Google-Ads-Agentur auswählen: Checkliste mit 12 Fragen für KMU
Eine Google-Ads-Agentur verwaltet dein Werbebudget. Ob sie dabei Anfragen bringt oder nur Klicks verbraucht, zeigt sich oft erst nach Monaten. Diese Checkliste hilft, schon vor dem Vertrag die richtigen Fragen zu stellen: zu Kontoeigentum, Tracking, Honorarmodell, Berichten und Kündigung.
Eine gute Google-Ads-Agentur erkennst du daran, dass sie vor dem ersten Keyword nach deinen Zielen, deiner Marge und dem Wert einer Anfrage fragt, das Konto auf deine Firma einrichtet, vor dem Start ein sauberes Conversion-TrackingConversion-Tracking misst, ob ein Besuch zu einer gewünschten Handlung führt: einer Anfrage, einem Anruf, einer Buchung oder einem Kauf. Es ist die Grundlage,…Mehr erfahren → aufsetzt und ihr Honorar offenlegt. Die folgende Checkliste mit zwölf Fragen hilft, Angebote zu vergleichen und Warnsignale früh zu erkennen, egal ob du eine Agentur in Zürich, Bern oder sonst in der Schweiz suchst.
Google AdsGoogle Ads ist die Werbeplattform von Google. Unternehmen schalten damit Anzeigen in der Google-Suche, auf YouTube, im Display-Netzwerk, in Gmail und in Google…Mehr erfahren → ist Teil der Suchmaschinenwerbung (SEA). Weil hier jeden Tag Geld fliesst, wirken Fehler schneller als bei SEOSEO (Search Engine Optimization) ist die Gesamtheit aller Massnahmen, um eine Website in den organischen (unbezahlten) Suchergebnissen von Google & Co. besser…Mehr erfahren →. Umso wichtiger ist die Auswahl.
Bevor du Agenturen anfragst: drei Zahlen klären
Eine Agentur kann nur so gut planen, wie du ihr Informationen gibst. Kläre vorher:
- Was ist eine Anfrage wert? Wie viele Anfragen werden zu Aufträgen, und was bringt ein Auftrag im Schnitt an Deckungsbeitrag? Daraus ergibt sich, was eine Anfrage höchstens kosten darf (Cost per Lead).
- Welches Werbebudget ist realistisch? Monatlich, über mindestens drei Monate. Wie Klickpreise in der Schweiz je nach Branche aussehen, zeigt der Beitrag Google Ads Kosten in der Schweiz.
- Was zählt als Erfolg? Anfragen über das Formular, Anrufe, Terminbuchungen, Bestellungen? Ohne klares Ziel wird am Ende über Klicks gesprochen.
Die Checkliste: 12 Fragen an jede Google-Ads-Agentur
Konto und Daten
1. Auf wen läuft das Google-Ads-Konto? Richtige Antwort: auf deine Firma, mit deinem Zahlungsprofil. Die Agentur verknüpft es mit ihrem Verwaltungskonto. Läuft das Konto auf die Agentur, verlierst du beim Wechsel Kampagnen, Daten und den Verlauf. Warum das so wichtig ist und wie man es richtig anlegt, beschreibt der Beitrag Google-Ads-Konto: warum es dir gehören muss.
2. Bekomme ich vollen Zugriff, jederzeit? Du solltest dich jederzeit selbst ins Konto einloggen können, mit Administratorrechten.
Tracking und Messung
3. Wie wird gemessen, ob eine Kampagne Anfragen bringt? Eine gute Agentur prüft vor dem Start das Conversion-Tracking: Formulare, Anruf-Klicks, gegebenenfalls Bestellungen, idealerweise mit Rückmeldung, welche Anfragen zu Aufträgen wurden. Ohne diese Daten optimiert Smart Bidding auf das falsche Ziel. Welche Ziele KMU messen sollten, steht im Beitrag Conversion-Tracking: welche Ziele KMU messen sollten.
4. Wer richtet das Tracking ein, und ist es datenschutzkonform? Einwilligungen, DatenschutzerklärungEine Datenschutzerklärung informiert Besucherinnen und Besucher einer Website darüber, welche Personendaten zu welchem Zweck bearbeitet werden, an wen sie…Mehr erfahren → und Consent-Einstellungen gehören dazu. Frag konkret, wie Formulare gezählt werden: erst nach erfolgreichem Absenden oder schon beim Klick auf den Knopf?
Strategie und Umsetzung
5. Welche Kampagnentypen schlagt ihr vor, und warum? Bei Dienstleistern ist eine klassische Suchkampagne oft der beste Start. Performance Max kann passen, braucht aber gute Conversion-Daten und klare Ausschlüsse. Eine Agentur sollte begründen können, warum sie welchen Typ empfiehlt. Mehr dazu im Beitrag Performance Max für KMU.
6. Wie geht ihr mit Suchbegriffen um, die nicht passen? Regelmässige Auswertung der tatsächlichen Suchbegriffe und konsequente ausschliessende Keywords sind Grundarbeit. Fragt die Agentur nicht danach, verbrennt das Budget leise.
7. Wer schreibt die Anzeigen und Zielseiten? Eine Anzeige ist nur so gut wie die Seite, auf die sie führt. Klare Leistung, Ort, Preisrahmen und ein einfacher Kontaktweg erhöhen den Qualitätsfaktor und senken die Kosten pro Anfrage.
Honorar und Vertrag
8. Wie setzt sich euer Honorar zusammen? Üblich sind drei Modelle:
| Modell | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| monatliche Pauschale | planbar, unabhängig vom Budget | kann bei sehr kleinem Budget hoch wirken |
| Prozent vom Werbebudget | wächst mit dem Umfang | Anreiz, das Budget zu erhöhen |
| Abrechnung nach Aufwand | flexibel | schwer planbar |
Wichtig ist nicht, welches Modell, sondern dass es offen ist und das Werbebudget getrennt direkt an Google geht.
9. Gibt es eine Mindestlaufzeit, und wie kündige ich? Eine Einrichtung braucht Zeit, eine gewisse Bindung ist verständlich. Eine lange Mindestlaufzeit ohne Ausstiegsmöglichkeit bei fehlender Leistung ist ein Warnsignal.
10. Was ist im Honorar enthalten, was nicht? Zum Beispiel: Anzahl Kampagnen, Anzeigentexte, Zielseiten, Tracking, Bildmaterial, Berichte, Besprechungen.
Berichte und Zusammenarbeit
11. Was steht im Monatsbericht? Gute Berichte zeigen Anfragen, Kosten pro Anfrage, Veränderungen gegenüber Vormonat, die erledigten Anpassungen und den Plan. Ein Bericht, der nur ImpressionenEine Impression ist eine Einblendung: Ein Suchergebnis, eine Anzeige oder ein Beitrag wurde einer Person angezeigt. In der Google Search Console zählt eine…Mehr erfahren →, Klicks und Klickrate zeigt, misst Aktivität, nicht Erfolg. Was ein guter Bericht allgemein enthalten sollte, beschreibt der Beitrag SEO-Report: was ein Monatsbericht enthalten muss, das Prinzip gilt für Google Ads genauso.
12. Wer ist meine Ansprechperson, und wie oft sprechen wir? Eine feste Person, die dein Konto kennt, ist mehr wert als ein Team, in dem jeden Monat jemand anderes antwortet.
Warnsignale
Hier lieber nicht unterschreiben
Garantierte Positionen oder garantierte Anzahl Anfragen. Konto auf die Agentur. Kein Wort zum Conversion-Tracking. Honorar, das nicht offengelegt wird oder im Klickpreis versteckt ist. Mindestlaufzeit von einem Jahr ohne Ausstieg. Berichte nur mit Klicks und Impressionen. Druck, sofort das Budget zu erhöhen.Ein weiteres Signal: Eine Agentur, die alle Fragen zu deiner Marge und deinem Verkaufsprozess überspringt und direkt mit einer Keyword-Liste kommt, optimiert auf Klicks, nicht auf Aufträge.
Was das Google-Partner-Abzeichen aussagt
Viele Agenturen werben mit dem Google-Partner-Status. Google verlangt dafür unter anderem Zertifizierungen der Mitarbeitenden, eine bestimmte Werbeausgabe über die betreuten Konten und einen Mindestwert beim Optimierungsfaktor. Das zeigt, dass die Agentur aktiv mit Google Ads arbeitet. Es zeigt nicht, ob sie zu deinem Geschäft passt, und der Optimierungsfaktor misst vor allem, wie viele Google-Empfehlungen umgesetzt wurden, nicht, ob die Kampagnen profitabel sind. Nutze das Abzeichen als einen Punkt unter vielen.
Beispiel: zwei Angebote vergleichen
Konstruiertes Beispiel, kein Kundenfall. Ein Malerbetrieb in Dübendorf will mit Google Ads mehr Anfragen für Fassadenrenovationen. Budget: rund CHF 1'200 pro Monat für Werbung.
- Angebot A nennt eine Liste von 80 Keywords, verspricht «Top-Positionen» und rechnet einen Prozentsatz vom Budget ab. Konto und Zahlungsprofil laufen über die Agentur. Zum Tracking steht nichts.
- Angebot B fragt zuerst nach Auftragswert und Abschlussquote, schlägt eine Suchkampagne mit wenigen, eng gefassten Anzeigengruppen vor, richtet das Konto auf den Betrieb ein, prüft vorher das Kontaktformular und die Telefonnummer im Tracking und nennt eine monatliche Pauschale plus Werbebudget direkt an Google.
Angebot B ist nicht zwingend günstiger, aber nachvollziehbar und messbar. Nach drei Monaten weiss der Betrieb, was eine Anfrage kostet, und kann entscheiden, ob er weitermacht. Bei Angebot A weiss er nur, wie viele Klicks er bezahlt hat.
Die ersten 90 Tage: woran du merkst, ob es läuft
Auch eine gute Agentur braucht Zeit, bis eine Kampagne stabil läuft. Diese Punkte solltest du in den ersten drei Monaten sehen:
- Woche 1 bis 2: Konto auf deine Firma eingerichtet oder übernommen, Tracking geprüft und getestet, Kampagnenstruktur besprochen.
- Monat 1: erste Auswertung der tatsächlichen Suchbegriffe, ausschliessende Keywords ergänzt, erste Anfragen gemessen.
- Monat 2: Anzeigen und Zielseiten auf Basis der Daten angepasst, Budget zwischen Kampagnen verschoben, Kosten pro Anfrage sichtbar.
- Monat 3: klare Aussage, welche Kampagnen sich lohnen, welche nicht, und ein Vorschlag für die nächsten Schritte.
Wenn nach drei Monaten niemand sagen kann, was eine Anfrage kostet, liegt das selten am Markt, sondern meistens am Tracking oder an der fehlenden Auswertung.
Wann eine Agentur sinnvoll ist und wann nicht
Eine Agentur lohnt sich, wenn
- das Werbebudget gross genug ist, um Daten für Optimierungen zu sammeln, wir empfehlen ab etwa CHF 500 pro Monat,
- intern niemand die Zeit hat, Suchbegriffe, Gebote und Anzeigen regelmässig zu prüfen,
- mehrere Kampagnen, Regionen oder Leistungen gleichzeitig laufen.
Eher nicht, wenn
- das Budget sehr klein ist und die Gebühr einen grossen Teil der Kosten ausmacht,
- noch keine Zielseite existiert, die Anfragen auslöst,
- das Tracking fehlt und niemand es einrichten will.
Dann ist es oft besser, zuerst Website und Tracking zu klären und mit einer kleinen, sauber eingerichteten Kampagne zu starten. Ob Werbung oder organische Suche für dein Ziel besser passt, und wie man das Budget aufteilt, beschreibt der Beitrag SEO und SEA: Unterschied und Budget-Aufteilung.
Unser Angebot
Wir betreuen Google Ads für Schweizer KMU auf der Seite Google-Ads-Agentur Zürich: Konto auf deine Firma, Tracking vor dem Start, monatlicher Bericht mit Anfragen und Kosten pro Anfrage. Die Betreuung beginnt bei CHF 300 pro Monat bei einem Werbebudget bis CHF 1'500 pro Monat. Das Werbebudget geht direkt an Google und ist nie im Honorar enthalten. Für das Tracking gibt es unsere Seite Conversion-Tracking, für Werbung in Facebook und Instagram die Seite Facebook- und Instagram-Werbung. Ergebnisse versprechen wir nicht, wir messen sie und legen sie offen.
Wenn du unsicher bist, welche Kanäle für dein Budget überhaupt sinnvoll sind, hilft eine Digital-Marketing-Beratung vor der Agenturwahl.
Fazit
Die richtige Google-Ads-Agentur erkennst du an den Fragen, die sie stellt, bevor sie ein Angebot macht: nach Zielen, Marge und dem Wert einer Anfrage. Kontoeigentum bei dir, Tracking vor dem Start, ein offenes Honorarmodell, Berichte mit Anfragen statt nur Klicks und eine faire Kündigung sind die Mindestanforderungen. Wer diese zwölf Fragen stellt, vergleicht Angebote auf einer Grundlage, die sich später messen lässt.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich eine gute Google-Ads-Agentur?+
Eine gute Google-Ads-Agentur fragt zuerst nach deinen Zielen, Margen und dem Wert einer Anfrage, bevor sie über Keywords spricht. Sie richtet das Konto auf deine Firma ein, setzt vor dem Start ein sauberes Conversion-Tracking auf, legt ihr Honorarmodell offen, berichtet monatlich über Anfragen und Kosten pro Anfrage und nennt auch Kampagnen, die nicht funktionieren. Sie verspricht keine bestimmten Ergebnisse.
Was kostet eine Google-Ads-Agentur?+
Üblich sind drei Modelle: eine monatliche Pauschale, ein prozentualer Anteil am Werbebudget oder Abrechnung nach Aufwand. Dazu kommt das Werbebudget selbst, das direkt an Google geht. Bei DLM Digital beginnt die Google-Ads-Betreuung bei CHF 300 pro Monat bei einem Werbebudget bis CHF 1'500 pro Monat. Das Werbebudget ist darin nicht enthalten und wird direkt von Google abgerechnet.
Wem gehört das Google-Ads-Konto, wenn eine Agentur es betreut?+
Es sollte immer dir gehören. Das Konto wird auf deine Firma angelegt, das Zahlungsprofil läuft auf dich, und die Agentur erhält Zugriff über ihr Verwaltungskonto. So bleiben Kampagnen, Daten und der Verlauf bei dir, auch wenn du die Agentur wechselst.
Ist ein Google-Partner-Abzeichen ein Qualitätsbeweis?+
Es ist ein Hinweis, aber kein Beweis. Für den Partner-Status verlangt Google unter anderem Zertifizierungen, eine gewisse Werbeausgabe über die verwalteten Konten und einen Mindestwert beim Optimierungsfaktor. Ob die Agentur zu deinem Geschäft, deinem Budget und deiner Branche passt, sagt das Abzeichen nicht.
Lohnt sich eine Agentur bei kleinem Werbebudget?+
Das hängt davon ab, wie viel eine Anfrage wert ist. Bei sehr kleinen Budgets kann die Agenturgebühr einen grossen Teil der Gesamtkosten ausmachen. Wir empfehlen ein Werbebudget ab etwa CHF 500 pro Monat, damit genügend Daten entstehen, um Kampagnen sinnvoll zu optimieren. Darunter ist oft eine einmalige saubere Einrichtung mit anschliessender Eigenbetreuung die bessere Wahl.
Über den Autor
Daniel MüllerSenior Developer & SEO-Stratege
Daniel Müller ist Senior Developer und SEO-Stratege bei DLM Digital in Zürich. Mit über 10 Jahren Erfahrung in Webentwicklung, SEO, GEO/AEO und KI-Integration begleitet er Schweizer KMU bei der digitalen Transformation. Im DLM Magazin schreibt er über KI, Vibe Coding und moderne Suchmaschinen-Sichtbarkeit.


