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Digital Business

Google-Ads-Konto: richtig anlegen und warum es dir gehören muss

Viele KMU merken erst bei der Kündigung, dass ihr Google-Ads-Konto der Agentur gehört, samt Daten, Conversion-Historie und gelernten Geboten. So legst du ein Konto sauber an, gibst der Agentur Zugriff über ein Verwaltungskonto und behältst den Administratorzugang selbst.

Daniel Müller9 Min. Lesezeit
Google-Ads-Konto: richtig anlegen und warum es dir gehören muss

Ein Google-Ads-Konto sollte immer dem Unternehmen gehören, das wirbt, nicht der Agentur, die die Kampagnen betreut. Konkret heisst das: Das Konto ist mit einer E-Mail-Adresse des Unternehmens angelegt, das Zahlungsprofil lautet auf das Unternehmen, und mindestens eine Person im Unternehmen hat Administratorzugang. Die Agentur bekommt Zugriff über ihr Verwaltungskonto. So bleiben Kampagnen, Daten und Conversion-Historie beim Unternehmen, auch wenn die Zusammenarbeit endet.

Das klingt selbstverständlich, ist es in der Praxis aber nicht. Viele KMU entdecken erst bei einem Agenturwechsel, dass sie gar kein eigenes Konto haben. Die Suche nach dem Thema ist überschaubar: «google ads konto» wird in der Schweiz rund 110-mal im Monat gesucht, «google ads konto erstellen» 30-mal, «google ads mcc» 20-mal (Quelle: Google-Ads-Suchvolumen über DataForSEO, Schweiz, Deutsch, gemessen am 2026-10-10). Gerade weil wenige danach fragen, lohnt sich der Blick, bevor Budget fliesst.

Warum das Eigentum am Konto so wichtig ist

Ein Google-Ads-Konto ist mehr als eine Sammlung von Anzeigen. Es enthält die Historie: welche Suchbegriffe Klicks gebracht haben, welche Anzeigen funktioniert haben, welche Klicks zu Anfragen wurden. Die automatischen Gebotsstrategien von Google lernen aus genau diesen Daten. Ein Konto mit zwei Jahren sauberer Conversion-Daten ist deshalb wertvoller als ein neues Konto mit demselben Budget.

Wenn dieses Konto der Agentur gehört, gehört ihr auch dieser Wert. Bei einer Kündigung gibt es dann drei mögliche Ausgänge, und keiner ist gut:

SituationFolge für das Unternehmen
Agentur übergibt das Konto freiwilligGlücksfall, aber abhängig vom Goodwill
Agentur behält das KontoNeues Konto, Historie und gelernte Gebote sind weg
Konto läuft über das Zahlungsprofil der AgenturKampagnen stoppen mit dem Vertragsende

Dazu kommt ein weniger sichtbares Risiko: Wer keinen Administratorzugang hat, sieht oft nur Berichte, die ihm die Agentur schickt. Was tatsächlich im Konto passiert, welche Suchbegriffe Budget verbrauchen und wie viel davon an die Agentur geht, bleibt unklar. Transparenz beginnt beim Zugang.

Dasselbe Grundprinzip gilt für die Website selbst. Der Beitrag Wem gehört eigentlich die Website? beschreibt es für Code, Domain, Inhalte und Daten. Das Google-Ads-Konto gehört in dieselbe Liste.

Die Zugriffsebenen in Google Ads

Google unterscheidet fünf Zugriffsebenen (Quelle: Google-Ads-Hilfe, «Zugriffsebenen in Ihrem Google Ads-Konto», Stand: 2026-10-10):

ZugriffsebeneWas sie darf
Nur E-MailErhält Benachrichtigungen und Berichte per E-Mail
AbrechnungSieht und bearbeitet Zahlungsinformationen, fügt Zahlungsmittel hinzu
SchreibgeschütztSieht Kampagnen, Planungstools und Nutzer, kann aber nichts ändern
StandardAlles von Schreibgeschützt plus Kampagnen bearbeiten
AdministratorVoller Zugriff, inklusive Zugriff vergeben, Zugriffsebenen ändern, Verwaltungskonten verknüpfen und trennen

Für ein KMU heisst das: Mindestens eine Person im Unternehmen braucht Administratorzugang, besser zwei, damit Ferien oder ein Personalwechsel nicht zum Problem werden. Die Agentur braucht keinen Administratorzugang, um gut zu arbeiten. Standardzugang oder die Verknüpfung mit ihrem Verwaltungskonto genügen.

Das Verwaltungskonto (MCC) erklärt

Ein Verwaltungskonto, früher «My Client Center» oder kurz MCC genannt, ist ein spezielles Google-Ads-Konto, mit dem eine Agentur mehrere Kundenkonten aus einer Oberfläche verwaltet. Es enthält selbst keine Kampagnen, sondern nur Verknüpfungen zu Kundenkonten.

Die Verknüpfung läuft immer gleich: Die Agentur schickt aus ihrem Verwaltungskonto eine Einladung an die Kundennummer des Kontos. Der Kunde nimmt die Einladung in seinem Konto unter «Verwaltungskonten» an. Ab dann können die Nutzer des Verwaltungskontos im Kundenkonto arbeiten, im Rahmen der Rechte, die ihnen die Agentur dort gibt. Der entscheidende Punkt: Der Kunde kann die Verknüpfung jederzeit wieder trennen. Sein Konto, seine Kampagnen und seine Daten bleiben dabei erhalten.

Laut Google-Hilfe gibt es dabei eine Besonderheit: Mit sogenanntem Inhaberzugriff können Administratoren des Verwaltungskontos auch Nutzerzugriffe, Verwaltungskonten und Produktverknüpfungen im Kundenkonto bearbeiten. Das ist für die Agentur praktisch, für den Kunden aber nur unbedenklich, solange er selbst Administrator bleibt und regelmässig prüft, wer Zugriff hat.

Die Prüfung in zwei Minuten

Öffne in Google Ads das Menü «Verwaltung» und dann «Zugriff und Sicherheit». Dort siehst du alle Nutzer mit ihrer Zugriffsebene und unter «Verwaltungskonten» alle verknüpften Agenturkonten. Stehen dort Personen, die nicht mehr im Unternehmen sind, oder Agenturen, mit denen du nicht mehr arbeitest? Dann ist jetzt der richtige Moment, aufzuräumen.

Ein Google-Ads-Konto richtig anlegen

Wer noch kein Konto hat, legt es am besten selbst an und lädt die Agentur danach ein. Der Ablauf:

  1. Firmen-E-Mail verwenden. Eine Adresse wie marketing@ oder ads@ der eigenen Domain, verbunden mit einem Google-Konto. Keine private Gmail-Adresse des Inhabers, keine Adresse der Agentur.
  2. Expertenmodus wählen. Google führt neue Konten standardmässig durch einen vereinfachten Einrichtungsassistenten, der direkt eine Kampagne erstellt. Über den Link zum Expertenmodus lässt sich das Konto ohne Kampagne anlegen. So entsteht keine halb eingerichtete Kampagne, die sofort Budget verbraucht.
  3. Zahlungsprofil auf das Unternehmen. Firmenname, Adresse und Zahlungsmittel des Unternehmens. Die Währung lässt sich später nicht mehr ändern, die Zeitzone ebenfalls nicht oder nur eingeschränkt, also beides gleich richtig setzen: Zürich und CHF.
  4. Zweiten Administrator hinzufügen. Eine zweite Person im Unternehmen mit Administratorzugang.
  5. Agentur einladen. Der Agentur die eigene Kundennummer (oben rechts im Konto, Format 123-456-7890) mitteilen und ihre Einladung unter «Verwaltungskonten» annehmen. Alternativ einzelne Personen der Agentur mit Standardzugang einladen.
  6. Werbetreibenden-Bestätigung. Google verlangt von vielen Werbetreibenden eine Bestätigung der Identität. Diese läuft auf das Unternehmen und sollte vom Unternehmen selbst erledigt werden.

Wenn bereits ein Konto bei der Agentur existiert, lohnt das Gespräch, bevor es zum Konflikt kommt. Fragen, die man stellen sollte: Unter welcher E-Mail ist das Konto angelegt? Wer ist Administrator? Auf wen lautet das Zahlungsprofil? Eine seriöse Agentur beantwortet das ohne Zögern.

Conversion-Tracking gehört ebenfalls dir

Das Konto ist nur so viel wert wie die Daten darin. Die wichtigsten Daten sind die Conversions: Anfragen, Anrufe, Käufe. Sie werden in Google Ads als Conversion-Aktionen angelegt und meist über den Google Tag Manager oder Google Analytics 4 erfasst. Wie das technisch funktioniert, beschreibt der Beitrag Conversion-Tracking mit dem Google Tag Manager.

Für das Eigentum gilt dieselbe Regel wie beim Ads-Konto:

WerkzeugEigentumZugang für die Agentur
Google AdsKonto des UnternehmensVerwaltungskonto oder Standard
Google Tag ManagerContainer im Konto des UnternehmensNutzer mit Bearbeitungsrechten
Google Analytics 4Property im Konto des UnternehmensNutzer mit Bearbeiterrolle
Merchant Center (Shops)Konto des UnternehmensNutzer oder Verwaltungskonto

Wer das sauber aufsetzt, kann die Agentur wechseln, ohne dass ein einziges Tag neu gebaut werden muss. Wer es nicht tut, merkt beim Wechsel, dass auch das Tracking mit der Agentur geht. Für Shops kommt das Merchant Center dazu, das im Beitrag zu Google Shopping und Merchant Center beschrieben ist.

Was bei einer Kündigung mitgeht

Wenn das Konto dir gehört, ist die Kündigung technisch unspektakulär:

  • Verknüpfung zum Verwaltungskonto der bisherigen Agentur trennen.
  • Einzelne Nutzerzugänge der Agentur entfernen.
  • Neue Agentur einladen oder selbst weiterarbeiten.

Erhalten bleiben Kampagnen, Anzeigen, Keywords, negative Keywords, Conversion-Aktionen, Zielgruppenlisten und die gesamte Datenhistorie. Die neue Agentur kann am ersten Tag sehen, was funktioniert hat und was nicht.

Was nicht automatisch mitgeht, sind Dinge ausserhalb des Kontos: Landingpages, die auf Servern der Agentur liegen, Berichte in Werkzeugen der Agentur, Anzeigentexte in deren Dokumenten. Auch das lohnt sich vertraglich zu regeln, bevor die Zusammenarbeit beginnt.

Ein Warnsignal

Wenn eine Agentur darauf besteht, das Konto in ihrem eigenen Namen und mit ihrem Zahlungsprofil zu führen und das Media-Budget mit Aufschlag weiterzuverrechnen, ist das nicht automatisch unseriös. Es bedeutet aber, dass du ohne sie nicht weiterwerben kannst. Frag nach, warum, und lass dir schriftlich bestätigen, was bei einer Kündigung passiert.

Fazit

Ein Google-Ads-Konto ist ein Unternehmenswert, kein Werkzeug der Agentur. Wer es mit einer Firmen-E-Mail anlegt, das Zahlungsprofil auf das Unternehmen setzt, selbst Administrator bleibt und der Agentur Zugriff über ihr Verwaltungskonto gibt, kann jederzeit wechseln, ohne bei null zu beginnen. Dasselbe gilt für Tag Manager, Analytics und Merchant Center. Die Einrichtung dauert eine Stunde, die Folgen einer falschen Einrichtung zeigen sich oft erst nach Jahren.

Wie wir Kampagnen aufsetzen und betreuen, steht auf der Seite Google Ads Spezialist und unter Google Ads Agentur Schweiz. Einen ausführlichen Einstieg ins Thema bietet unser Google-Ads-Leitfaden für KMU.

Häufige Fragen

Wem sollte das Google-Ads-Konto gehören?+

Dem Unternehmen, das wirbt. Das Konto sollte mit einer E-Mail-Adresse des Unternehmens angelegt sein, das Unternehmen sollte mindestens einen Administratorzugang behalten und das Zahlungsprofil sollte auf das Unternehmen lauten. Die Agentur arbeitet über ihr Verwaltungskonto oder einen Standardzugang. So bleiben Daten, Conversion-Historie und Kampagnen auch nach einem Agenturwechsel beim Unternehmen.

Was ist ein Google-Ads-Verwaltungskonto (MCC)?+

Ein Verwaltungskonto, früher My Client Center (MCC) genannt, ist ein Google-Ads-Konto, mit dem eine Agentur mehrere Kundenkonten verwalten kann, ohne sich in jedes einzeln einzuloggen. Der Kunde verknüpft sein Konto mit dem Verwaltungskonto der Agentur und kann diese Verknüpfung jederzeit wieder trennen. Das eigene Konto bleibt dabei bestehen.

Welche Zugriffsebenen gibt es in Google Ads?+

Google unterscheidet fünf Zugriffsebenen: Nur E-Mail, Abrechnung, Schreibgeschützt, Standard und Administrator. Nur Administratoren können anderen Zugriff geben, Zugriffsebenen ändern und Verwaltungskonten verknüpfen oder trennen. Für eine Agentur genügt in der Regel der Standardzugang oder die Verknüpfung mit ihrem Verwaltungskonto.

Was passiert mit dem Konto, wenn ich die Agentur wechsle?+

Wenn das Konto dir gehört, trennst du die Verknüpfung zum Verwaltungskonto der bisherigen Agentur und verknüpfst es mit dem der neuen. Kampagnen, Conversion-Aktionen, Zielgruppen und die gesamte Datenhistorie bleiben erhalten. Gehört das Konto der Agentur, musst du in der Regel ein neues Konto aufbauen und beginnst bei den Daten von vorne.

Über den Autor

Daniel Müller

Senior Developer & SEO-Stratege

Daniel Müller ist Senior Developer und SEO-Stratege bei DLM Digital in Zürich. Mit über 10 Jahren Erfahrung in Webentwicklung, SEO, GEO/AEO und KI-Integration begleitet er Schweizer KMU bei der digitalen Transformation. Im DLM Magazin schreibt er über KI, Vibe Coding und moderne Suchmaschinen-Sichtbarkeit.

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