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Glossar · D

Discovery-Phase.

Die Discovery-Phase ist der Abschnitt vor der Umsetzung, in dem Problem, Nutzer, Abläufe, Randbedingungen und Risiken geklärt werden, bevor über Funktionen und Technik entschieden wird. Ihr Ergebnis ist eine begründete Entscheidung darüber, was gebaut wird, was nicht — und ob überhaupt gebaut wird.

DIGLOSSARDLM Digital

Discovery-Phase — ausführlich erklärt

In der Discovery geht es um Verstehen, nicht um Beschreiben von Funktionen. Typische Bestandteile sind Gespräche mit den Menschen, die den Ablauf täglich ausführen, eine Aufnahme des heutigen Prozesses samt Umwegen und Zettelwirtschaft, eine Sichtung der bestehenden Daten und Systeme sowie das Sammeln der Randbedingungen: Schnittstellen, Datenschutz nach revidiertem DSG, Aufbewahrungspflichten, Verfügbarkeit interner Ansprechpersonen. Wichtig ist die Trennung zwischen dem, was Menschen sagen, und dem, was sie tun. Beobachtung am Arbeitsplatz liefert regelmässig andere Erkenntnisse als das Meeting darüber.

Am Ende stehen keine Folien, sondern Arbeitsgrundlagen: eine Skizze des Soll-Ablaufs, eine nach Nutzen und Risiko priorisierte Liste der Anwendungsfälle, eine Liste offener technischer Fragen mit Vorschlag, wie sie geprüft werden, sowie eine grobe Kostenspanne mit den Annahmen dahinter. Dazu gehört eine Vorprüfung der Kauf-oder-Bauen-Frage: Existiert am Markt ein Werkzeug, das achtzig Prozent des Bedarfs deckt, muss der Rest die Eigenentwicklung rechtfertigen. Diese Prüfung gehört an den Anfang, weil sie später niemand mehr ergebnisoffen stellt.

Ein Beispiel: Ein Handelsbetrieb möchte ein Kundenportal, weil das Telefon zu viel Zeit frisst. In der Discovery zeigt sich, dass ein grosser Teil der Anrufe eine einzige Frage betrifft — den Lieferstatus — und dass diese Information bereits im Warenwirtschaftssystem liegt. Statt eines Portals wird zunächst eine automatische Statusmeldung per Mail umgesetzt, gefolgt von einer schlanken Statusseite. Das Portal bleibt als spätere Option bestehen. Die Discovery hat hier nicht das Projekt verkleinert, sondern das eigentliche Problem freigelegt.

Zur Ehrlichkeit gehört auch das Mass. Eine Discovery, die Monate dauert und in einem Pflichtenheft mündet, das niemand mehr liest, ist selbst zum Problem geworden. Für ein KMU-Vorhaben reichen meist ein bis drei Wochen konzentrierte Arbeit. Sie ersetzt ausserdem das Testen nicht: Discovery reduziert Unsicherheit über das Problem, nicht über die Lösung. Deshalb endet sie idealerweise mit einem klar geschnittenen nächsten Schritt — einem Prototyp, einem Proof of Concept oder der begründeten Empfehlung, ein Standardprodukt zu kaufen.

Weiterführende Seite

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Häufige Fragen zu Discovery-Phase

Für ein typisches KMU-Vorhaben ein bis drei Wochen konzentrierte Arbeit, verteilt auf Gespräche, Prozessaufnahme und Auswertung. Grössere Vorhaben mit vielen Schnittstellen brauchen länger, sollten dann aber in Etappen mit Zwischenentscheid laufen. Dauert die Discovery deutlich länger als die geplante erste Umsetzungsstufe, stimmt das Verhältnis nicht mehr.

In aller Regel ja, weil sie echte Arbeit ist und ihr Ergebnis unabhängig von der weiteren Zusammenarbeit nutzbar bleibt. Wichtig ist, dass Sie die Ergebnisse behalten und damit auch zu einem anderen Anbieter gehen könnten. Eine Discovery, die nur als kostenloser Verkaufstermin dient, liefert selten die unbequemen Erkenntnisse, für die sie gedacht ist.

Dann hat sie ihren Zweck erfüllt. Der häufigste wertvolle Ausgang ist nicht der Abbruch, sondern die Verschiebung: ein kleinerer erster Schritt, ein Standardprodukt statt einer Eigenentwicklung, oder eine Prozessänderung ohne Software. Diese Entscheidung kostet einen Bruchteil dessen, was ein abgebrochenes Umsetzungsprojekt kostet.

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