Engagement-Rate.
Die Engagement-Rate misst, welcher Anteil der Besuche oder Kontakte eine echte Interaktion auslöst. In Google Analytics 4 ist sie der Anteil engagierter Sitzungen an allen Sitzungen; engagiert ist eine Sitzung, die länger als zehn Sekunden dauert, ein Conversion-Ereignis enthält oder mindestens zwei Seitenaufrufe hat. In Social Media bezeichnet derselbe Begriff das Verhältnis von Likes, Kommentaren und Shares zur Reichweite.
Engagement-Rate — ausführlich erklärt
Mit Google Analytics 4 hat Google die frühere Absprungrate als Hauptkennzahl abgelöst und durch die Engagement-Rate ersetzt. Eine Sitzung gilt in GA4 als engagiert, wenn mindestens eine von drei Bedingungen erfüllt ist: Sie dauert länger als zehn Sekunden, sie enthält ein als Schlüsselereignis markiertes Ereignis, etwa eine Formularanfrage, oder sie umfasst zwei oder mehr Seiten- beziehungsweise Bildschirmaufrufe. Die Engagement-Rate ist der Anteil dieser Sitzungen an allen Sitzungen.
Die Absprungrate gibt es in GA4 weiterhin, sie ist aber neu definiert: Sie ist genau das Gegenstück zur Engagement-Rate, also der Anteil der nicht engagierten Sitzungen. Beide Werte ergeben zusammen immer hundert Prozent. Der Vorteil gegenüber der alten Absprungrate: Wer auf einer Seite die gesuchte Telefonnummer findet, eine Minute liest und dann geht, galt früher als Absprung, in GA4 zählt er als engagiert.
Die Schwelle von zehn Sekunden lässt sich in den Einstellungen des Datenstreams verlängern, zum Beispiel auf dreissig Sekunden für Websites mit längeren Texten. Das ist sinnvoll, wenn kurze Besuche das Bild verzerren, macht Werte aber nicht mehr mit früheren Zeiträumen oder anderen Websites vergleichbar. Grundsätzlich ist die Engagement-Rate eine Diagnosekennzahl. Sie zeigt, ob Besucher etwas mit einer Seite anfangen können, sie sagt nichts darüber, ob daraus Anfragen entstehen. Dafür braucht es die Conversion-Rate.
In Social Media wird der Begriff anders verwendet. Dort beschreibt die Engagement-Rate meist das Verhältnis von Interaktionen wie Likes, Kommentaren, Speicherungen und Shares zur Reichweite oder zur Zahl der Follower. Jede Plattform und jedes Tool rechnet etwas anders, deshalb sind Werte nur innerhalb derselben Berechnungsart vergleichbar. Wer Social-Media-Engagement und GA4-Engagement in einem Bericht nebeneinanderstellt, sollte die Definitionen dazuschreiben.
Engagement-Rate sinnvoll auswerten
Aussagekräftig wird die Kennzahl erst im Vergleich innerhalb derselben Website: nach Seite, nach Kanal und nach Gerät. Eine Landingpage aus Google Ads mit deutlich tieferer Engagement-Rate als dieselbe Seite aus der organischen Suche deutet darauf hin, dass Anzeigentext und Seiteninhalt nicht zusammenpassen. Eine Seite, die auf dem Smartphone viel schlechter abschneidet als am Desktop, hat oft ein Darstellungs- oder Ladezeitproblem, das sich mit den Core Web Vitals prüfen lässt.
Voraussetzung ist ein sauberes Tracking: Schlüsselereignisse wie Anfragen, Anrufe und WhatsApp-Klicks müssen korrekt erfasst sein, sonst fehlen sie auch in der Engagement-Rate. Das richten wir als Conversion-Tracking-Agentur in Zürich ein; was danach mit schwachen Seiten geschieht, ist Aufgabe der Conversion-Rate-Optimierung.
Beispiel: Zwei Wege auf dieselbe Seite
Ein typischer Fall, als Beispiel beschrieben: Ein Umzugsunternehmen sieht in GA4, dass seine Offertenseite aus der organischen Suche eine gute Engagement-Rate hat, aus einer Display-Kampagne aber eine sehr tiefe. Die Besucher aus der Display-Kampagne verlassen die Seite fast alle innerhalb weniger Sekunden.
Die Analyse zeigt, dass die Anzeigen auf vielen Websites ohne Bezug zum Thema Umzug ausgespielt wurden. Statt die Seite umzubauen, wird die Ausrichtung der Kampagne eingeschränkt. Die Engagement-Rate hat hier nicht die Seite bewertet, sondern die Qualität des Traffics sichtbar gemacht.
Weiterführende Seite
Bounce RateHäufige Fragen zu Engagement-Rate
Einen allgemein gültigen Richtwert gibt es nicht. Die Rate hängt stark von Branche, Seitentyp und Traffic-Quelle ab. Eine Kontaktseite, auf der Besucher nur die Telefonnummer suchen, kann tiefer liegen als ein Ratgeber. Sinnvoll ist der Vergleich der eigenen Seiten und Kanäle über die Zeit.
In GA4 ist die Absprungrate genau das Gegenteil der Engagement-Rate: der Anteil der nicht engagierten Sitzungen. Beide ergeben zusammen hundert Prozent. Die alte Absprungrate aus Universal Analytics war anders definiert und ist nicht direkt vergleichbar.
Ja, in den Einstellungen des Web-Datenstreams lässt sich die Dauer für eine engagierte Sitzung anpassen. Danach sind die Werte nicht mehr mit früheren Zeiträumen vergleichbar. Ändern Sie die Schwelle deshalb nur einmal und notieren Sie das Datum.
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