AI Slop.
AI Slop (englisch für «KI-Brei») bezeichnet massenhaft erzeugte KI-Inhalte ohne Sorgfalt und eigene Substanz: austauschbare Texte, generische Bilder und Websites, die alle gleich aussehen. Im Webdesign meint der Begriff den typischen Einheitslook, den KI-Werkzeuge ohne klare Vorgaben liefern.
AI Slop — ausführlich erklärt
Der Begriff wurde ab 2024 populär, als KI-generierte Bilder und Texte Suchergebnisse und soziale Netzwerke zu füllen begannen. «Slop» ist im Englischen Abfall oder Brei, also etwas, das in Menge produziert wird, ohne dass jemand auf Qualität achtet. Gemeint ist nicht jeder KI-Inhalt, sondern der lieblose: Texte, die viel sagen und nichts behaupten, Bilder mit sechs Fingern, Artikel, die nur bestehende Artikel umformulieren. Für Suchmaschinen ist das kein neues Problem, Google bewertet solche Inhalte schon lange als wenig hilfreich, egal, wer sie erstellt hat.
Im Webdesign hat AI Slop ein erkennbares Gesicht. Wer ein Sprachmodell ohne Vorgaben eine Landingpage bauen lässt, bekommt oft dasselbe: violett-blaue Verläufe, eine zentrierte Überschrift mit einem Wort in Farbverlauf, drei gleich grosse Karten mit Symbolen, überall dieselbe Standardschrift, Emojis als Icons und Floskeln wie «Wir revolutionieren Ihr Business». Das ist nicht falsch, aber austauschbar. Weil viele Werkzeuge auf ähnlichen Daten trainiert sind, landen sie bei denselben Durchschnittslösungen.
Dagegen hilft vor allem eines: Vorgaben. Ein Design-System mit festen Design Tokens, eine bewusst gewählte Typografie, echte Fotos statt Stockmotive und Texte mit konkreten Aussagen geben einem KI-Werkzeug einen Rahmen. Auf GitHub entstehen dafür eigene Design-Skills (siehe Agent Skill), die einem Coding-Agenten verbieten, typische Slop-Muster zu verwenden, und ihn zu eigenständigen Entscheidungen zwingen. Einen Vergleich solcher Skills zeigt der Artikel AI Slop: Design-Skills im Vergleich.
Für KMU ist AI Slop vor allem ein Markenproblem. Eine Website, die aussieht wie tausend andere, schafft kein Vertrauen und wird nicht erinnert. Texte ohne eigene Erfahrung und Belege liefern weder Google noch KI-Suchmaschinen einen Grund, gerade diese Seite zu zitieren, siehe Information Gain. KI-Werkzeuge sind deshalb nicht verboten, sie gehören aber in Hände, die wissen, wie das Ergebnis aussehen soll, und die es prüfen, bevor es online geht.
Typische Merkmale von AI Slop im Webdesign
Optisch: Farbverläufe in Violett und Blau, Glas-Effekte ohne Funktion, gleich grosse Karten in Dreierreihen, Emojis oder generische Strich-Icons als einzige Bildsprache, viel Leerraum ohne Hierarchie und Stock- oder KI-Bilder mit lächelnden Menschen vor Laptops. Inhaltlich: Überschriften wie «Die Zukunft beginnt jetzt», Aufzählungen mit drei Vorteilen, die auf jede Firma passen, erfundene Kennzahlen und Kundenstimmen ohne Namen.
Der Gegenentwurf sind Seiten mit echter Handschrift: eine Schrift, die zur Marke passt, Fotos aus dem eigenen Betrieb, Texte mit Zahlen, die man belegen kann, und eine Struktur, die sich an den Fragen der Kunden orientiert. Wie wir das umsetzen, zeigen Webdesign Zürich und UX-Agentur Zürich. Wer KI im Bauprozess einsetzt, findet die Grundlagen unter Website mit KI erstellen.
Beispiel: Eine Schreinerei und ihr KI-Entwurf
Ein konstruiertes Beispiel: Eine Schreinerei im Zürcher Oberland lässt sich von einem KI-Werkzeug einen Website-Entwurf erstellen. Heraus kommt eine dunkle Seite mit violettem Verlauf, dem Slogan «Handwerk neu gedacht», drei Karten mit Hammer-, Stern- und Herz-Emoji und einem Stockbild einer Werkstatt, die nicht die eigene ist. Der Entwurf ist in Minuten fertig und sieht aus wie die Seite eines Softwarestartups.
Im zweiten Anlauf bekommt das Werkzeug Vorgaben: Farben aus dem Logo, eine robuste Serifenschrift für Überschriften, Fotos der eigenen Werkstatt und fertiger Küchen, Texte mit konkreten Angaben zu Holzarten, Ablauf und Einzugsgebiet. Das Ergebnis ist weniger spektakulär, aber unverwechselbar und für Kunden aus der Region glaubwürdig. Der Unterschied liegt nicht im Werkzeug, sondern im Briefing.
Weiterführende Seite
Webdesign ZürichHäufige Fragen zu AI Slop
Nein. AI Slop meint Inhalte, die ohne Sorgfalt, Prüfung und eigene Substanz in Menge erzeugt werden. KI-unterstützte Texte und Designs, die von Menschen mit klaren Vorgaben erstellt, geprüft und mit eigener Erfahrung angereichert werden, fallen nicht darunter.
Google bewertet Inhalte nach Nutzen, nicht nach Entstehung. Massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert verstossen aber gegen die Richtlinien zu Spam und skaliertem Inhalt und können an Sichtbarkeit verlieren. Entscheidend ist, ob eine Seite Fragen besser beantwortet als andere.
Mit klaren Vorgaben und Prüfung: ein Design-System mit eigener Schrift und Farben, echte Fotos, Texte mit belegbaren Aussagen und eine Person, die jedes Ergebnis kritisch durchsieht, bevor es online geht. Für Coding-Agenten helfen zudem Design-Skills, die typische Muster ausschliessen.
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AI Slop in der Praxis
Wie der Begriff im Alltag von Schweizer KMU auftaucht — vertieft in Artikeln aus dem DLM Magazin.