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Glossar · A

Agent Skill.

Ein Agent Skill ist ein Ordner mit einer Anleitung (meist SKILL.md) und optionalen Skripten, Vorlagen oder Referenzdateien, den ein KI-Agent bei Bedarf lädt. So lernt der Agent eine bestimmte Arbeit, etwa ein Design-System anwenden, eine Offerte im Firmenlayout erstellen oder eine Prüfliste abarbeiten, ohne dass man alles in jeden Prompt schreiben muss.

Illustration zu «Agent Skill»: Code-Editor mit der Datei skills/offerte-pdf/SKILL.md skills/offerte-pdf/SKILL.md1---2name:offerte-pdf3description:ErstelltOffertenimFirmenlayout4---561.Vorlageausreferences/laden72.scripts/pdf.pyausführen83.SummenprüfenLädt nur bei Bedarf

Agent Skill — ausführlich erklärt

Ein KI-Agent kann viel, aber er kennt weder Ihre Abläufe noch Ihre Vorlagen. Bisher half man sich mit langen Prompts, die bei jeder Aufgabe neu hineinkopiert wurden. Agent Skills lösen das strukturierter: Jeder Skill ist ein eigener Ordner. Darin liegt eine Textdatei mit einem kurzen Kopf (Name und Beschreibung, wann der Skill gilt) und darunter die eigentliche Anleitung. Dazu können Skripte, Beispieldateien, Schriften oder Checklisten kommen. Anthropic hat das Format im Oktober 2025 für Claude eingeführt, inzwischen lesen auch andere Agenten-Werkzeuge Skills in diesem Aufbau.

Der Kniff liegt im schrittweisen Laden. Der Agent sieht zu Beginn nur Name und Beschreibung aller verfügbaren Skills, das sind wenige Zeilen. Erst wenn eine Aufgabe passt, liest er die vollständige Anleitung und bei Bedarf die zugehörigen Dateien. Damit bleibt das Context Window frei für die eigentliche Arbeit, auch wenn Dutzende Skills installiert sind. Ein Skill ist also keine neue Fähigkeit des Modells, sondern abrufbares Wissen plus Werkzeug: «So machen wir das hier, und mit diesem Skript geht es schneller.»

Abzugrenzen sind Skills von zwei verwandten Bausteinen. Projektdateien wie CLAUDE.md und AGENTS.md beschreiben ein einzelnes Projekt und werden immer geladen. Das Model Context Protocol verbindet einen Agenten mit externen Systemen, etwa einem CRM oder einer Datenbank. Skills sitzen dazwischen: Sie sind wiederverwendbar über Projekte hinweg und beschreiben, wie eine Aufgabe erledigt wird, nicht, wo Daten herkommen. In der Praxis arbeiten alle drei zusammen.

Skills sind Code und Anleitung zugleich, und damit gilt dieselbe Sorgfalt wie bei jeder Software. Ein Skill aus einem fremden Repository kann Skripte ausführen oder den Agenten zu Aktionen anleiten, die man nicht will. Das Risiko ähnelt der Prompt Injection: Anweisungen in einer Datei werden vom Agenten ernst genommen. Vor dem Einsatz deshalb lesen, was ein Skill tut, die Lizenz prüfen (siehe Open-Source-Lizenz) und nur Quellen verwenden, denen man vertraut. Einen Überblick über aktuelle Skill-Sammlungen auf GitHub gibt der Magazin-Artikel GitHub-Trends November 2026.

Wie ein Skill aufgebaut ist

Im Kern genügt eine Datei: SKILL.md mit einem Kopfbereich, in dem name und description stehen, und darunter Anweisungen in normaler Sprache. Die Beschreibung ist entscheidend, denn an ihr erkennt der Agent, wann der Skill passt. «Erstellt Offerten im Firmenlayout als PDF, wenn jemand eine Offerte oder ein Angebot will» funktioniert besser als «Offerten-Skill». Daneben können Unterordner liegen, etwa scripts/ für ein Python-Skript, das ein PDF erzeugt, oder references/ mit Beispielen guter Ergebnisse.

Gute Skills sind eng gefasst und prüfbar. Sie sagen, was am Ende vorliegen muss, welche Fehler häufig sind und wie man das Ergebnis kontrolliert. Wie wir KI-Agenten für Firmen aufsetzen, steht auf den Seiten KI-Agent entwickeln lassen und KI-Beratung Schweiz. Wie bekannte Skill-Sammlungen und Projektdateien zusammenspielen, erklärt der Artikel CLAUDE.md und Skills erklärt.

Beispiel: Ein Treuhandbüro mit drei Skills

Ein konstruiertes Beispiel: Ein Treuhandbüro in Winterthur nutzt einen KI-Agenten für interne Routinearbeit. Es legt drei Skills an. Der erste erstellt Mandatsbestätigungen nach der hauseigenen Vorlage und füllt sie aus einer Tabelle. Der zweite prüft eingereichte Belege auf Vollständigkeit nach einer festen Liste und markiert, was fehlt. Der dritte formuliert Kundenmails im Ton des Büros, mit Du oder Sie je nach Mandant.

Der Agent lädt jeweils nur den Skill, der zur Aufgabe passt. Neue Mitarbeitende profitieren gleich mit, weil die Skills das Vorgehen des Büros schriftlich festhalten. Wichtig bleibt die Kontrolle durch Menschen: Der Agent bereitet vor, eine Fachperson gibt frei, siehe Human-in-the-Loop. Sensible Mandantendaten gehören nur in Systeme, deren Datenhaltung geklärt ist.

Weiterführende Seite

MCP (Model Context Protocol)

Häufige Fragen zu Agent Skill

Ein Prompt ist eine einmalige Anweisung in einer Unterhaltung. Ein Skill ist eine gespeicherte, wiederverwendbare Anleitung mit optionalen Skripten und Vorlagen, die der Agent selbst lädt, sobald eine Aufgabe dazu passt. Man schreibt ihn einmal und verbessert ihn laufend.

Für einfache Skills nicht. Eine klare Anleitung in normaler Sprache mit einer guten Beschreibung reicht oft. Sobald Skripte dazukommen, etwa um Dateien zu erzeugen oder Daten zu prüfen, braucht es Programmierwissen oder jemanden, der die Skripte schreibt und testet.

Nicht automatisch. Ein Skill kann Skripte enthalten und den Agenten zu Aktionen anleiten. Vor dem Einsatz sollte man Anleitung und Skripte lesen, die Herkunft und Lizenz prüfen und den Agenten nur mit den Rechten arbeiten lassen, die er wirklich braucht.

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