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MVP (Minimum Viable Product).

Ein Minimum Viable Product (MVP) ist die kleinste lauffähige Version eines Produkts, die für echte Nutzer bereits einen vollständigen Nutzen erfüllt und deshalb belastbare Rückmeldungen erzeugt. Es ist kein billiges Halbprodukt, sondern der schnellste ehrliche Test, ob eine Idee im Alltag tatsächlich verwendet wird.

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MVP (Minimum Viable Product) — ausführlich erklärt

Der Begriff stammt aus der Lean-Startup-Bewegung und wird im Alltag oft falsch verwendet. Ein MVP ist keine abgespeckte Fassung des Wunschprodukts, in der überall etwas fehlt, sondern eine vollständige Lösung für einen einzigen, eng geschnittenen Anwendungsfall. Die Frage lautet nicht «Was können wir weglassen?», sondern «Welcher eine Ablauf muss durchgängig funktionieren, damit jemand das Werkzeug freiwillig ein zweites Mal öffnet?». Alles, was diesen Ablauf nicht trägt — Rollenverwaltung, Auswertungen, Mehrsprachigkeit, Designfeinschliff — wandert bewusst nach hinten. Genau diese Disziplin unterscheidet ein MVP von einem unfertigen Produkt, das niemand ernst nimmt.

Ein MVP ist ein Messinstrument, kein Meilenstein. Vor dem Bau wird festgelegt, welche Beobachtung die Idee stützt und welche sie widerlegt: wie viele der eingeladenen Personen den Ablauf zu Ende bringen, wie viele nach einer Woche zurückkehren, wie oft trotzdem der alte Weg gewählt wird. Ohne diese Vorabdefinition wird jedes Ergebnis im Nachhinein positiv gedeutet. Wichtig ist auch, wer testet: Kolleginnen und Bekannte sind höflich, betroffene oder zahlende Anwender sind ehrlich. Ein MVP, das nur intern vorgeführt wird, erzeugt Applaus statt Erkenntnis.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Dienstleistungsbetrieb will die Offertstellung ablösen, die heute über Excel und Mail läuft. Das MVP ist nicht «ein CRM», sondern genau ein Ablauf — Anfrage erfassen, Offerte aus Textbausteinen erzeugen, als PDF versenden, Status auf angenommen oder abgelehnt setzen. Keine Rechteverwaltung, keine Schnittstelle zur Buchhaltung, keine Auswertung. Drei Mitarbeitende arbeiten vier Wochen ausschliesslich damit. Bleiben alle drei freiwillig dabei und öffnen Excel nicht mehr, ist der Ausbau begründet. Passiert das Gegenteil, wurden wenige Wochen statt eines halben Jahres investiert.

Bei uns beginnt ein Prototyp oder MVP zur Ideenvalidierung ab CHF 10'000, ein ausgebautes Produkt liegt deutlich darüber. Diese Zahl ist bewusst als Grenze gedacht: Wer für die erste Antwort auf die Frage «will das überhaupt jemand?» ein Vielfaches ausgibt, kauft sich meist Funktionen statt Erkenntnis. Und nicht jede Idee braucht eigene Software. Lässt sich der Ablauf mit einer bestehenden Standardlösung, einer Tabelle oder einem bewusst manuell bedienten Prozess abbilden, ist das der schnellere und günstigere Test. Eine Eigenentwicklung lohnt sich dort, wo der Ablauf eigen genug ist, dass ihn kein Standardwerkzeug sauber trifft.

Häufige Fragen zu MVP (Minimum Viable Product)

Ein Prototyp zeigt eine Idee, ein MVP wird benutzt. Der Prototyp ist meist klickbar, aber nicht durchgängig funktionsfähig, und dient dem Gespräch über Ablauf und Oberfläche. Das MVP läuft mit echten Daten im Alltag und liefert deshalb beobachtetes Verhalten statt Meinungen. In der Praxis folgt das eine auf das andere: erst der Prototyp für wenige Tage, dann das MVP, sobald die Richtung stimmt.

Als Faustregel gilt: Was länger als rund drei Monate bis zur ersten echten Nutzung braucht, ist kein MVP mehr. Der Zeitrahmen ergibt sich aus dem Zuschnitt des Anwendungsfalls, nicht aus der Teamgrösse. Dauert es länger, wurde meist zu viel in die erste Version gepackt. Dann hilft es, den Ablauf weiter zu verengen, statt zusätzliche Kapazität einzukaufen.

Nein. Gerade etablierte KMU profitieren, weil sie ihre Abläufe genau kennen und Testnutzer im eigenen Haus haben. Der Zweck ist nur ein anderer: Ein Startup prüft, ob es einen Markt gibt. Ein KMU prüft, ob eine Eigenentwicklung den bestehenden Prozess wirklich besser macht als das Werkzeug, das heute schon im Einsatz ist.

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