SEO-Report: was ein monatlicher SEO-Bericht enthalten muss
Viele SEO-Berichte sind lang, bunt und sagen nichts. Ein guter Monatsbericht beantwortet drei Fragen: Was hat es gebracht, was wurde gemacht, was kommt als Nächstes? Dieser Beitrag zeigt den Aufbau eines brauchbaren SEO-Reports, welche Kennzahlen hineingehören und woran du einen Bericht erkennst, der mehr verschleiert als erklärt.

Ein monatlicher SEO-Report sollte auf wenigen Seiten drei Fragen beantworten: Was hat die Suchmaschinenoptimierung im letzten Monat gebracht, was wurde konkret gemacht, und was ist als Nächstes geplant? Dazu gehören Anfragen aus der organischen Suche, Klicks und ImpressionenEine Impression ist eine Einblendung: Ein Suchergebnis, eine Anzeige oder ein Beitrag wurde einer Person angezeigt. In der Google Search Console zählt eine…Mehr erfahren → aus der Search Console, die Entwicklung der wichtigsten Rankings, eine Liste der erledigten Massnahmen mit Datum und ein Plan für den nächsten Monat. Alles andere ist Beiwerk.
Wer eine laufende SEO-Betreuung bezahlt, sollte den Bericht in fünf Minuten verstehen können. Dieser Beitrag zeigt den Aufbau, die Kennzahlen, typische Warnsignale und eine Vorlage, die du mit deiner Agentur oder intern verwenden kannst. Der Begriff selbst ist im Glossar unter SEO-Reporting erklärt.
Der Aufbau eines guten SEO-Reports
1. Zusammenfassung in drei Sätzen
Ganz oben steht, was die Geschäftsleitung wissen muss: Wie hat sich die organische Suche entwickelt, was war der wichtigste Befund, was ist die nächste Priorität. Ohne Fachbegriffe, ohne Grafiken.
Beispiel: «Die Anfragen über die organische Suche liegen leicht über dem Vormonat, die Klicks für Badsanierung in Uster sind gestiegen. Die Seite zum Boilerservice ist nach der Überarbeitung noch nicht vorangekommen. Im November überarbeiten wir sie erneut und ergänzen zwei Fragen aus der Box ‹Ähnliche Fragen›.»
2. Geschäftszahlen
- Anfragen aus der organischen Suche (Formulare, E-Mail-Klicks),
- Anruf-Klicks und WhatsApp-Klicks von organischen Besuchen,
- bei Shops: Bestellungen und Umsatz aus der organischen Suche.
Diese Zahlen kommen aus der Web-Analyse, nicht aus der Search Console. Sie setzen ein sauberes Conversion-Tracking voraus. Welche Ziele ein KMU dafür messen sollte, beschreibt der Beitrag Conversion-Tracking: welche Ziele KMU messen sollten.
Anruf-Klick ist nicht Anruf
Ein Klick auf eine Telefonnummer zeigt die Absicht anzurufen, nicht ein geführtes Gespräch. Ein ehrlicher Bericht schreibt deshalb «Anruf-Klicks» und nicht «Anrufe», solange kein echtes Anruf-Tracking dahintersteht.3. Sichtbarkeit in der Google-Suche
Aus der Google Search Console, gefiltert auf die Schweiz:
- Klicks und Impressionen gesamt und für die wichtigsten Seiten,
- Klickrate (CTR) für Seiten mit vielen Impressionen,
- Suchbegriffe nach Positionsbändern: wie viele auf 1 bis 3, 4 bis 10, 11 bis 20,
- neue Suchbegriffe, für die die Website erstmals erscheint.
Wichtig: Markensuchen (Firmenname) getrennt ausweisen. Steigende Klicks auf den eigenen Namen zeigen Bekanntheit, sagen aber wenig über SEO-Erfolg bei Neukunden.
4. Rankings
Die Entwicklung eines festen Keyword-Sets, gemessen an festen Orten, ausgewertet als Trend. Wie man so ein Set aufbaut, steht im Beitrag Rank Tracking: Rankings richtig messen. Im Bericht reicht eine verdichtete Darstellung: Positionsbänder, die grössten Gewinner und Verlierer, Veränderungen im Local Pack.
5. Erledigte Massnahmen
Eine Liste mit Datum, Seite und Art der Arbeit, zum Beispiel:
| Datum | Seite | Massnahme |
|---|---|---|
| 07.10. | /badsanierung-uster | Titel und erster Absatz überarbeitet, zwei Fragen ergänzt |
| 14.10. | Unternehmensprofil | 12 neue Fotos, Leistungen ergänzt |
| 21.10. | ganze Website | drei defekte interne Links korrigiert |
| 28.10. | /boilerservice | neue Seite veröffentlicht |
Ohne diese Liste lässt sich nicht nachvollziehen, warum sich etwas verändert hat, und auch nicht, wofür die monatliche Gebühr verwendet wurde.
6. Technische Befunde
Nur, was neu ist oder sich verändert hat: Seiten, die aus dem Index gefallen sind, neue 404-Fehler, Verschlechterungen bei den Core Web Vitals, Warnungen aus der Search Console.
7. Plan für den nächsten Monat
Drei bis fünf konkrete Massnahmen mit Begründung. Wenn etwas aus dem letzten Plan nicht erledigt wurde, gehört das ebenfalls hierher.
Vergleichszeiträume richtig wählen
Eine Zahl ohne Vergleich ist wertlos. Für SEO-Berichte haben sich zwei Vergleiche bewährt:
- Vormonat, um kurzfristige Veränderungen zu sehen,
- Vorjahresmonat, um saisonale Effekte herauszurechnen. Ein Gartenbaubetrieb hat im Oktober naturgemäss weniger Suchen als im April.
Zusätzlich hilft ein gleitender Durchschnitt über drei Monate, um Ausreisser zu glätten. Sinkt eine Zahl, gehört eine Erklärung dazu: Saison, Google-Update, technisches Problem, Wettbewerb oder noch unklar.
Welche Kennzahlen nicht an die erste Stelle gehören
Viele Berichte führen mit Zahlen, die gut aussehen, aber wenig aussagen:
- Tool-Scores wie «Domain-Stärke» oder «Site-Health 94 %». Das sind Berechnungen eines einzelnen Anbieters, keine Google-Werte.
- Anzahl BacklinksBacklinks sind Links von anderen Websites, die auf Ihre Website verweisen. Google wertet sie als Vertrauenssignal: Wer oft und von starken Quellen verlinkt…Mehr erfahren → ohne Bewertung der Qualität.
- Gesamtzahl rankender Keywords, wenn darunter viele irrelevante Begriffe sind.
- Seitenaufrufe gesamt, ohne Trennung nach Kanal.
Diese Zahlen dürfen im Anhang stehen. Entscheidungen werden auf Basis von Anfragen, Klicks und relevanten Positionen getroffen. Wie man den Nutzen von SEOSEO (Search Engine Optimization) ist die Gesamtheit aller Massnahmen, um eine Website in den organischen (unbezahlten) Suchergebnissen von Google & Co. besser…Mehr erfahren → gegenüber der Geschäftsleitung begründet, auch wenn die Zuordnung nicht perfekt ist, beschreibt der Beitrag SEO-Budget intern rechtfertigen.
Warnsignale in einem SEO-Bericht
Wenn du das siehst, nachfragen
Nur steigende Kurven, nie ein Rückgang. Keine Liste der erledigten Arbeiten. Kein Vergleich mit dem Vorjahr. Kennzahlen ausschliesslich aus dem Tool der Agentur, keine Search-Console-Daten. Rankings für Begriffe, nach denen niemand sucht. Ein Bericht von 30 Seiten, der jeden Monat gleich aussieht.Ebenfalls ein Warnsignal: Wenn du keinen eigenen Zugang zur Search Console und zur Web-Analyse hast. Diese Konten sollten auf deine Firma laufen. Die Agentur bekommt Nutzerrechte, nicht das Eigentum. Das gilt genauso für Google AdsGoogle Ads ist die Werbeplattform von Google. Unternehmen schalten damit Anzeigen in der Google-Suche, auf YouTube, im Display-Netzwerk, in Gmail und in Google…Mehr erfahren →, wie der Beitrag Google-Ads-Konto: warum es dir gehören muss beschreibt.
Vorlage: SEO-Monatsbericht auf einer Seite
Für ein KMU reicht oft eine einzige Seite:
- Zusammenfassung (drei Sätze)
- Anfragen aus organischer Suche: diesen Monat, Vormonat, Vorjahresmonat
- Klicks und Impressionen (ohne Markensuchen): diesen Monat, Vormonat, Vorjahresmonat
- Positionsbänder des Keyword-Sets: 1 bis 3, 4 bis 10, 11 bis 20
- Top drei Veränderungen: grösste Gewinner und Verlierer mit Erklärung
- Erledigte Massnahmen mit Datum
- Technische Befunde (nur Neues)
- Plan für den nächsten Monat (drei bis fünf Punkte)
Ein Dashboard kann den Bericht ergänzen, ersetzt aber nicht die Einordnung. Zahlen ohne Interpretation verschieben die Arbeit nur auf den Leser.
Beispiel: Bericht eines lokalen Elektrikers
Konstruiertes Beispiel, kein Kundenfall. Ein Elektrikerbetrieb mit zwei Standorten im Kanton Zürich erhält jeden Monat einen Bericht in dieser Form. Im September zeigt er:
- Die Anfragen über das Kontaktformular aus der organischen Suche sind gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen, gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Erklärung: Ferienzeit im Vormonat war ungewöhnlich stark.
- Die Seite «E-Mobilität Ladestation» erscheint neu für mehrere Begriffe auf Seite eins, nachdem sie im August überarbeitet wurde.
- Im Local PackDer Local Pack (auch: Map Pack oder Google 3-Pack) ist der Block in der Google-Suche, der drei lokale Unternehmen mit Karte anzeigt — bei Suchanfragen mit…Mehr erfahren → ist der Betrieb am zweiten Standort weniger sichtbar als am Hauptsitz. Massnahme für Oktober: Profil des zweiten Standorts vervollständigen, eigene Fotos, Bewertungsanfragen an Kundinnen und Kunden aus diesem Gebiet.
Der Geschäftsführer liest daraus in wenigen Minuten, was passiert ist und was als Nächstes kommt. Mehr braucht ein Bericht nicht.
Ein Bericht für mehrere Kanäle
Viele KMU arbeiten gleichzeitig an SEO, Google Ads und zunehmend an der Sichtbarkeit in KI-Antworten. Drei getrennte Berichte von drei Stellen führen schnell dazu, dass jeder Kanal sich die gleichen Anfragen zuschreibt. Besser ist ein gemeinsamer Bericht mit einer Seite pro Kanal und einer Übersicht davor:
- Übersicht: alle Anfragen des Monats, aufgeteilt nach Herkunft (organische Suche, Anzeigen, KI-Assistenten, direkt, Empfehlung). Die Summe muss mit den tatsächlich eingegangenen Anfragen übereinstimmen.
- SEO: Klicks, Impressionen, Positionsbänder, erledigte Massnahmen.
- Google Ads: Kosten, Anfragen, Kosten pro Anfrage, wichtigste Anpassungen.
- KI-Sichtbarkeit: Nennungen und Quellenlinks für eine feste Liste von Fragen, Besuche von KI-Assistenten.
Stimmen die Summen nicht überein, ist das kein Detail, sondern ein Hinweis auf doppelte Zählung oder fehlendes Tracking. Ein guter Bericht erwähnt das offen, statt die Zahlen schönzurechnen.
Fragen, die du deiner Agentur stellen kannst
- Welche Kennzahl betrachtet ihr als wichtigste für unser Geschäft, und warum?
- Woher stammen die Zahlen, und habe ich selbst Zugang zu den Quellen?
- Welche Arbeiten wurden im letzten Monat konkret erledigt?
- Was hat nicht funktioniert, und was ändert ihr deshalb?
- Wie trennt ihr Markensuchen von Suchen nach Leistungen?
Unser Bericht in der SEO-Betreuung
In unserer SEO-Betreuung gehört ein monatlicher Bericht nach diesem Aufbau zum Standard: Anfragen, Search-Console-Daten, Rankings, erledigte Massnahmen und Plan. Local SEOLocal SEO ist die Optimierung für Suchanfragen mit Ortsbezug, etwa «Elektriker Uster» oder «Zahnarzt in der Nähe». Ziel ist, im Local Pack mit Karte, in Google…Mehr erfahren → beginnt bei CHF 300 pro Monat, Full-Service-SEO bei CHF 400 pro Monat. Wer zusätzlich die Sichtbarkeit in KI-Antworten verfolgen will, findet im GEO-Angebot ab CHF 300 pro Monat einen eigenen Monatsbericht mit bis zu 20 Prompts auf fünf Plattformen. Garantien für Positionen geben wir nicht. Wir berichten, was sich messbar verändert hat, auch wenn es einmal nicht nach oben geht.
Wenn du zuerst wissen willst, wo deine Website heute steht, beginnt der Weg mit dem kostenlosen SEO-Check oder einem Website-Audit ab CHF 1'500.
Fazit
Ein guter SEO-Report ist kurz, beginnt mit Anfragen statt mit Rankings, vergleicht jede Zahl mit Vormonat und Vorjahr, listet die erledigten Arbeiten mit Datum und endet mit einem Plan. Wer so berichtet, macht SEO nachvollziehbar, auch in Monaten, in denen die Kurve einmal nach unten zeigt.
Häufige Fragen
Was gehört in einen monatlichen SEO-Report?+
Ein guter SEO-Report beginnt mit den Geschäftszahlen, also Anfragen, Anrufen oder Bestellungen aus der organischen Suche. Danach folgen Klicks und Impressionen aus der Google Search Console, die Entwicklung der wichtigsten Rankings, die erledigten Massnahmen mit Datum, auffällige technische Befunde und die geplanten Schritte für den nächsten Monat. Jede Zahl sollte mit dem Vormonat und dem Vorjahresmonat verglichen werden.
Welche SEO-Kennzahlen sind wirklich wichtig?+
Für KMU sind Anfragen aus der organischen Suche die wichtigste Kennzahl, gefolgt von organischen Klicks, Impressionen für relevante Begriffe und der Anzahl Suchbegriffe auf der ersten Ergebnisseite. Domain-Kennzahlen aus Tools, die Anzahl Backlinks oder ein Gesamtscore sind Hilfsgrössen und gehören nicht an die erste Stelle.
Wie oft sollte ein SEO-Bericht kommen?+
Monatlich ist für die meisten KMU richtig. Kürzere Abstände zeigen vor allem Schwankungen, längere Abstände lassen Probleme zu lange unbemerkt. Rund um einen Relaunch oder eine Migration ist eine wöchentliche Kurzmeldung sinnvoll.
Woran erkenne ich einen schlechten SEO-Report?+
An vielen Grafiken ohne Erklärung, an Kennzahlen, die nur aus dem Tool der Agentur stammen, an fehlenden Vergleichszeiträumen, an fehlenden Angaben zu den erledigten Arbeiten und daran, dass sinkende Werte nicht erwähnt oder nicht erklärt werden. Ein guter Bericht benennt auch, was nicht funktioniert hat.
Über den Autor
Daniel MüllerSenior Developer & SEO-Stratege
Daniel Müller ist Senior Developer und SEO-Stratege bei DLM Digital in Zürich. Mit über 10 Jahren Erfahrung in Webentwicklung, SEO, GEO/AEO und KI-Integration begleitet er Schweizer KMU bei der digitalen Transformation. Im DLM Magazin schreibt er über KI, Vibe Coding und moderne Suchmaschinen-Sichtbarkeit.


