CLAUDE.md und AGENTS.md.
CLAUDE.md und AGENTS.md sind Textdateien im Hauptordner eines Software-Projekts, die ein Coding-Agent zu Beginn jeder Sitzung liest. Sie halten fest, wie das Projekt aufgebaut ist, welche Befehle gelten und welche Regeln einzuhalten sind. CLAUDE.md ist die Datei für Claude Code, AGENTS.md ein offenes Format, das mehrere Agenten-Werkzeuge lesen.
CLAUDE.md und AGENTS.md — ausführlich erklärt
Ein Coding-Agent beginnt jede Sitzung ohne Erinnerung an die letzte. Damit er nicht jedes Mal neu herausfinden muss, wie ein Projekt funktioniert, liest er eine Datei mit dem Wichtigsten. Bei Claude Code heisst sie CLAUDE.md, andere Werkzeuge wie OpenAI Codex, Cursor oder GitHub Copilot lesen AGENTS.md. Beide sind normale Markdown-Dateien, also Text mit Überschriften und Listen. Sie liegen im Projektordner, werden mit dem Code versioniert und sind damit für alle im Team gleich.
Typischer Inhalt: wozu das Projekt dient, wie es aufgebaut ist, mit welchen Befehlen man es startet, prüft und testet, welche Dateien zentrale Rollen spielen und welche Regeln gelten. Regeln sind oft der wertvollste Teil, weil sie aus Fehlern entstehen: «Datenbankänderungen nie automatisch einspielen», «Preise nur aus der zentralen Konfiguration», «Texte in Schweizer Rechtschreibung mit ss». Viele Teams pflegen zusätzlich eine persönliche Datei mit eigenen Vorlieben, die nicht ins Projekt gehört.
AGENTS.md entstand 2025 als gemeinsames, herstellerneutrales Format, damit ein Projekt nicht für jedes Werkzeug eine eigene Datei braucht. Das Format wird inzwischen von einer Stiftung unter dem Dach der Linux Foundation betreut. Wer beide Welten bedient, hält den Inhalt an einer Stelle und verweist aus der zweiten Datei darauf. Abzugrenzen sind diese Projektdateien von Agent Skills: Die Projektdatei wird immer geladen und gilt für ein Projekt, ein Skill wird nur bei Bedarf geladen und lässt sich über viele Projekte wiederverwenden.
Eine gute Projektdatei ist kurz, aktuell und konkret. Jede Zeile kostet Platz im Context Window und Aufmerksamkeit des Modells. Lange Romane mit veralteten Angaben schaden mehr, als sie nützen, weil der Agent sie ernst nimmt. Bewährt hat sich, die Datei nach jedem wiederholten Fehler um eine knappe Regel zu ergänzen und regelmässig auszumisten. Wie bekannte Entwickler ihre Projektdateien und Skills aufbauen, erklärt der Magazin-Artikel CLAUDE.md und Skills erklärt.
Was in eine gute Projektdatei gehört
Erstens Orientierung: zwei, drei Sätze zum Zweck des Projekts und eine kurze Übersicht der wichtigsten Ordner und Dateien. Zweitens Befehle: wie man installiert, startet, prüft und testet, und welche Prüfungen vor jeder Änderung grün sein müssen. Drittens Regeln: was nie passieren darf, welche Konventionen gelten, wo die Single Source of Truth für Preise, Texte oder Konfiguration liegt. Viertens offene Punkte und Entscheide, damit der Agent nicht eigenmächtig etwas löst, das noch nicht entschieden ist.
Nicht hinein gehören Passwörter, API-Schlüssel und andere Geheimnisse, denn die Datei liegt im Repository. Ebenso wenig gehören lange Kopien von Dokumentation hinein, die sich auch nachlesen lässt. Wie wir Projekte für die Arbeit mit KI-Agenten aufsetzen, beschreiben KI-gestützte Entwicklung und Individualsoftware Schweiz.
Beispiel: Die Projektdatei eines Onlineshops
Ein konstruiertes Beispiel: Ein Weinhändler im Wallis lässt seinen Shop mit Hilfe eines Coding-Agenten weiterentwickeln. Nach einigen Wochen fällt auf, dass der Agent Preise gelegentlich direkt in Seiten schreibt, statt sie aus der Produktdatenbank zu lesen, und dass er deutsche Rechtschreibung mit ß verwendet. Beides führte schon zu Korrekturen.
Die Entwicklerin ergänzt die Projektdatei um zwei Zeilen: «Preise nie im Code eintippen, immer aus der Produkttabelle» und «Schweizer Rechtschreibung, ss statt ß». Ab der nächsten Sitzung hält sich der Agent daran. Die Datei wächst so mit dem Projekt, bleibt aber kurz, weil erledigte Punkte wieder gestrichen werden.
Weiterführende Seite
Agent SkillHäufige Fragen zu CLAUDE.md und AGENTS.md
Das hängt vom Werkzeug ab. Claude Code liest CLAUDE.md, viele andere Agenten lesen AGENTS.md. Wer mehrere Werkzeuge nutzt, pflegt den Inhalt in einer Datei und verweist aus der anderen darauf, damit keine zwei Versionen auseinanderlaufen.
So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Jede Zeile wird bei jeder Sitzung geladen und beeinflusst das Verhalten. Bewährt sind klare Abschnitte zu Aufbau, Befehlen und Regeln. Veraltete Angaben sollten konsequent gelöscht werden, weil der Agent sie sonst befolgt.
Nein. Die Datei liegt im Repository und ist für alle mit Zugriff lesbar. Zugangsdaten gehören in Umgebungsvariablen oder einen Passwort-Tresor. In der Projektdatei steht höchstens, welche Variablen es gibt und wofür sie gebraucht werden.
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CLAUDE.md und AGENTS.md in der Praxis
Wie der Begriff im Alltag von Schweizer KMU auftaucht — vertieft in Artikeln aus dem DLM Magazin.