren. Kapitalgeber bewerten Markt, Team und Erzählung. Ihre Zusage ist eine Wette auf Sie, kein Beleg für Nachfrage. Es gibt finanzierte Produkte ohne Kundschaft, und zwar reichlich.
- Wettbewerber, die es auch machen. Dass jemand anders dasselbe anbietet, beweist, dass jemand anders es für eine gute Idee hält. Ob dieser jemand damit Geld verdient, sehen Sie von aussen nicht.
Es lohnt sich, diese Liste vor dem Start durchzugehen und ehrlich anzukreuzen, worauf die eigene Zuversicht bisher beruht. Wenn dabei ausschliesslich Punkte aus dieser Liste übrig bleiben, ist der Prototyp genau die richtige nächste Ausgabe.
Wann ein Prototyp nicht reicht
Ein Validierungs-Prototyp ist die falsche Methode, wenn der Markt vor dem ersten echten Nutzer eine Bewilligung, eine Hardware oder eine kritische Masse verlangt. In diesen vier Konstellationen misst ein schneller Test nicht das Risiko, das Ihr Vorhaben tatsächlich trägt.
Regulierte Tätigkeiten
Wer gewerbsmässig Publikumseinlagen entgegennimmt, braucht in der Schweiz eine Bewilligung. Die sogenannte Sandbox-Regelung erlaubt Einlagen bis zu einer Schwelle von einer Million Franken ohne Bewilligung, unter Auflagen — unter anderem muss den Einlegern vorgängig mitgeteilt werden, dass keine FINMA-Aufsicht besteht und keine Einlagensicherung greift. Ähnlich gelagert: Software, die diagnostiziert oder therapiert, kann als Medizinprodukt gelten und fällt dann unter die entsprechende Konformitätsbewertung. Und Anwendungen mit Gesundheits-, Biometrie- oder Strafdaten arbeiten mit besonders schützenswerten Personendaten nach revidiertem Datenschutzgesetz. In all diesen Fällen ist die erste Ausgabe eine rechtliche Abklärung, nicht eine technische. Wir sind keine Rechtsberatung und sagen das im Erstgespräch, statt einen Prototyp zu verkaufen, der so gar nicht online gehen darf.
Hardware-Abhängigkeit
Wenn Ihr Produkt aus einem physischen Gegenstand plus einer App besteht, liegt das Risiko fast nie in der App. Es liegt in den Stückkosten, in der Zertifizierung, in Lieferzeiten und in Rückläufern. Ein Software-Prototyp kann hier die Nachfrage nach dem Versprechen prüfen — er kann aber nicht beweisen, dass sich das Gerät zu einem Preis herstellen lässt, der eine Marge übrig lässt. Wer das verwechselt, validiert die falsche Hälfte des Geschäfts.
Netzwerkeffekte
Marktplätze, Vermittlungsplattformen und Communities stiften erst Nutzen, wenn beide Seiten in ausreichender Dichte da sind. Ein Prototyp mit fünfzig Nutzern misst dann nicht die Idee, sondern die Leere. Der Ausweg ist Verengung: eine Stadt, eine Branche, ein Gebäude, ein Verband. Wenn sich der Nutzen in einem so kleinen Ausschnitt nicht zeigen lässt, taugt der Prototyp als Methode — nur eben nicht in der Breite, in der das Produkt später gedacht ist. Lässt sich der Ausschnitt nicht sinnvoll bilden, ist ein Prototyp die falsche Ausgabe.
Sehr lange Beschaffungszyklen
Im Verkauf an grosse Unternehmen und an die öffentliche Hand vergehen zwischen dem ersten Kontakt und der Unterschrift oft viele Monate. Ein Test über acht Wochen misst dort bestenfalls die Bereitschaft, an einem Gespräch teilzunehmen. Sinnvoller ist in diesem Umfeld ein bezahltes Pilotprojekt mit einem einzelnen Kunden: Das ist teurer als ein Prototyp, aber es erzeugt ein Signal, das im gleichen Zeitrahmen entsteht wie die Entscheidung selbst.
Und ein fünfter Fall
Wenn Sie das Produkt ohnehin bauen, unabhängig vom Ergebnis — aus strategischen Gründen, wegen einer vertraglichen Zusage oder aus Überzeugung —, dann sparen Sie sich den Test. Eine Messung, die keine Entscheidung verändern kann, ist eine Ausgabe ohne Gegenwert. In diesem Fall reden wir direkt über den Bau; wie wir das machen, steht unter komplexe Weblösungen.
Wie läuft ein Prototyp-Projekt ab und wie lange dauert es?
Von der ersten Sitzung bis zum ersten echten Nutzer vergehen vier bis acht Wochen, danach folgt ein Testlauf von zwei bis sechs Wochen. Der Ablauf hat fünf Schritte, und der erste ist der wichtigste.
- Annahme und Abbruchkriterium (Woche 0, ein halber Tag). Wir schreiben in zwei Sätzen auf, welche Annahme geprüft wird, und in zwei Zahlen, was als Bestätigung und was als Widerlegung gilt. Dieses Dokument unterschreiben beide Seiten. Ohne diesen Schritt wird der Prototyp am Ende schöngeredet.
- Zuschnitt (Woche 1). Wir zerlegen die Idee in den einen Anwendungsfall, der die Annahme trägt, und streichen alles andere sichtbar durch. Ergebnis ist ein Ablaufdiagramm, eine Liste der Bildschirme und die Entscheidung, welche Daten erhoben werden.
- Bau (Woche 2 bis 5). Entwicklung in wöchentlichen Zwischenständen, die Sie selbst bedienen können. Keine Präsentationen, sondern Zugänge. Parallel entsteht der Messaufbau, nicht danach.
- Start (Woche 5 bis 6). Der Prototyp geht unter Ihrer Domain online, mit Impressum, Datenschutzerklärung und dem nötigen Einwilligungsbanner. Gleichzeitig beginnt die Zuführung der Testnutzer — über Anzeigen, direkte Ansprache, einen Verband, eine bestehende Liste. Wer diesen Punkt nicht vorbereitet hat, verliert hier Wochen.
- Testlauf und Auswertung (Woche 6 bis 10). Zwei bis sechs Wochen echte Nutzung, begleitet von fünf bis zehn Gesprächen mit Personen, die abgebrochen haben. Die Abbrecher sagen mehr als die Zufriedenen. Am Ende steht ein Bericht gegen die vorher festgelegten Schwellen — und eine Empfehlung, die auch «einstellen» lauten darf.
Was den Zeitplan in der Praxis am häufigsten sprengt, ist nicht die Entwicklung. Es sind ungetroffene Entscheidungen auf Auftraggeberseite und fehlender Zugang zur Zielgruppe. Beides klären wir vor Vertragsbeginn ab, weil beides den Preis nicht erhöht, aber das Ergebnis verhindert. Wenn Sie zusätzlich eine Einstiegsseite für die Zuführung brauchen, ist das ein eigener, kleiner Posten — siehe Landingpages.
Was passiert nach der Validierung?
Drei Ergebnisse sind möglich — weiterbauen, umbauen oder einstellen — und alle drei sind ein Erfolg, weil alle drei eine Entscheidung ermöglichen, die vorher nicht möglich war. Nur eines davon führt direkt zu einem grossen Folgeprojekt, und das ist in Ordnung.
Weiterbauen
Die Schwellen sind erreicht, die Zahlungsbereitschaft ist belegt. Jetzt ist der Zeitpunkt für die Posten, die im Prototyp bewusst gefehlt haben: Rollen, Ausnahmefälle, Integrationen, Betrieb. Der Prototyp ist dabei selten die Grundlage des Produkts — er ist die Grundlage der Anforderungen. Was Sie mitnehmen, ist ein Pflichtenheft, das auf beobachtetem Verhalten beruht statt auf Annahmen. Das ist der Grund, warum das Folgeprojekt nach einer Validierung in aller Regel günstiger ausfällt als dasselbe Projekt ohne sie.
Umbauen
Der häufigste Ausgang. Die Grundidee trägt, aber nicht so, wie gedacht: Eine andere Zielgruppe reagiert, ein Nebenfeature wird stärker genutzt als die Hauptfunktion, oder der Preis muss um den Faktor drei anders liegen. Dann wird die Annahme neu formuliert und mit demselben Aufbau ein zweites Mal geprüft. Das kostet einen Bruchteil des ersten Durchgangs, weil Messaufbau, Zugänge und Infrastruktur bereits stehen.
Einstellen
Die Schwellen werden deutlich verfehlt, und die Gespräche mit den Abbrechern erklären warum. Dann wird das Vorhaben beendet. Das ist der Ausgang, über den auf Anbieterseiten nie geschrieben wird, und er ist der wirtschaftlich wertvollste von allen: Sie haben rund CHF 10'000 ausgegeben statt CHF 50'000 bis 100'000. Die Differenz von CHF 40'000 bis 90'000 ist nicht gespart im Sinne von zurückgelegt — sie steht für das nächste Vorhaben zur Verfügung, statt in Wartung und Support eines Produkts zu verschwinden, das niemand nutzt.
Was in allen drei Fällen bleibt: der Code und alle Zugänge, die Auswertung, die Aufzeichnungen der Nutzergespräche und die Liste der erreichten Interessenten. Nichts davon gehört uns.
Wer das bei DLM Digital baut — und was wir belegen können
Wir bauen Validierungs-Prototypen aus unserem Studio an der Gustav-Maurer-Strasse 23 in 8702 Zollikon, mit eigenem Entwicklungsteam und ohne Zwischenhändler. In Zollikon, Küsnacht, Zürich und den angrenzenden Gemeinden arbeiten wir auch vor Ort; für Mandate in der übrigen Schweiz laufen Scoping und Zwischenstände über feste Videotermine.
Zur Ehrlichkeit gehört, was wir nicht sind. Wir sind kein Produktstudio, das zwanzig finanzierte Startups begleitet hat. Unsere öffentlich einsehbaren Referenzen sind Websites, Marken- und E-Commerce-Projekte für Schweizer KMU sowie eine Web-Applikation, die den Ablauf einer Steuerberatung von der Anfrage bis zur Terminbuchung abbildet. Wenn Sie ein Team suchen, das ausschliesslich Produktvalidierung macht, gibt es passendere Adressen — und wir sagen Ihnen das lieber im ersten Gespräch als im dritten Monat.
Was wir dafür mitbringen: Wir bauen die Sachen selbst. Zuschnitt, Entwicklung, Messaufbau und Auswertung liegen im selben kleinen Team, was der Grund dafür ist, dass ein funktionsfähiger Prototyp bei CHF 10'000 überhaupt möglich ist. Und wir kennen die Zuführungsseite: Ohne Nutzer kein Test, und Nutzer kommen aus Anzeigen, Suche oder direkter Ansprache — Themen, mit denen wir uns ohnehin täglich beschäftigen.
Wenn Ihre Frage vor dem Prototyp liegt — Geschäftsmodell, Markteintritt, Reihenfolge der Schritte —, ist unsere Startup-Beratung der passendere Einstieg. Liegt sie dahinter, weil die Nachfrage längst belegt ist und es nur noch um Umfang und Preis geht, finden Sie die Rahmen unter Softwarekosten Schweiz und Webdesign-Preise. Eine erste Grobschätzung für Ihr Vorhaben liefert auch unser Projekt-Rechner.
Unsere verbindlichen Einstiegspreise
- Prototyp zur Ideenvalidierung: ab CHF 10'000 — ein Anwendungsfall, echte Nutzer, echte Zahlung, Messaufbau, vier bis acht Wochen.
- Website und Web-Applikation: CHF 3'000 bis 25'000 — je nach Umfang, von der einzelnen Einstiegsseite bis zur mehrsprachigen Unternehmensseite mit eigenen Werkzeugen.
Alle Beträge verstehen sich exklusive Mehrwertsteuer. Verbindlich wird der Preis nach dem Scoping-Termin, weil vorher niemand seriös sagen kann, was gebaut wird.
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Bevor ein Produkt gebaut wird, gehört die Idee geprüft. Diese Seiten beschreiben, wie ein Prototyp entsteht und wo KI-gestützte Entwicklung ihre Grenze hat.
Prototyp & Validierung
Häufige Fragen zu Prototyp und Ideenvalidierung
Bei DLM Digital beginnt ein Validierungs-Prototyp bei CHF 10'000. Darin enthalten sind ein Anwendungsfall von Anfang bis Ende, echte Datenhaltung, Anmeldung, eine angebundene Zahlung, wenn Zahlungsbereitschaft geprüft werden soll, sowie der Messaufbau, ohne den das Ergebnis nicht auswertbar wäre. Nicht enthalten sind Rollen- und Rechtesysteme, Mehrsprachigkeit, Datenmigration, native Apps und das Werbebudget, mit dem Sie die Testnutzer überhaupt erst auf die Seite holen. Der verbindliche Preis steht nach dem Scoping-Termin fest, nicht davor.
Vier bis acht Wochen bis zum ersten echten Nutzer, danach zwei bis sechs Wochen Testlauf. Realistisch liegen also zwischen dem ersten Gespräch und der Entscheidung zwei bis vier Monate. Der Bau ist dabei selten der Engpass — es sind die Entscheidungen darüber, was weggelassen wird, und die Frage, woher die Testnutzer kommen. Wenn Sie weder eine Liste noch ein Werbebudget noch einen Zugang zur Zielgruppe haben, verschiebt sich der Testlauf, und der Prototyp steht ungenutzt online.
Ein Klickdummy zeigt Bildschirme, verarbeitet aber keine Daten und beweist nur, ob eine Bedienlogik verstanden wird. Ein Validierungs-Prototyp ist funktionsfähig: echte Daten, echte Nutzer, echtes Geld, aber nur ein Anwendungsfall. Ein MVP ist bereits ein verkaufbares Produkt mit einem kleinen, dafür vollständigen Funktionsumfang und wird betrieben und gewartet. Ein Vollprodukt deckt Rollen, Ausnahmen, Support und Compliance ab. Die Kostensprünge zwischen diesen Stufen sind gross, die Erkenntnisgewinne pro Franken dagegen sinken mit jeder Stufe.
Ja. Sie erhalten mit der Schlussrechnung das vollständige Repository, die Zugänge zu Hosting, Datenbank und allen eingesetzten Diensten sowie eine kurze technische Übergabe. Wir arbeiten mit gängigen, offenen Technologien und ohne proprietäre Bausteine, die nur wir warten könnten. Das ist bewusst so: Ein Prototyp, der Sie an einen Anbieter bindet, verfälscht genau die Entscheidung, für die er gebaut wurde. Wenn Sie danach mit einem anderen Team weiterbauen, ist das ein legitimes Ergebnis.
Daran, dass fremde Menschen etwas tun, das sie etwas kostet — Zeit, Geld oder Daten. Belastbare Signale sind abgeschlossene Kernaufgaben, echte Zahlungen oder verbindliche Vorbestellungen, Wiederkehr nach mehreren Wochen und Weiterempfehlung ohne Aufforderung. Nicht belastbar sind Lob aus dem Umfeld, Absichtserklärungen, Umfrageantworten auf hypothetische Preisfragen und reine Klickzahlen. Entscheidend ist, dass Sie die Schwelle vor dem Start schriftlich festlegen. Wer sie erst nachträglich definiert, findet in jedem Datensatz eine Bestätigung.
Dann haben Sie für rund CHF 10'000 eine Antwort gekauft, die Sie sonst für ein Vielfaches bekommen hätten. Ein negatives Ergebnis ist kein verlorenes Projekt: Sie behalten den Code, die Erkenntnisse aus den Nutzergesprächen, die Liste der erreichten Interessenten und meistens ein deutlich schärferes Bild davon, welches Problem tatsächlich existiert. In unserer Erfahrung führt das häufiger zu einer veränderten Idee als zum vollständigen Abbruch — und die veränderte Idee lässt sich mit demselben Aufbau erneut prüfen.
Für Vorhaben, bei denen der Markt vor dem ersten echten Nutzer eine Bewilligung, eine Hardware oder eine kritische Masse verlangt. Bewilligungspflichtige Finanzdienstleistungen, Software als Medizinprodukt und Anwendungen mit besonders schützenswerten Personendaten lassen sich nicht «einfach mal live schalten». Ebenso wenig Marktplätze und Communities, deren Nutzen erst ab einer bestimmten Dichte entsteht, und Hardware-Produkte, bei denen nicht die Software, sondern Stückkosten und Zertifizierung das Risiko tragen. In diesen Fällen sagen wir das im Erstgespräch.
Prüfen wir zuerst, ob Ihre Idee einen Prototyp braucht
Im ersten Gespräch klären wir, welche Annahme Ihr Vorhaben trägt, ob sie sich in vier bis acht Wochen prüfen lässt und welches Ergebnis Sie zu welcher Entscheidung führen würde. Wenn ein Prototyp die falsche Methode ist, sagen wir das.
Idee in 30 Minuten durchsprechen