Was ein SEO-Audit enthält: die Checkliste in sechs Bereichen
Ein SEO-Audit ist keine PDF-Datei mit 200 Warnungen, sondern eine priorisierte Liste dessen, was eine Website am Ranken hindert. Diese Checkliste zeigt, welche sechs Bereiche ein vollständiges Audit prüft, wie das Ergebnis aussehen sollte und woran du ein oberflächliches Audit erkennst.

Ein SEO-AuditEin SEO-Audit ist eine systematische Prüfung einer Website auf alles, was ihre Sichtbarkeit in Suchmaschinen beeinflusst: Technik, Inhalte, Struktur, interne…Mehr erfahren → ist eine systematische Prüfung deiner Website darauf, was ihre Sichtbarkeit bei Google und in KI-Suchen bremst und wo die grössten Hebel liegen. Ein vollständiges Audit prüft sechs Bereiche: Technik und IndexierungIndexierung ist der Prozess, bei dem Suchmaschinen wie Google Webseiten in ihren Index aufnehmen. Nur indexierte Seiten können in den Suchergebnissen…Mehr erfahren →, Seitenstruktur, Inhalte, interne Verlinkung, externe Signale sowie Local SEOLocal SEO ist die Optimierung für Suchanfragen mit Ortsbezug, etwa «Elektriker Uster» oder «Zahnarzt in der Nähe». Ziel ist, im Local Pack mit Karte, in Google…Mehr erfahren → und KI-Sichtbarkeit. Das Ergebnis ist keine Fehlerliste, sondern eine priorisierte Reihenfolge von Massnahmen mit Aufwand und erwarteter Wirkung.
Die folgende Checkliste zeigt, was in jeden Bereich gehört, wie ein brauchbares Ergebnis aussieht und woran du ein oberflächliches Audit erkennst. Eine kurze Definition des Begriffs steht im Glossar unter SEO-Audit.
Audit, Analyse, Check: wo der Unterschied liegt
Die Begriffe werden oft durcheinander verwendet. Eine nützliche Abgrenzung:
| Was es ist | Typisches Ergebnis | |
|---|---|---|
| SEO-Check | automatische oder kurze manuelle Prüfung der Startseite oder weniger Seiten | Ampel, Punktzahl, einige Hinweise |
| SEO-Analyse | Auswertung der Sichtbarkeit: welche Begriffe, welche Seiten, welche Konkurrenz | Bild der Ist-Situation |
| SEO-Audit | vollständige Prüfung aller sechs Bereiche, mit Bewertung und Priorisierung | Massnahmenplan |
Ein automatischer Check ist ein guter Anfang. Was er leisten kann und wo er an Grenzen stösst, beschreibt der Beitrag SEO-Checker: was die Tools messen. Wie du eine Website in sieben Schritten selbst analysierst, steht in Website analysieren.
Vor dem Audit: Zugänge und Daten
Ein Audit ohne Daten ist ein Raten mit Tabellen. Vor Beginn sollten diese Zugänge vorliegen:
- Google Search Console mit mindestens drei Monaten Daten,
- Web-Analyse (GA4, Plausible oder ein anderes Tool) mit Conversions, falls vorhanden,
- Google-Unternehmensprofil bei lokalen Betrieben,
- Angaben zu Hosting und CMSEin CMS (Content Management System, deutsch Redaktionssystem) ist eine Software, mit der Sie Texte, Bilder und Seiten einer Website über eine Bedienoberfläche…Mehr erfahren →, damit technische Empfehlungen umsetzbar sind,
- eine Liste der wichtigsten Leistungen und Zielgebiete, damit klar ist, wofür die Website ranken soll.
Bereich 1: Technik und Indexierung
Hier geht es um die Frage, ob Google die Seiten überhaupt finden, lesen und in den Index aufnehmen kann. Fehler in diesem Bereich wirken auf die ganze Website.
- Indexierungsbericht in der Search Console: Welche Seiten sind nicht indexiert, und aus welchem Grund?
- robots.txtDie robots.txt ist eine Textdatei im Web-Root, die Suchmaschinen-Crawlern mitteilt, welche Bereiche einer Website sie aufrufen dürfen und welche nicht. Sie…Mehr erfahren → und noindex: Ist nichts Wichtiges versehentlich gesperrt, etwa nach einem Relaunch?
- XML-SitemapEine XML-Sitemap ist eine maschinenlesbare Datei, die alle wichtigen URLs Ihrer Website auflistet — damit Suchmaschinen wie Google alle Seiten finden und…Mehr erfahren →: enthält sie nur indexierbare, kanonische URLs mit Status 200?
- Statuscodes: Weiterleitungsketten, 404-Fehler auf intern verlinkten Seiten, alte URLs ohne 301.
- Canonical-Tags: zeigen sie auf die richtige Version (mit oder ohne www, mit oder ohne Schrägstrich)?
- HTTPS durchgängig, ohne gemischte Inhalte.
- Rendering: Stehen die Inhalte im HTMLHTML (Hypertext Markup Language) ist die Auszeichnungssprache, mit der der Inhalt und die Struktur jeder Webseite beschrieben werden: Überschriften, Absätze,…Mehr erfahren → oder erst nach JavaScript? Was Google ohne JavaScript nicht sieht, wird später oder gar nicht verarbeitet. Das gilt erst recht für KI-CrawlerKI-Crawler sind Bots von KI-Anbietern, die Websites abrufen, um Sprachmodelle zu trainieren oder um Inhalte für Antworten in Echtzeit zu holen. Beispiele sind…Mehr erfahren →.
- Ladezeit und Core Web Vitals auf dem Smartphone, gemessen mit Felddaten, nicht nur im Labor.
- Mobile Darstellung: lesbare Schrift, keine überlappenden Elemente, keine Pop-ups, die den Inhalt verdecken.
Häufigster Fund nach einem Relaunch
Alte URLs ohne Weiterleitung. Die Seiten verschwinden aus dem Index, ihre Rankings und eingehenden Links gehen verloren. Ein Audit nach dem Relaunch prüft deshalb alle früher indexierten Adressen gegen die neue Website.Bereich 2: Seitenstruktur und Metadaten
- Eine Seite pro Thema: Hat jede wichtige Leistung eine eigene Seite? Oder steht alles auf einer Sammelseite?
- Title-Tags: eindeutig, Hauptbegriff vorne, nicht abgeschnitten.
- Meta-Descriptions: beschreiben konkret, was die Seite liefert.
- Überschriften: genau eine H1 pro Seite, darunter eine logische H2- und H3-Struktur.
- URL-Struktur: sprechend, kurz, ohne Parameter-Wildwuchs.
- Strukturierte Daten: Organisation, lokales Unternehmen, Breadcrumbs, Leistungen. Schema ist kein Ranking-Booster, hilft aber beim Verständnis der Seite.
Bereich 3: Inhalte und Suchintention
Das ist der Bereich, den automatische Tools am schlechtesten bewerten, und oft der wichtigste.
- Suchintention: Passt der Seitentyp zu dem, was Google für den Hauptbegriff zeigt? Stehen vorne Ratgeber, ist eine reine Leistungsbeschreibung im Nachteil, und umgekehrt.
- Direkte Antwort: Beantwortet der erste Absatz die Frage hinter der Suche?
- Thin Content: Gibt es viele fast identische Seiten, etwa Ortsseiten mit ausgetauschtem Namen?
- Keyword-Kannibalisierung: Konkurrieren mehrere eigene Seiten um denselben Begriff?
- Aktualität: Stimmen Preise, Öffnungszeiten, Ansprechpersonen?
- Vertrauen (E-E-A-T): Wer steht hinter dem Angebot, mit welcher Erfahrung, welchen Referenzen, welcher Adresse?
- Lücken: Welche Fragen beantworten die Seiten vor dir, deine aber nicht?
Bei grösseren Websites lohnt sich ein eigenes Content-Audit, das jede Seite nach Behalten, Überarbeiten, Zusammenlegen oder Löschen einordnet.
Bereich 4: Interne Verlinkung
- Klicktiefe: Sind wichtige Seiten in höchstens drei Klicks von der Startseite erreichbar?
- Verwaiste Seiten: Gibt es Seiten ohne einen einzigen eingehenden internen Link?
- Linktexte: beschreibend («Badsanierung in Uster») statt «hier klicken».
- Navigation und Footer: verlinken sie die Seiten, die Umsatz bringen?
Wie man verwaiste Seiten findet und sauber einbindet, zeigt der Beitrag Verwaiste Seiten und interne Verlinkung.
Bereich 5: Externe Signale
- Eingehende Links: Woher kommen sie, sind sie thematisch passend, gibt es auffällige Muster?
- Erwähnungen der Marke ohne Link, etwa in Branchenverzeichnissen oder Lokalmedien.
- Firmendaten in Verzeichnissen: einheitlicher Name, Adresse, Telefon (NAP).
Ehrlicherweise: Für Backlink-Daten gibt es keine vollständige Quelle. Jedes Tool sieht nur einen Ausschnitt. Ein Audit sollte offen sagen, welche Datenquelle verwendet wurde.
Bereich 6: Local SEO und KI-Sichtbarkeit
Für lokale Betriebe und für alle, die in KI-Antworten genannt werden wollen, kommen eigene Prüfpunkte dazu.
Local SEO
- Google-Unternehmensprofil: Hauptkategorie, Leistungen, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen.
- Sichtbarkeit im Local Pack an den wichtigen Orten, nicht nur am Firmensitz.
- Ortsbezug auf der Website: Adresse, Einzugsgebiet, Ortsseiten mit echtem Unterschied.
KI-Suche
- Können KI-Crawler die Seiten abrufen, oder werden sie in der robots.txt oder durch eine Firewall blockiert?
- Stehen klare, zitierfähige Aussagen im HTML: Leistungen, Preise, Einzugsgebiet, Ansprechpersonen?
- Gibt es eine llms.txt und konsistente Angaben zur Organisation?
Einen ersten Eindruck dazu gibt unser kostenloser KI-Sichtbarkeits-Check mit 13 Prüfpunkten.
So sieht ein brauchbares Ergebnis aus
Ein Audit ist erst dann nützlich, wenn es Entscheidungen erleichtert. Ein gutes Ergebnis enthält:
- Eine Zusammenfassung auf einer Seite: die drei bis fünf wichtigsten Befunde in normaler Sprache.
- Eine priorisierte Massnahmenliste: jede Massnahme mit Begründung, Aufwand (klein, mittel, gross), erwarteter Wirkung und betroffenen URLs.
- Eine klare Reihenfolge: zuerst, was die ganze Website betrifft (Indexierung, Technik), dann, was viele Seiten betrifft (Vorlagen, Navigation), zuletzt Einzelseiten.
- Die Datengrundlage: welcher Zeitraum, welche Tools, welche Einschränkungen.
- Was bewusst weggelassen wurde: Tool-Warnungen ohne Einfluss, zum Beispiel fehlende Alt-Texte bei rein dekorativen Bildern.
Woran du ein oberflächliches Audit erkennst
Es besteht hauptsächlich aus Screenshots eines Crawlers, nennt einen Gesamtscore, unterscheidet nicht zwischen wichtigen und unwichtigen Warnungen, verwendet keine Search-Console-Daten und endet mit einem Angebot für ein Linkpaket.Beispiel: Audit einer Treuhand-Website vor dem Relaunch
Konstruiertes Beispiel, kein Kundenfall. Ein Treuhandbüro in Winterthur plant eine neue Website. Das Audit vorher könnte zu diesen Befunden kommen:
- 14 alte Blog-URLs mit Impressionen in der Search Console, die im neuen Konzept fehlen. Massnahme: 301-Weiterleitungen auf die inhaltlich passenden neuen Seiten, nicht pauschal auf die Startseite.
- Zwei Seiten konkurrieren um «buchhaltung winterthur». Massnahme: zusammenlegen, eine davon weiterleiten.
- Die Leistung «Steuererklärung für Privatpersonen» hat keine eigene Seite, obwohl in der Search Console viele Impressionen dafür auflaufen. Massnahme: eigene Seite im neuen Konzept.
- Das Unternehmensprofil hat eine zu allgemeine Hauptkategorie. Massnahme: Kategorie anpassen, Leistungen ergänzen.
- Die Ladezeit ist unkritisch. Massnahme: keine, ausser sie verschlechtert sich mit der neuen Website.
Gerade der letzte Punkt zeigt den Wert eines Audits: Es sagt auch, was nicht wichtig ist. So fliesst das Budget dorthin, wo es wirkt.
Wann sich ein Audit lohnt
- Vor einem Relaunch, um Rankings, Weiterleitungen und Inhalte zu sichern.
- Nach einem Relaunch, um zu prüfen, ob alles angekommen ist.
- Nach einem deutlichen Sichtbarkeitsverlust, um Ursachen von Rauschen zu trennen.
- Bevor eine laufende SEO-Betreuung startet, damit die ersten Monate an den richtigen Stellen ansetzen.
- Etwa einmal jährlich als Bestandsaufnahme.
Bei DLM Digital beginnt ein vollständiges Website-Audit bei CHF 1'500, mit priorisierter Massnahmenliste und Besprechung. Wer vorher selbst prüfen will, findet auf unserer Seite SEO-Analyse die wichtigsten Schritte, und der kostenlose SEO-Check zeigt in kurzer Zeit, ob grundlegende Probleme bestehen. Die Umsetzung danach übernimmt auf Wunsch die SEO-Betreuung ab CHF 300 pro Monat für Local SEO oder ab CHF 400 pro Monat für Full-Service-SEO.
Fazit
Ein SEO-Audit ist dann gut, wenn du danach weisst, was du als Nächstes tun sollst und was du getrost ignorieren kannst. Es prüft Technik, Struktur, Inhalte, Verlinkung, externe Signale und lokale sowie KI-Sichtbarkeit, stützt sich auf echte Daten aus der Search Console und liefert eine Reihenfolge statt einer Fehlerflut.
Häufige Fragen
Was ist ein SEO-Audit?+
Ein SEO-Audit ist eine systematische Prüfung einer Website darauf, was ihre Sichtbarkeit in Suchmaschinen verhindert oder verbessern kann. Geprüft werden Technik, Indexierung, Inhalte, Seitenstruktur, interne Verlinkung, externe Signale und bei lokalen Betrieben das Google-Unternehmensprofil. Das Ergebnis ist eine priorisierte Massnahmenliste mit Aufwand und erwarteter Wirkung, nicht nur eine Liste von Fehlermeldungen.
Was kostet ein SEO-Audit in der Schweiz?+
Das hängt vom Umfang der Website und der Tiefe der Prüfung ab. Ein automatischer Tool-Bericht ist oft kostenlos, ersetzt aber keine Bewertung durch eine Fachperson. Bei DLM Digital beginnt ein vollständiges Website-Audit mit priorisierter Massnahmenliste bei CHF 1'500. Grössere Websites, Shops oder mehrsprachige Auftritte brauchen entsprechend mehr Zeit.
Wie lange dauert ein SEO-Audit?+
Für eine typische KMU-Website mit einigen Dutzend Seiten ist ein gründliches Audit in der Regel eine Sache von Tagen, nicht von Wochen. Länger dauert es bei grossen Shops, vielen Sprachversionen oder wenn zuerst Zugriffe auf Search Console, Analytics und Hosting organisiert werden müssen.
Wie oft sollte man ein SEO-Audit machen?+
Ein vollständiges Audit lohnt sich vor und nach einem Relaunch, nach einem deutlichen Sichtbarkeitsverlust und sonst etwa einmal im Jahr. Dazwischen genügt ein laufendes Monitoring von Indexierung, Fehlern und Rankings, wie es eine monatliche SEO-Betreuung abdeckt.
Kann ich ein SEO-Audit selbst machen?+
Teilweise. Mit der Google Search Console, PageSpeed Insights und einem Crawler lassen sich viele technische Punkte selbst prüfen. Schwieriger ist die Bewertung: welche der gefundenen Punkte wirklich Rankings kosten, welche Seiten um dieselben Begriffe konkurrieren und in welcher Reihenfolge man vorgeht. Dafür braucht es Erfahrung mit vielen Websites.
Über den Autor
Daniel MüllerSenior Developer & SEO-Stratege
Daniel Müller ist Senior Developer und SEO-Stratege bei DLM Digital in Zürich. Mit über 10 Jahren Erfahrung in Webentwicklung, SEO, GEO/AEO und KI-Integration begleitet er Schweizer KMU bei der digitalen Transformation. Im DLM Magazin schreibt er über KI, Vibe Coding und moderne Suchmaschinen-Sichtbarkeit.


