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Entscheidung vor der Umsetzung · Studio Zollikon ZH

E-Commerce-Beratung.

Bevor ein Shop gebaut wird, gehören vier Fragen beantwortet: Welches Sortiment, welche Zielgruppe, welcher Kanal — und trägt eine einzelne Bestellung ihre eigenen Kosten? Diese Seite beschreibt eine Beratung, die bewusst keine Umsetzung verkauft.

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E-Commerce-Beratung ist die strukturierte Klärung der Fragen, die vor dem Bau eines Online-Shops entschieden sein müssen: welcher Teil des Sortiments online verkauft wird, wer die Käuferschaft ist, über welchen Kanal verkauft wird, ob das Shopsystem gemietet oder gebaut wird — und ob eine einzelne Bestellung nach allen Kosten überhaupt einen Deckungsbeitrag übriglässt. Sie endet mit einem Entscheid, nicht mit einer Offerte.

Wir führen diese Beratung getrennt von der Umsetzung, weil beides zusammen einen Interessenkonflikt erzeugt: Wer den Shop verkaufen will, kommt selten zum Ergebnis, dass es keinen braucht. Diese Seite enthält deshalb bewusst keine Pakete und keine Preistabelle — Beratungsmandate rechnen wir nach Aufwand ab. Wenn Sie die Umsetzung bereits entschieden haben, sind unsere Seiten zur E-Commerce-Agentur und zur Shopify-Agentur der richtige Ort.

Was ist E-Commerce-Beratung — und was ist sie nicht?

E-Commerce-Beratung beantwortet die Frage, ob und wie online verkauft werden soll; die Umsetzung beantwortet die Frage, womit. Vermischt man beides, wird aus der Beratung ein Verkaufsgespräch mit Analyse-Vorbau.

Ein Beratungsmandat behandelt vier Gegenstände: das Sortiment, die Käuferschaft, den Kanal und die Wirtschaftlichkeit pro Bestellung. Daraus folgt alles Weitere — auch die Systemfrage, die in der Praxis meist zuerst gestellt und zuletzt entschieden werden sollte. Wer mit «Shopify oder WooCommerce» beginnt, hat die eigentliche Entscheidung übersprungen.

Was E-Commerce-Beratung nicht ist: eine Marktstudie, eine Wettbewerbsanalyse in Präsentationsform oder eine Sammlung allgemeiner Empfehlungen. Der Nutzen entsteht durch Ihre Zahlen — Einkaufspreise, Warenkorb, Versandkosten, Retourenquote, verfügbare Arbeitszeit für die Sortimentspflege. Ohne diese Zahlen entsteht ein Dokument, das gut klingt und nichts entscheidet.

Der zweite Unterschied ist die Zulässigkeit des negativen Ergebnisses. Eine Beratung, die nur bestätigen darf, ist keine. Bei uns darf und soll am Ende «vorerst nicht bauen» stehen, wenn die Rechnung das hergibt — dieselbe Haltung wie bei der Prototyp-Validierung, wo ein negatives Ergebnis ausdrücklich als Erfolg gilt.

Welche Fragen vor der Systemwahl beantwortet sein müssen

Fünf Festlegungen entscheiden über die Wirtschaftlichkeit eines Shops, und keine davon ist technisch. Sie gehören schriftlich beantwortet, bevor jemand ein System vergleicht.

  • Sortiment. Nicht alles, was im Laden steht, gehört online. Entscheidend sind Marge, Gewicht und Volumen, Erklärungsbedarf, Verderblichkeit, Variantenzahl und Wiederkaufwahrscheinlichkeit. Ein Sortiment mit 20 Prozent Marge und sperrigem Versand verliert online Geld, egal wie gut der Shop ist.
  • Käuferschaft. Privatkundschaft oder Geschäftskundschaft, Erstkauf oder Wiederkauf, Schweiz oder auch EU. Diese Antwort bestimmt Zahlungsarten, Preisdarstellung, Rechtstexte und den gesamten Aufbau der Produktseiten.
  • Kanal. Eigener Shop, Marktplatz, Verkauf über soziale Netzwerke, Grosshandel oder eine Kombination. Diese Frage wird weiter unten gerechnet, nicht gefühlt.
  • Versand- und Retourenpolitik. Wer trägt den Versand, ab welchem Betrag ist er frei, werden Rücksendungen angenommen und wer zahlt sie? In der Schweiz gibt es kein gesetzliches Widerrufsrecht im Fernabsatz — was Sie gewähren, ist eine kaufmännische Entscheidung und gehört in die Kalkulation, nicht in die AGB-Vorlage.
  • Pflegekapazität. Wie viele Stunden pro Woche stehen real für Produktpflege, Bestellabwicklung und Kundenanfragen zur Verfügung, und wer leistet sie? Das ist die am häufigsten unterschätzte Grösse überhaupt — mehr Shops sterben an fehlender Pflege als an schlechter Technik.

Erst wenn diese fünf Punkte stehen, wird die Systemfrage sinnvoll. Der Vergleich der Systemwelten steht auf unserer Seite zur E-Commerce-Agentur; die Preisbänder für die Umsetzung auf Webdesign-Preise.

Trägt eine Bestellung ihre eigenen Kosten?

Die wichtigste Zahl im E-Commerce ist der Deckungsbeitrag pro Bestellung: der Nettowarenkorb abzüglich Wareneinsatz, Zahlungsgebühr, Versand und Verpackung sowie anteiliger Retourenkosten. Erst dieser Betrag steht für Werbung, Fixkosten und Gewinn zur Verfügung — und er fällt regelmässig kleiner aus, als die Bruttomarge vermuten lässt.

Ein durchgerechnetes Beispiel mit realistischen Schweizer Werten. Ein Warenkorb von CHF 80 enthält bei 8.1 Prozent Mehrwertsteuer rund CHF 74 Nettoumsatz. Davon gehen ab: 45 Prozent Wareneinsatz, also CHF 33.30; rund 2 Prozent Zahlungsgebühr, also CHF 1.60; Versand und Verpackung mit CHF 9; und anteilige Retourenkosten von CHF 3, gerechnet als 15 Prozent Retourenquote mal rund CHF 20 Bearbeitungskosten pro Rücksendung. Übrig bleiben rund CHF 27 pro Bestellung.

Jetzt kommt der Teil, der die meisten Shop-Pläne kippt. Kostet ein Klick in der Suchwerbung CHF 2 und kauft jeder fünfzigste Besucher — eine Conversion Rate von 2 Prozent, im Schweizer Handel ein normaler Wert —, dann kostet eine beworbene Bestellung CHF 100. Bei CHF 27 Deckungsbeitrag ist das ein Verlust von rund CHF 73 pro Bestellung. Damit sich bezahlte Werbung bei diesem Warenkorb überhaupt trüge, müsste die Conversion Rate bei rund 7 Prozent liegen. Das erreichen Shops praktisch nie.

Daraus folgen drei nüchterne Konsequenzen. Erstens: Bei kleinen Warenkörben trägt sich ein Shop nur mit günstigem Verkehr — organische Suche, Bestandskundschaft, Wiederkauf, Empfehlung. Zweitens: Steigt der Warenkorb, ändert sich das Bild. Bei CHF 200 und derselben Kostenstruktur liegt der Deckungsbeitrag bei rund CHF 86, und bei 2 Prozent Conversion Rate darf ein Klick bis etwa CHF 1.70 kosten, bevor die Bestellung ins Minus rutscht. Drittens: Jede Massnahme, die die Conversion Rate erhöht, wirkt direkt auf diese Rechnung — die Grundlagen dazu stehen in unserem Artikel zur Conversion-Rate-Optimierung, und ohne saubere Messung ist keine dieser Zahlen belastbar, wie unsere Seite zum Conversion Tracking zeigt.

Wir rechnen diese Tabelle im Mandat mit Ihren Zahlen, nicht mit Beispielwerten. Sie ist unspektakulär und sie ist der Grund, warum manche Vorhaben nach zwei Stunden erledigt sind.

Eigener Shop, Marktplatz oder gar kein Shop?

Die Kanalfrage entscheidet sich an drei Grössen: an den Fixkosten, die Sie tragen können, an der Provision, die Ihre Marge verträgt, und daran, ob Sie die Kundenbeziehung brauchen. Die reine Kostenrechnung ist schnell gemacht — sie ist aber nur die halbe Antwort.

Die reine Kostenschwelle haben wir auf der Seite zur E-Commerce-Agentur vorgerechnet: Sie liegt bei rund 31 Bestellungen im Monat und mit dem einmaligen Aufbau bei ungefähr 66. Im Beratungsmandat rechnen wir dieselbe Schwelle mit Ihren Werten — mit Ihrem Warenkorb, Ihrer Provision und Ihren tatsächlichen Fixkosten. Die Schwelle verschiebt sich dabei erheblich: Bei einem Warenkorb von CHF 200 statt CHF 80 trägt dieselbe Provision pro Bestellung deutlich mehr, und die kostenseitige Schwelle sinkt von rund 31 auf rund 13 Bestellungen pro Monat.

Die andere Hälfte der Antwort ist strategisch. Ein Marktplatz liefert Sichtbarkeit ab dem ersten Tag, stellt Sie aber direkt neben vergleichbare Angebote und behält die Kundenbeziehung. Der Schweizer Onlinehandel ist entsprechend geprägt: Unter den 30 umsatzstärksten Onlineshops des Landes waren 2025 bereits 13 Marktplätze, bei einem Gesamtvolumen von 15.8 Milliarden Franken. Wer dort verkauft, verkauft in einem fremden Schaufenster — mit allem, was das an Reichweite bringt und an Kontrolle kostet.

In vielen Fällen ist die Reihenfolge die richtige Antwort: zuerst auf einem Marktplatz prüfen, ob das Sortiment Nachfrage findet, danach den eigenen Shop bauen, sobald Wiederkäufe und Direktanfragen eine Kundenbeziehung belegen. Für Sortimente, die es noch gar nicht gibt, ist der noch kleinere Test der bessere: eine einzelne Bestellseite mit Zahlungsanbindung, wie sie unsere Seite zur Prototyp-Validierung beschreibt.

Shopsystem mieten oder bauen — nach welchen Kriterien entschieden wird

Die Make-or-Buy-Frage beim Shopsystem entscheidet sich an drei Kriterien: dem Anteil Ihrer Abläufe, die vom Standard abweichen, den Gesamtkosten über die Nutzungsdauer und den Kosten eines späteren Ausstiegs. Der Anschaffungspreis ist das schlechteste dieser Kriterien und trotzdem meist das einzige, das verglichen wird.

  • Abweichungsanteil. Listen Sie die zehn Vorgänge auf, die Ihr Shop können muss. Acht davon im Standard und zwei über Erweiterungen: mieten. Vier davon nur mit Sonderlösungen: bauen. Das ist grob, aber es trifft die Entscheidung besser als jede Funktionsmatrix. Das Prinzip dahinter erklärt der Glossareintrag zu Make or Buy.
  • Gesamtkosten über die Nutzungsdauer. Plattform- oder Hostinggebühren, App-Abonnemente, Transaktionsgebühren, Wartung, Anpassungen und der interne Aufwand über fünf Jahre — gegenübergestellt dem einmaligen Aufbau plus Wartung bei einer eigenen Entwicklung. Was dabei alles hineingehört, steht im Glossareintrag zu Total Cost of Ownership.
  • Ausstiegskosten. Was kostet ein Wechsel in drei Jahren? Bei Mietsystemen sind Daten exportierbar, das Design und die App-Funktionen dagegen nicht. Diese Frage stellt vor Vertragsabschluss fast niemand und nach zwei Jahren fast jeder.

Dieselbe Logik wenden wir bei anderer Standardsoftware an; die ausführliche Fünfjahresrechnung dazu steht auf CRM kaufen oder entwickeln. Führt die Rechnung zu einer eigenen Entwicklung, beschreibt Individualsoftware Schweiz den Ablauf und die Rechte am Ergebnis.

Wie ein Beratungsmandat abläuft und was Sie erhalten

Ein Mandat besteht aus drei Terminen und einem Dokument. Der Umfang ist bewusst klein gehalten, weil die Fragen zwar wichtig, aber endlich sind.

Im ersten Termin nehmen wir die Ausgangslage auf: Sortiment, Einkaufspreise, erwarteter Warenkorb, Zielgruppe, bestehende Kanäle, vorhandene Systeme und die reale Pflegekapazität. Zwischen den Terminen rechnen wir den Deckungsbeitrag pro Bestellung durch, vergleichen die Kanaloptionen mit Ihren Zahlen und prüfen die Systemfrage anhand der drei Kriterien oben. Im zweiten Termin legen wir das Ergebnis vor und diskutieren es, ausdrücklich auch gegen unsere eigene Empfehlung. Der dritte Termin ist ein kurzer Abschluss mit den nächsten Schritten.

Sie erhalten ein Dokument mit fünf Teilen: der Kalkulation pro Bestellung, dem Kanalentscheid mit Begründung, der Systemempfehlung, einer Liste der Punkte, die vor einer Umsetzung geklärt sein müssen — Versandregeln, Zahlungsarten, Steuersätze, Rechtstexte, Produktdaten —, und einer Schätzung des internen Aufwands im Betrieb. Das Dokument ist so geschrieben, dass Sie damit bei mehreren Agenturen vergleichbare Offerten einholen können. Das ist beabsichtigt.

Beratungsmandate rechnen wir nach Aufwand ab und nennen den Rahmen nach einem kurzen Vorgespräch. Zur Offenlegung gehört: Wir bauen auch Shops. Deshalb steht in jedem Beratungsergebnis, welche Empfehlung uns einen Folgeauftrag brächte und welche nicht — Sie sollen das mitlesen können, statt es vermuten zu müssen.

Wann Sie keine E-Commerce-Beratung brauchen

In vier Situationen ist eine Beratung verlorenes Geld, und wir sagen das im Vorgespräch. Ein Beratungsmandat, das nichts zu entscheiden hat, ist ein teures Protokoll.

  • Die Entscheidung ist längst gefallen und begründet. Wenn Sortiment, Kanal, Zahlungsarten und Versandpolitik feststehen und die Zahlen dahinter geprüft sind, brauchen Sie eine Umsetzung, keine Beratung. Dann geht es direkt zur E-Commerce-Agentur.
  • Der Shop läuft bereits und das Problem ist messbar. Wenn Bestellungen kommen, aber der Warenkorb zu klein ist oder der Kassenprozess Abbrüche produziert, ist das keine Strategiefrage. Dann arbeiten Sie an Messung und Conversion weiter, nicht an einem Konzept.
  • Sie verkaufen ein einzelnes Produkt in kleiner Menge. Bei fünf Bestellungen im Monat kostet die Beratung mehr als der Fehler, den sie verhindern soll. Nehmen Sie einen Marktplatz oder eine einfache Bestellseite und prüfen Sie die Nachfrage direkt.
  • Die Zahlen sind nicht verfügbar. Ohne Einkaufspreise, Versandkosten und eine belastbare Annahme zum Warenkorb lässt sich der Deckungsbeitrag nicht rechnen. Holen Sie diese Zahlen zuerst — sie sind ohnehin die Grundlage jeder weiteren Entscheidung.

Bleibt nach diesen vier Punkten eine offene Frage übrig, ist ein Mandat sinnvoll. Bleibt keine übrig, haben Sie sich die Beratung selbst gegeben — und das ist das beste Ergebnis, das diese Seite haben kann.

Eigener Shop oder Marktplatz — die Entscheidungsgrössen

Eigener ShopMarktplatz
FixkostenLaufend, unabhängig von der BestellmengeKeine oder sehr gering
Variable KostenZahlungsgebühr, Versand, RetourenZusätzlich Verkaufsprovision je Kategorie
SichtbarkeitMuss über Suche und Werbung erarbeitet werdenReichweite der Plattform ab Tag eins
KundenbeziehungKundendaten und Wiederkauf gehören IhnenBleibt bei der Plattform
PreishoheitVollständigDirekter Vergleich mit ähnlichen Angeboten
MarkenaufbauMöglich, braucht Zeit und BudgetKaum, Sie sind ein Listeneintrag
Rechnet sich abRund 31 Bestellungen im Monat, mit Aufbau rund 66Ab der ersten Bestellung

Häufige Fragen zur E-Commerce-Beratung

Sie verschiebt teure Entscheidungen nach vorn. Die vier Festlegungen, die einen Shop wirtschaftlich machen oder ruinieren, fallen vor der ersten Zeile Code: welches Sortiment online geht, welchen Kanal Sie bedienen, wie der Versand kalkuliert wird und welche Zahlungsarten der Warenkorb trägt. Wer diese Punkte während des Baus improvisiert, zahlt sie zweimal — einmal in der Umbauzeit und einmal in entgangenen Bestellungen. Eine Beratung ist zudem der einzige Zeitpunkt, an dem das Ergebnis noch «keinen Shop bauen» lauten kann. Danach kostet dieselbe Erkenntnis den vollen Projektpreis.

Kostenseitig ab etwa 31 Bestellungen pro Monat, wenn man einen eigenen Shop mit rund CHF 300 laufenden Fixkosten gegen einen Marktplatz mit 12 Prozent Provision bei einem Warenkorb von CHF 80 rechnet. Nimmt man den einmaligen Aufbau dazu — CHF 12'000 über drei Jahre sind rund CHF 333 pro Monat —, liegt der Gleichstand bei ungefähr 66 Bestellungen. Wichtiger als diese Zahl ist aber der Deckungsbeitrag pro Bestellung: Wenn nach Wareneinsatz, Zahlungsgebühr, Versand und Retouren zu wenig übrig bleibt, um die Werbekosten pro Bestellung zu decken, rechnet sich der Shop bei keiner Bestellmenge. Diese Rechnung führen wir zuerst.

Ziehen Sie vom Nettowarenkorb, also dem Warenkorb ohne Mehrwertsteuer, alle Kosten ab, die nur wegen dieser einen Bestellung anfallen: Wareneinsatz, Gebühr des Zahlungsanbieters, Verpackung und Versand sowie die anteiligen Retourenkosten. Beispiel: CHF 80 Warenkorb ergeben bei 8.1 Prozent Mehrwertsteuer rund CHF 74 netto. Abzüglich 45 Prozent Wareneinsatz (CHF 33.30), 2 Prozent Zahlungsgebühr (CHF 1.60), CHF 9 Versand und Verpackung sowie CHF 3 anteiliger Retourenkosten bleiben rund CHF 27 pro Bestellung. Erst dieser Betrag steht für Werbung, Fixkosten und Gewinn zur Verfügung. Wer stattdessen mit der Bruttomarge rechnet, überschätzt sich systematisch.

Ein Marktplatz bringt Sichtbarkeit ab Tag eins, verlangt aber eine Provision pro Verkauf, gibt Ihnen die Kundenbeziehung nicht und stellt Sie direkt neben vergleichbare Angebote. Ein eigener Shop kostet zuerst Aufbau und Fixkosten, liefert dafür Kundendaten, Preishoheit und die Möglichkeit, eine Marke aufzubauen. In der Praxis ist die Reihenfolge oft die beste Antwort: auf dem Marktplatz testen, ob das Sortiment überhaupt Nachfrage findet, und den eigenen Shop bauen, sobald Wiederkäufe und Direktanfragen zeigen, dass es eine Kundenbeziehung gibt. Das ist keine Ausweichbewegung, sondern die günstigste Art, dieselbe Frage zu beantworten.

Nicht anhand von Funktionslisten, sondern anhand des Anteils Ihrer Abläufe, die vom Standard abweichen. Schreiben Sie die zehn Vorgänge auf, die Ihr Shop können muss. Sind acht davon in einem Mietsystem eingebaut, mieten Sie. Brauchen vier davon Sonderlösungen, wird das Mietsystem zur Dauerbaustelle und eine eigene Entwicklung ist auf fünf Jahre gerechnet günstiger. Zweites Kriterium sind die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer statt des Anschaffungspreises: Plattformgebühren, App-Abonnemente, Transaktionsgebühren und der Aufwand für Wartung gehören in dieselbe Rechnung wie der einmalige Aufbau. Drittes Kriterium ist die Ausstiegsfähigkeit — was kostet der Wechsel in drei Jahren?

Wir rechnen Beratungsmandate nach Aufwand ab, nicht als Monatspauschale, und nennen den Rahmen nach einem kurzen Vorgespräch. Ein typisches Mandat ist überschaubar: eine strukturierte Aufnahme von Sortiment, Zielgruppe und Zahlen, die Rechnung zum Deckungsbeitrag pro Bestellung, ein Kanalentscheid mit Begründung, eine Systemempfehlung und eine Liste der Punkte, die vor einer Umsetzung geklärt sein müssen. Das Ergebnis ist ein Dokument, mit dem Sie auch bei einer anderen Agentur eine vergleichbare Offerte einholen können — genau dafür ist es gedacht.

Ja, und das ist häufiger der Fall, als es aus Agentursicht angenehm wäre. Typische Konstellationen: ein Sortiment mit zu geringer Marge für den Versandaufwand, eine erwartete Bestellmenge deutlich unter 30 pro Monat, ein Produkt, das ohne Beratung oder Anprobe kaum verkauft wird, oder ein Betrieb, in dem niemand die Zeit hat, das Sortiment laufend zu pflegen. In diesen Fällen empfehlen wir einen Marktplatz, eine einzelne Bestellseite oder schlicht: vorerst nicht. Dass wir denselben Kunden danach nicht bauen dürfen, ist der Preis dafür, dass die Empfehlung etwas wert ist.

Rechnen wir Ihre Zahlen durch, bevor gebaut wird?

Bringen Sie Einkaufspreise, erwarteten Warenkorb, Versandkosten und die Bestellmenge mit, die Sie für realistisch halten. Wir rechnen den Deckungsbeitrag pro Bestellung mit Ihnen durch — und sagen Ihnen auch dann ehrlich, wenn das Ergebnis gegen einen eigenen Shop spricht.

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