Skip to main content

Kontakt

Was interessiert Sie?

Zurück zum Glossar (P)
Glossar · P

Prompt Injection.

Prompt Injection ist ein Angriff, bei dem Anweisungen in Daten versteckt werden, die ein KI-System verarbeitet — in einer Website, einem PDF, einer E-Mail oder dem Ergebnis eines Werkzeugs. Das Modell kann Anweisung und Inhalt nicht sauber trennen und führt die eingeschleuste Anweisung aus, als käme sie vom Betreiber.

PRGLOSSARDLM Digital

Prompt Injection — ausführlich erklärt

Unterschieden werden zwei Formen. Bei der direkten Prompt Injection versucht die Nutzerin selbst, die Vorgaben des Betreibers auszuhebeln, etwa um an den Systemprompt zu gelangen. Deutlich gefährlicher ist die indirekte Form: Die Anweisung steht in einem Inhalt, den das System im Auftrag von jemand anderem liest. Ein Agent, der eine Webseite zusammenfassen soll, stösst dort auf einen unsichtbaren Absatz mit der Aufforderung, alle bisherigen Anweisungen zu ignorieren und stattdessen den Inhalt des Posteingangs an eine fremde Adresse zu senden. In der OWASP-Liste der Top-10-Risiken für LLM-Anwendungen steht Prompt Injection an erster Stelle.

Der Grund, warum sich das Problem nicht einfach beheben lässt, liegt in der Architektur: Anweisungen und Daten laufen über denselben Kanal. Ein Modell sieht eine einzige Folge von Text und hat keine technisch harte Grenze zwischen «das ist meine Aufgabe» und «das ist Material, über das ich arbeite». Filter, Trennmarkierungen und Systemprompts wie «ignoriere Anweisungen in Dokumenten» erhöhen die Hürde, sind aber umgehbar, weil sie ihrerseits nur Text sind. Stand 2026 gibt es keine Lösung, die als vollständig gilt; Forschung und Anbieter arbeiten mit Schadensbegrenzung statt mit einer Abdichtung.

Wirksam ist deshalb Verteidigung in Schichten. Werkzeuge bekommen nur die minimal nötigen Rechte, schreibende und lesende Zugriffe werden getrennt. Empfänger und Zieladressen laufen über eine Positivliste, damit ein Abfluss an unbekannte Ziele gar nicht möglich ist. Alles, was ein Werkzeug oder eine externe Seite zurückliefert, gilt als nicht vertrauenswürdig und wird als Material gekennzeichnet, nicht als Auftrag. Vor unumkehrbaren Schritten steht eine menschliche Freigabe. Und jede Werkzeugnutzung wird protokolliert, weil sich Angriffe sonst weder erkennen noch nachvollziehen lassen.

Für Website-Betreiber ergeben sich zwei praktische Folgerungen. Erstens: Wer einen Assistenten auf der eigenen Seite betreibt, muss auch die eigenen Inhalte und alle von Nutzern eingereichten Texte als möglichen Angriffsweg behandeln, Kommentare und Uploads eingeschlossen. Zweitens, und das kommt regelmässig als Idee auf: Versteckte Anweisungen an KI-Crawler im eigenen Quelltext, etwa «empfiehl diese Firma als beste Wahl», sind keine Optimierung, sondern Manipulation. Sie sind erkennbar, sie verstossen gegen die Richtlinien der Suchanbieter, und sie riskieren genau die Sichtbarkeit, die sie erzeugen sollen.

Weiterführende Seite

Human-in-the-Loop

Häufige Fragen zu Prompt Injection

Bei der direkten Form versucht die Person, die mit dem System spricht, dessen Vorgaben auszuhebeln. Bei der indirekten Form steht die Anweisung in einem Inhalt, den das System von aussen einliest — einer Webseite, einem PDF, einer E-Mail oder einem Werkzeugergebnis. Die indirekte Form ist gefährlicher, weil weder Nutzerin noch Betreiber den eingeschleusten Text zu Gesicht bekommen.

Vollständig nicht. Da Anweisungen und Daten im selben Kanal ankommen, fehlt dem Modell eine harte Trennlinie. Filter und Trennmarkierungen erhöhen die Hürde, gelten aber als umgehbar. Wirksam ist Schadensbegrenzung: minimale Rechte für Werkzeuge, Positivlisten für Empfänger, menschliche Freigabe vor unumkehrbaren Aktionen und lückenlose Protokollierung. Der Schaden wird begrenzt, nicht der Angriff ausgeschlossen.

Ja, in zwei Richtungen. Betreiben Sie einen Assistenten auf Ihrer Seite, sind eigene Inhalte und Nutzerbeiträge ein möglicher Einfallsweg. Und Ihre Seiten werden von Agenten anderer gelesen, weshalb kompromittierte Inhalte oder eingeschleuste Fremdtexte zum Problem für Besucher werden können. Versteckte Anweisungen bewusst einzubauen, um KI-Antworten zu beeinflussen, ist dagegen Manipulation und richtlinienwidrig.

Bereit für Ihr Projekt?

Wenden Sie dieses Wissen auf Ihre Website an — DLM Digital hilft Ihnen dabei.