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Make-or-Buy.
Make-or-Buy ist die Entscheidung, ob eine Fähigkeit selbst gebaut oder eingekauft wird. Bei Software lautet die ehrliche Ausgangslage: Kaufen ist der Normalfall, Selberbauen die begründungspflichtige Ausnahme — und begründet ist sie dort, wo der Ablauf den Unterschied zum Wettbewerb ausmacht.
Make-or-Buy — ausführlich erklärt
Eine brauchbare Entscheidung entsteht entlang weniger Kriterien. Erstens Differenzierung: Verdient der Betrieb sein Geld mit diesem Ablauf, oder ist er nur notwendige Unterstützung? Zweitens Marktangebot: Gibt es Produkte, die den Bedarf zu achtzig Prozent decken? Drittens Passgenauigkeit der restlichen zwanzig Prozent: Sind es Gewohnheiten oder echte Anforderungen? Viertens Datenhoheit und regulatorische Vorgaben. Fünftens Zeitdruck. Und sechstens die interne Fähigkeit, ein eigenes System über Jahre zu betreiben — das ist erfahrungsgemäss der am häufigsten überschätzte Punkt.
Der Vergleich muss über die Lebensdauer laufen, nicht über den Anschaffungspreis. Auf der Kaufseite stehen Lizenzen, Einführung, Schulung, Anpassungen, spätere Migration. Auf der Bauseite Entwicklung, Betrieb, Pflege, Sicherheitsaktualisierungen, Weiterentwicklung und das Risiko, dass Wissen an einzelnen Personen hängt. Auf beiden Seiten gehören interne Stunden in die Rechnung, weil sie real anfallen und den Vergleich häufig kippen. Wer nur Lizenzkosten gegen ein Entwicklungsangebot stellt, vergleicht zwei unterschiedliche Dinge und trifft die Entscheidung faktisch nach Bauchgefühl.
Ein neutral durchgerechneter Fall: Ein Betrieb mit fünfzehn Innendienstmitarbeitenden prüft ein eigenes CRM, weil die Lizenzkosten stören. Die Rechnung über fünf Jahre stellt Lizenzen, Einführung und Schulung der Standardlösung den Kosten einer Eigenentwicklung gegenüber — inklusive Pflege, Betrieb und Weiterentwicklung, denn eine Erstversion allein reicht nicht. In dieser Grössenordnung gewinnt die Standardlösung fast immer deutlich, weil die laufende Verantwortung stärker wiegt als die Lizenzsumme. Anders sieht es aus, wenn ein einzelner, wirklich eigener Ablauf im Zentrum steht.
Es gibt einen dritten Weg, der oft übersehen wird: Standard kaufen und nur das differenzierende Stück selbst bauen, sauber über Schnittstellen verbunden. Das hält den Eigenanteil klein und lässt den Rest vom Hersteller pflegen. Wichtig ist in jedem Fall, die Entscheidung samt Annahmen zu dokumentieren und nach zwölf bis vierundzwanzig Monaten erneut zu prüfen. Marktangebot, Nutzerzahl und Anforderungen ändern sich — eine Entscheidung, die 2026 richtig war, ist es 2029 nicht automatisch noch.
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Total Cost of Ownership (TCO)Häufige Fragen zu Make-or-Buy
Zwei genügen für die Vorauswahl: Verdient der Betrieb mit diesem Ablauf sein Geld, und gibt es ein Produkt, das achtzig Prozent des Bedarfs abdeckt? Lautet die Antwort nein und ja, ist Kaufen praktisch immer richtig. Nur wenn der Ablauf differenzierend ist und kein Produkt passt, lohnt sich der vollständige Kostenvergleich über mehrere Jahre.
Weil Standardsoftware die Kosten für Entwicklung, Pflege und Sicherheit auf viele Kunden verteilt und weil eine Eigenentwicklung nicht mit der Auslieferung endet, sondern dort beginnt. Ein KMU übernimmt mit dem Selberbauen eine dauerhafte Betriebsverantwortung. Das ist gerechtfertigt, wenn daraus ein echter Vorteil entsteht — sonst bindet es Kapazität ohne Gegenwert.
Ja, aber die Korrektur kostet. Deshalb gehört zur Entscheidung immer der Blick auf den Ausstieg: Wie kommen Daten aus dem gekauften Produkt heraus, und wer könnte eine Eigenentwicklung übernehmen, wenn der heutige Dienstleister ausfällt? Wer beide Wege offenhält, kann eine Fehlentscheidung mit überschaubarem Aufwand drehen.
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