Google Core Update: was KMU tun, wenn die Rankings fallen
Nach einem Google Core Update fallen manche Websites ab, andere legen zu. Wer sofort umbaut, macht es oft schlimmer. Diese Diagnose in fünf Schritten zeigt, wie du mit der Search Console prüfst, ob das Update überhaupt die Ursache ist, welche Seiten betroffen sind und was danach wirklich hilft.

Wenn die Rankings nach einem Google Core Update fallen, ist der erste Schritt nicht das Umbauen, sondern die Diagnose: Fällt der Rückgang zeitlich mit dem Update zusammen, welche Seiten und Suchanfragen sind betroffen, und was zeigen die Seiten, die jetzt vor dir stehen? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lohnt sich eine Massnahme. Und die besteht fast immer darin, bestimmte Seiten gezielt besser zu machen, nicht die ganze Website neu zu bauen.
Wie oft diese Frage aufkommt, zeigt das Suchvolumen: «google update» wird in der Schweiz rund 210-mal im Monat gesucht, in den Sommermonaten 2026 zwischen 140 und 170 (Quelle: Google-Ads-Suchvolumen über DataForSEO, Schweiz, Deutsch, gemessen am 2026-10-10). Hinter vielen dieser Suchen steckt ein Inhaber oder eine Marketingverantwortliche, die gerade in die Search Console geschaut hat und erschrocken ist. Dieser Beitrag ist für genau diesen Moment.
Was ein Core Update ist und was nicht
Google ändert seine Suchsysteme laufend. Die meisten Änderungen sind klein und werden nicht angekündigt. Core Updates sind die grossen, breiten Anpassungen, die Google offiziell ankündigt und im Google Search Status Dashboard mit Beginn und Ende dokumentiert. Google beschreibt sie als Verbesserungen der Gesamtbewertung von Inhalten, nicht als Massnahme gegen bestimmte Websites.
Das Dashboard zeigt für die letzten Jahre einen recht regelmässigen Rhythmus (Quelle: Google Search Status Dashboard, Rubrik «Ranking», Stand: 2026-10-10):
| Core Update | Beginn | Abschluss |
|---|---|---|
| May 2026 core update | 21. Mai 2026 | 1. Juni 2026 |
| March 2026 core update | 27. März 2026 | 8. April 2026 |
| December 2025 core update | 11. Dezember 2025 | 29. Dezember 2025 |
| June 2025 core update | 30. Juni 2025 | 16. Juli 2025 |
| March 2025 core update | 13. März 2025 | 26. März 2025 |
(Das Dashboard nennt Beginn und Dauer. Die Abschlussdaten sind daraus berechnet und können um einen Tag abweichen.)
Daraus folgen zwei praktische Punkte. Erstens: Ein Rückgang mitten im Rollout ist noch kein Endergebnis. Die Positionen schwanken während der ein bis drei Wochen oft stark und stabilisieren sich erst danach. Zweitens: Wer einen Rückgang mit keinem dieser Zeiträume in Verbindung bringen kann, sollte die Ursache woanders suchen.
Wichtig ist auch, was ein Core Update nicht ist. Es ist keine manuelle Massnahme. Eine manuelle Massnahme sieht man in der Search Console unter «Sicherheit und manuelle Massnahmen», sie hat einen konkreten Grund, und nach der Behebung lässt sich eine Überprüfung beantragen. Ein Core Update dagegen hat keinen Bericht, keine Fehlermeldung und keinen Antrag auf Überprüfung.
Schritt 1: Ist das Update überhaupt die Ursache?
Ein Einbruch in der Kurve sieht immer gleich aus, egal was ihn ausgelöst hat. Bevor du dich mit Inhalten beschäftigst, schliesse die häufigsten anderen Ursachen aus:
| Mögliche Ursache | Woran du sie erkennst |
|---|---|
| Relaunch oder neue URLs | Rückgang beginnt am Tag der Umstellung, alte URLs liefern 404 oder fehlende Weiterleitungen |
| Technischer Fehler | Bericht zur Seitenindexierung zeigt plötzlich viele ausgeschlossene Seiten, noindex oder robots.txt geändert |
| Saison | Derselbe Rückgang zeigt sich im Vorjahr zur gleichen Zeit |
| Weniger Nachfrage | Impressionen sinken, Positionen bleiben stabil |
| Messänderung | Tracking-Code entfernt, Cookie-Banner neu, Analytics zeigt Rückgang, Search Console nicht |
Den Saisoncheck machst du in der Search Console mit «Vergleichen» und dem Vorjahreszeitraum. Ob die Nachfrage generell gesunken ist, zeigt ein Blick auf Google Trends: Wenn alle weniger suchen, bekommst auch du weniger Impressionen, ohne dass sich an deinen Positionen etwas geändert hat.
Die häufigste Verwechslung
Ein Rückgang der Klicks bei stabilen Positionen ist kein Ranking-Verlust. Er kann an sinkender Nachfrage liegen oder daran, dass Google mehr Antworten direkt im Suchergebnis zeigt, etwa in AI Overviews. Wie sich das messen lässt, steht im Beitrag AI Overviews: Traffic-Effekt richtig messen.Schritt 2: Vorher und nachher sauber vergleichen
Wenn das Update als Ursache plausibel ist, folgt der Vergleich in der Google Search Console. Wähle im Leistungsbericht «Datum» und dann «Vergleichen»: einen Zeitraum vor Beginn des Updates und einen gleich langen Zeitraum nach dessen Abschluss. Den Rollout selbst klammerst du aus, weil die Werte dort schwanken. Zwei bis drei Wochen pro Zeitraum genügen. Beide Zeiträume sollten am selben Wochentag beginnen, sonst verzerren Wochenenden den Vergleich.
Dann wechselst du zwischen den Tabs:
- Seiten. Welche URLs haben am meisten Klicks und Impressionen verloren? Sortiere nach der Differenz.
- Suchanfragen. Welche Suchbegriffe sind betroffen? Haben sich die Positionen verschoben oder nur die Impressionen?
- Gerät und Land. Betrifft der Rückgang nur Mobilgeräte oder nur die Schweiz? Das grenzt die Ursache ein.
Das Ergebnis ist eine kurze Liste, nicht ein Gefühl. Ein erfundenes, aber typisches Beispiel: «Die zwölf Ratgeberseiten haben 60 Prozent der Klicks verloren, die Leistungsseiten sind stabil.» Mit so einem Satz lässt sich arbeiten.
Schritt 3: Betroffene Seitentypen erkennen
Core Updates treffen selten eine ganze Website gleichmässig. Viel häufiger verlieren bestimmte Seitentypen. Bei KMU-Websites sind das erfahrungsgemäss:
- Dünne Ortsseiten. Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden. Google sieht darin wenig eigenen Wert.
- Generische Ratgeber. Artikel, die beantworten, was hundert andere Seiten genauso beantworten, ohne eigene Erfahrung, eigene Zahlen oder eigene Beispiele.
- Veraltete Seiten. Preise, Tools oder Regeln, die nicht mehr stimmen.
- Seiten mit falscher Absicht. Eine Verkaufsseite auf einen Begriff, bei dem Suchende eine Erklärung wollen, oder umgekehrt.
Gruppiere die Verlierer-URLs aus Schritt 2 nach Typ. Sind es vor allem eine oder zwei Gruppen, weisst du, wo du ansetzen musst. Sind es quer durch alle Typen einzelne Seiten, lohnt es sich, die Suchanfragen genauer anzuschauen.
Schritt 4: Suchabsicht und Konkurrenz prüfen
Nimm die fünf wichtigsten Suchanfragen mit dem grössten Verlust und google sie selbst, im Inkognito-Fenster und mit Standort Schweiz. Dann schaust du nicht auf deine Seite, sondern auf die Seiten, die jetzt oben stehen:
- Welche Art Seite rankt? Ratgeber, Vergleich, Verkaufsseite, Forum, Video?
- Wie ausführlich sind sie? Beantworten sie die Kernfrage im ersten Absatz?
- Zeigen sie eigene Erfahrung, etwa Fotos, Fallbeispiele, Zahlen, Namen?
Hat sich die Art der Ergebnisse verändert, hat Google die Suchabsicht neu interpretiert. Dann hilft es nicht, die bestehende Seite länger zu machen. Sie muss die neue Absicht bedienen, oder du akzeptierst, dass der Begriff nicht mehr zu deiner Seite passt.
Hat sich die Art nicht verändert, aber die Konkurrenz liefert mehr Substanz, liegt der Hebel bei der Qualität. Google verweist dafür auf seine Richtlinien für hilfreiche, verlässliche Inhalte und auf das Konzept E-E-A-T, also Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Was das im Einzelnen bedeutet, erklärt der Glossarbeitrag. Für KMU läuft es meist auf eine Frage hinaus: Sieht man der Seite an, dass hier jemand schreibt, der die Arbeit tatsächlich macht?
Schritt 5: Gezielt verbessern statt neu bauen
Aus den Schritten 2 bis 4 ergibt sich eine priorisierte Liste. Die Massnahmen sind unspektakulär, und genau deshalb wirken sie:
- Kernfrage zuerst beantworten. Die ersten zwei Sätze einer Seite sollten die Suchanfrage direkt beantworten, nicht einleiten.
- Eigenes ergänzen. Echte Projektbeispiele, eigene Fotos, eigene Zahlen mit Quelle, konkrete Schweizer Bezüge. Das ist der Teil, den kein Wettbewerber kopieren kann.
- Veraltetes aktualisieren. Preise, Fristen, Werkzeuge, mit sichtbarem Stand-Datum.
- Dünnes zusammenlegen. Zehn fast gleiche Ortsseiten sind oft schwächer als drei gute. Zusammenlegen mit 301-Weiterleitung statt löschen.
- Intern verlinken. Starke Seiten auf die überarbeiteten Seiten verweisen lassen.
Und dann: messen und warten. Google schreibt, dass sich Verbesserungen an Inhalten teils schon zwischen Updates zeigen, grössere Veränderungen aber oft erst mit einem späteren Core Update. Das können mehrere Monate sein. Eine Garantie, dass frühere Positionen zurückkommen, gibt es nicht, auch wenn das manche Agenturen gerne anders verkaufen.
Was du nicht tun solltest
Nach einem Ranking-Verlust ist der Druck gross, sofort etwas zu tun. Diese Reaktionen schaden mehr, als sie helfen:
- Panik-Relaunch. Ein neues Design mit neuer Struktur und neuen URLs macht die Diagnose unmöglich und bringt eigene Risiken. Wenn du die Ursache nicht kennst, baust du sie im neuen System womöglich wieder ein.
- Massenhaft Texte umschreiben lassen. Ohne Diagnose ändert man Seiten, die gar nicht betroffen waren, und verliert dort womöglich, was funktioniert hat.
- Backlinks kaufen. Ein Core Update ist kein Linkproblem. Gekaufte Links verstossen gegen Googles Richtlinien und schaffen ein neues Risiko.
- Täglich nachschauen und nachjustieren. Nach einem Update schwanken Positionen. Wer jeden Tag reagiert, misst am Ende nur seine eigenen Eingriffe.
Notiz im Diagramm
Setze in der Search Console Anmerkungen für Beginn und Ende des Updates und für jede Massnahme, die du danach umsetzt. In drei Monaten weisst du sonst nicht mehr, ob eine Erholung vom Update, von deiner Änderung oder von der Saison kommt.Fazit
Ein Google Core Update ist für ein KMU kein Notfall, sondern ein Anlass zur Diagnose. Der Ablauf bleibt immer gleich: andere Ursachen ausschliessen, vorher und nachher sauber vergleichen, betroffene Seitentypen finden, Suchabsicht und Konkurrenz prüfen und dann gezielt verbessern. Was hilft, sind dieselben Dinge, die auch ohne Update helfen: Seiten, die die Kernfrage sofort beantworten, eigene Erfahrung zeigen und aktuell sind.
Wenn du eine zweite Meinung zu einem Rückgang willst, zeigt unser kostenloser SEO-Check in wenigen Minuten, wo deine Startseite steht. Ein ausführliches SEO-Audit mit Ursachenanalyse kostet bei uns ab CHF 1'500, laufende SEO-Betreuung gibt es ab CHF 300 pro Monat für Local SEO und ab CHF 400 für Full-Service SEO. Mehr zu unserem Ansatz steht auf der Seite SEO.
Häufige Fragen
Was ist ein Google Core Update?+
Ein Core Update ist eine breite Anpassung der Systeme, mit denen Google Suchergebnisse bewertet. Es zielt nicht auf einzelne Websites oder Fehler, sondern auf die Frage, welche Inhalte eine Suchanfrage am besten beantworten. Google kündigt Core Updates im Search Status Dashboard an, mehrmals pro Jahr, und der Rollout dauert meist ein bis drei Wochen.
Wie erkenne ich, ob ein Core Update meine Rankings beeinflusst hat?+
Vergleiche in der Search Console einen Zeitraum vor Beginn des Updates mit einem gleich langen Zeitraum nach dessen Abschluss. Fällt der Rückgang zeitlich mit dem Rollout zusammen, betrifft er vor allem Positionen und nicht nur Impressionen, und gibt es keine andere Erklärung wie einen Relaunch, Saisoneffekte oder technische Fehler, ist das Update eine plausible Ursache.
Wie lange dauert es, bis sich Rankings nach einem Core Update erholen?+
Dafür gibt es keine feste Frist. Google schreibt, dass Verbesserungen an Inhalten teils schon zwischen Updates wirken, grössere Veränderungen sich aber oft erst mit einem späteren Core Update zeigen. Realistisch ist ein Zeitraum von mehreren Monaten. Eine Garantie, dass frühere Positionen zurückkommen, gibt es nicht.
Soll ich nach einem Ranking-Verlust die Website neu aufbauen?+
In aller Regel nicht. Ein Relaunch ändert URLs, Struktur und interne Links gleichzeitig und erschwert die Diagnose. Sinnvoller ist es, die betroffenen Seiten zu identifizieren, die Suchabsicht dahinter zu prüfen und diese Seiten gezielt zu verbessern. Ein Relaunch ist nur angebracht, wenn die Website ohnehin grundlegende technische oder inhaltliche Probleme hat.
Über den Autor
Daniel MüllerSenior Developer & SEO-Stratege
Daniel Müller ist Senior Developer und SEO-Stratege bei DLM Digital in Zürich. Mit über 10 Jahren Erfahrung in Webentwicklung, SEO, GEO/AEO und KI-Integration begleitet er Schweizer KMU bei der digitalen Transformation. Im DLM Magazin schreibt er über KI, Vibe Coding und moderne Suchmaschinen-Sichtbarkeit.


