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Disavow.

Disavow bezeichnet das Entwerten von Backlinks über ein Werkzeug in der Google Search Console: Man lädt eine Liste von Links oder Domains hoch, die Google bei der Bewertung der eigenen Website ignorieren soll. Google empfiehlt das Tool nur in Ausnahmefällen, etwa nach gekauften Links oder einer manuellen Massnahme.

Illustration zu «Disavow»: Code-Editor mit der Datei disavow.txt disavow.txt1#Spam-Links,nichtselbstgesetzt2#Stand:14.10.20263domain:billige-links-4u.xyz4domain:seo-farm-123.top5https://spam-blog.info/post-992167#hochladeninderSearchConsole

Disavow — ausführlich erklärt

Google hat das Disavow-Tool 2012 eingeführt, in einer Zeit, in der viele Websites gekaufte oder künstlich erzeugte Links angesammelt hatten und Google begann, solche Linkmuster abzustrafen. Das Tool sollte Betreibern die Möglichkeit geben, sich von Links zu distanzieren, die sie nicht entfernen lassen konnten. Der Name kommt vom englischen «to disavow», sich von etwas lossagen.

Technisch ist das Vorgehen einfach: Man erstellt eine Textdatei, in der jede Zeile entweder eine einzelne URL oder eine ganze Domain mit dem Präfix «domain:» enthält, und lädt sie in der Search Console für die betreffende Property hoch. Google berücksichtigt die Liste bei späteren Crawls; die Wirkung tritt deshalb nicht sofort ein. Eine neue Datei ersetzt die alte vollständig.

Google betont, dass die meisten Websites das Tool nie brauchen. Google erkennt minderwertige Links heute weitgehend selbst und ignoriert sie, statt die Zielwebsite dafür abzuwerten. Spam-Links von dubiosen Seiten, die ohne eigenes Zutun auftauchen, sind normal und kein Grund zur Sorge. Ein falsch eingesetztes Disavow kann dagegen schaden, wenn wertvolle Links versehentlich entwertet werden.

Sinnvoll ist Disavow vor allem in zwei Situationen: wenn Google in der Search Console eine manuelle Massnahme wegen unnatürlicher Links meldet, oder wenn bekannt ist, dass früher in grösserem Umfang Links gekauft oder getauscht wurden, etwa durch eine frühere Agentur, und diese Links nicht mehr entfernt werden können.

So läuft ein Disavow-Prozess ab

Zuerst wird das Linkprofil erfasst, aus der Search Console (Bericht «Links») und ergänzend aus SEO-Tools. Dann werden die Links geprüft: Welche stammen aus Linknetzwerken, bezahlten Artikeln oder automatisch erzeugten Seiten? Wo möglich, bittet man die Betreiber um Entfernung. Was nicht entfernt werden kann, kommt in die Disavow-Datei, bei eindeutigen Spam-Quellen als ganze Domain.

Bei einer manuellen Massnahme folgt danach ein Antrag auf erneute Überprüfung in der Search Console, der erklärt, welche Schritte unternommen wurden. Ohne manuelle Massnahme gibt es keinen solchen Antrag; man wartet, bis Google die Links neu bewertet.

Beispiel: Die Altlast einer früheren Agentur

Ein Onlineshop für Möbel hat vor einigen Jahren mit einer Agentur zusammengearbeitet, die Hunderte Links aus Artikelverzeichnissen mit immer gleichem Ankertext gesetzt hat. In der Search Console erscheint eine manuelle Massnahme wegen unnatürlicher eingehender Links. Die Verzeichnisse reagieren nicht auf Löschanfragen.

Die betroffenen Domains werden in einer Disavow-Datei erfasst, der Antrag auf Überprüfung dokumentiert den Ablauf. Parallel beginnt der Aufbau seriöser Erwähnungen über Lieferanten und Fachmedien. Die Prüfung des Linkprofils ist Teil unseres Website-Audits; den laufenden, sauberen Linkaufbau beschreibt die Seite SEO-Betreuung.

Weiterführende Seite

Offpage-Optimierung

Häufige Fragen zu Disavow

In den allermeisten Fällen nicht. Google ignoriert minderwertige Links weitgehend selbst. Sinnvoll ist das Tool bei einer manuellen Massnahme wegen unnatürlicher Links oder wenn bekannt ist, dass in grösserem Umfang Links gekauft wurden.

Eine einfache Textdatei mit einer Zeile pro Eintrag. Einzelne Links werden als vollständige URL angegeben, ganze Domains mit dem Präfix domain:, zum Beispiel domain:spam-beispiel.com. Kommentare beginnen mit #.

Ja, wenn wertvolle Links versehentlich entwertet werden. Deshalb sollte jede Domain vor dem Eintrag geprüft und die Datei nicht aus einer automatischen Tool-Liste übernommen werden.

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