Single Sign-on (SSO).
Single Sign-on (SSO) bedeutet, dass sich Mitarbeitende oder Kunden einmal anmelden und danach ohne erneute Passworteingabe mehrere Anwendungen nutzen können. Die Anmeldung übernimmt ein zentraler Identitätsdienst, dem alle angeschlossenen Anwendungen vertrauen.
Single Sign-on (SSO) — ausführlich erklärt
Bei Single Sign-on gibt es einen zentralen Ort, an dem die Anmeldung stattfindet: den Identitätsanbieter, oft Identity Provider oder kurz IdP genannt. In vielen Unternehmen ist das Microsoft Entra ID (früher Azure AD) oder Google Workspace. Jede angeschlossene Anwendung, etwa das CRM, die Zeiterfassung oder ein internes Portal, verzichtet auf eine eigene Passwortverwaltung und leitet beim Anmelden an diesen Identitätsanbieter weiter. Ist die Person dort schon angemeldet, kommt sie ohne weitere Eingabe zurück und ist auch in der Anwendung angemeldet.
Technisch stehen dahinter vor allem zwei Standards. SAML 2.0 ist der ältere, XML-basierte Standard, der in Unternehmenssoftware weit verbreitet ist. OpenID Connect baut auf OAuth 2.0 auf, arbeitet mit JSON und ist bei moderneren Web- und Mobile-Anwendungen üblich. Beide erreichen dasselbe Ziel: Die Anwendung erhält eine signierte Bestätigung, wer die Person ist und welche Gruppen oder Rollen sie hat, ohne je ein Passwort zu sehen.
Der Nutzen ist doppelt. Für Mitarbeitende fällt der Alltag mit einem Dutzend Passwörtern weg. Für das Unternehmen ist die Sicherheit zentral steuerbar: Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Passkeys werden einmal beim Identitätsanbieter verlangt und gelten für alle Anwendungen. Und wenn jemand das Unternehmen verlässt, wird ein einziges Konto gesperrt, statt in zehn Systemen einzeln nach Zugängen zu suchen. Gerade dieser letzte Punkt wird in KMU oft unterschätzt, bis ein ehemaliger Zugang noch Monate später aktiv ist.
SSO hat auch Grenzen. Der Identitätsanbieter wird zu einem zentralen Ausfallpunkt: Ist er nicht erreichbar oder wird ein Konto dort kompromittiert, betrifft das alle angeschlossenen Systeme. Deshalb gehört eine starke Absicherung genau dieses Kontos zur Pflicht. Ausserdem unterstützt nicht jede Software SSO, oder sie bietet es nur in teuren Paketen an. Bei eigener Software, etwa einer Web-App oder einem CRM, lässt sich SSO dagegen von Anfang an einplanen.
SSO für Mitarbeitende und für Kunden
Meist ist mit SSO die Anmeldung von Mitarbeitenden gemeint: Ein Unternehmen verbindet seine internen Werkzeuge mit dem bestehenden Microsoft- oder Google-Konto. Davon zu unterscheiden ist die Anmeldung von Kunden, etwa in einem Kundenportal. Hier geht es eher um bequeme Anmeldewege wie «Mit Google anmelden», einen Magic Link, einen E-Mail-Code oder Passkeys.
Bei Geschäftskunden kommt ein dritter Fall hinzu: Grössere Kunden möchten, dass sich ihre eigenen Mitarbeitenden mit ihrem Firmenkonto in Ihrem Portal anmelden. Das nennt man föderiertes SSO, und es ist bei Software für Geschäftskunden oft eine ausdrückliche Anforderung in Ausschreibungen.
Beispiel: Ein Treuhandbüro mit sechs Werkzeugen
Ein Beispiel: Ein Treuhandbüro mit zwölf Mitarbeitenden arbeitet mit Microsoft 365, einer Buchhaltungssoftware, einer Zeiterfassung, einem Dokumentenarchiv und einem selbst entwickelten Mandantenportal. Jedes System hat eigene Konten, und beim Austritt einer Person wird regelmässig ein Zugang vergessen. Neu werden alle Systeme, die es unterstützen, an Microsoft Entra ID angebunden; das Mandantenportal erhält dafür eine OpenID-Connect-Anbindung.
Zwei-Faktor-Authentifizierung wird nur noch an einer Stelle verlangt. Beim Austritt genügt die Sperrung eines Kontos. Für Werkzeuge ohne SSO-Unterstützung wird eine Liste geführt, damit sie beim Austritt nicht übersehen werden. Wie wir Anmeldung und Rechte in eigener Software umsetzen, beschreibt die Seite Individualsoftware Schweiz.
Weiterführende Seite
OAuth 2.0Häufige Fragen zu Single Sign-on (SSO)
In der Regel ja, weil Passwortwiederverwendung wegfällt und starke Anmeldeverfahren wie 2FA oder Passkeys zentral für alle Anwendungen gelten. Dafür wird das zentrale Konto wertvoller. Es muss deshalb besonders gut geschützt sein.
Beide ermöglichen SSO. SAML ist älter, basiert auf XML und ist in klassischer Unternehmenssoftware verbreitet. OpenID Connect basiert auf OAuth 2.0 und JSON, ist leichter umzusetzen und bei modernen Web- und Mobile-Apps üblich. Viele Identitätsanbieter unterstützen beide.
Sobald mehrere Mitarbeitende mehrere Anwendungen nutzen und ohnehin Microsoft 365 oder Google Workspace im Einsatz ist, meist ja: Der Identitätsanbieter ist bereits vorhanden, und der grösste Gewinn liegt beim sauberen Sperren von Zugängen. Einschränkung sind Werkzeuge, die SSO nur im teuersten Paket anbieten.
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Single Sign-on (SSO) in der Praxis
Wie der Begriff im Alltag von Schweizer KMU auftaucht — vertieft in Artikeln aus dem DLM Magazin.