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Digital Business

Website erstellen: selbst machen oder erstellen lassen? Eine ehrliche Rechnung

Eine Website selbst zu erstellen ist heute in einem Wochenende möglich. Ob es sich rechnet, entscheidet nicht der Abopreis des Baukastens, sondern eure Stunden, die Folgekosten und die Frage, ob die Seite später in Google gefunden werden muss. Eine Rechnung zum Selbst-Ausfüllen, mit dem Weg zur Agentur als zweite Option.

Daniel Müller10 Min. Lesezeit
Website erstellen: selbst machen oder erstellen lassen? Eine ehrliche Rechnung

Website erstellen: selbst machen oder erstellen lassen? Für einen kleinen Auftritt, den ihr ein paar Mal im Jahr selbst pflegt und der vor allem informiert, ist der Selbstbau mit einem Baukasten oft die vernünftigste Lösung. Erstellen lassen lohnt sich, wenn die Website ein Hauptkanal für neue Anfragen sein soll, wenn sie rechnen, buchen oder Kundendaten verwalten muss, oder wenn eure Stunden im Kerngeschäft mehr wert sind als die Ersparnis.

«Website erstellen» gehört in der Schweiz zu den meistgesuchten Begriffen rund um das Thema: Google Ads weist im Schnitt rund 2'400 Suchen im Monat aus, zwischen Juni und August 2026 waren es 1'600 bis 1'900. Dazu kommen «homepage erstellen» mit rund 590 und «website selber erstellen» mit rund 170 Suchen (Google-Ads-Daten via DataForSEO, Schweiz, Deutsch, abgerufen am 10.10.2026). Die meisten, die so suchen, wollen es zuerst selbst versuchen. Deshalb beginnt dieser Artikel mit dem Selbstbau.

Was «selbst erstellen» heute bedeutet

Drei Wege stehen offen, und alle drei funktionieren ohne Programmierkenntnisse:

  • Baukasten wie Wix, Squarespace oder Jimdo: Vorlage wählen, Texte und Bilder einsetzen, Domain verbinden. Hosting, Sicherheit und Updates sind im Abo.
  • WordPress mit fertigem Theme: mehr Freiheit und voller Zugriff auf die Daten, dafür eigenes Hosting und laufende Updates von Kern, Theme und Plugins.
  • KI-Werkzeuge, die aus einer Beschreibung einen Entwurf erzeugen. Sie beschleunigen den Start, nehmen euch aber weder Texte noch Pflege ab.

Welche Plattform für welchen Zweck passt, haben wir ausführlich in Wix, WordPress oder individuell verglichen. Hier geht es um die vorgelagerte Frage: Lohnt sich der Selbstbau überhaupt?

Die Stunden, die in keiner Preisliste stehen

Ein Baukasten-Abo ist günstig. Die eigentliche Arbeit steckt woanders. Diese Aufgaben fallen bei jeder Website an, egal wer sie baut:

AufgabeWas dahintersteckt
Struktur festlegenWelche Seiten braucht es, welche Leistung bekommt eine eigene Seite, wie heisst das Menü
Texte schreibenPro Leistung eine Seite, die Fragen der Kundschaft beantwortet, plus Über uns, Kontakt, Impressum, Datenschutz
Bilder beschaffenEigene Fotos von Team, Betrieb und Arbeiten, zugeschnitten und komprimiert
Vorlage anpassenFarben, Schriften, Logo, mobile Ansicht auf mehreren Geräten prüfen
Formulare und TrackingKontaktformular testen, Spam-Schutz, Google-Unternehmensprofil, Search Console
RechtlichesImpressum und Datenschutzerklärung nach Schweizer Recht
PflegeÖffnungszeiten, Preise, Teamwechsel, neue Referenzen, bei WordPress zusätzlich Updates

Der Zeitaufwand hängt stark davon ab, wie viel Material schon existiert. Ein Betrieb mit fertigen Texten und guten Fotos ist in wenigen Tagen online. Wer bei null beginnt, verbringt die meiste Zeit nicht im Baukasten, sondern beim Schreiben. Was im Impressum und in der Datenschutzerklärung stehen muss, beschreibt Impressum und Datenschutz auf der Website.

Die Stundenrechnung

Schätzt die Stunden für jede Zeile der Tabelle und multipliziert sie mit dem Stundensatz, den ihr eurer Kundschaft verrechnet. Das ist der Preis eures Selbstbaus. Er ist oft höher als gedacht, manchmal aber auch deutlich tiefer als eine Offerte. Beides ist ein gültiges Ergebnis.

Die Kosten, die tatsächlich bezahlt werden

Beim Selbstbau fallen neben den Stunden drei Arten von Kosten an.

Abo oder Hosting. Baukästen zeigen ihre Preise abhängig vom Standort an. Bei unserem Abruf von wix.com/plans am 23.09.2026 (US-Ansicht, Jahreszahlung) lagen die Tarife bei USD 17.77 (Light), 29.77 (Core), 39.77 (Business) und 159.77 (Business Elite) pro Monat; Zahlungen annehmen können laut Tarifübersicht erst Core und höher. Schweizer Preise prüft ihr im eigenen Konto. WordPress selbst ist kostenlos, dafür bezahlt ihr Hosting und oft kommerzielle Themes und Plugins als Jahreslizenz.

Domain. Eine .ch-Domain kostet pro Jahr wenig. Wichtig ist nicht der Preis, sondern dass sie auf euer Unternehmen eingetragen ist und ihr den Zugang zum Registrar-Konto habt. Die Details stehen in Domain kaufen in der Schweiz.

Zusatz-Apps. Buchungssysteme, mehrsprachige Inhalte, Bewertungs-Widgets oder Shop-Funktionen kosten im Baukasten oft separat. Prüft vor der Wahl des Tarifs, welche Funktionen ihr wirklich braucht.

Der Posten, den niemand einplant: der Wechsel

Baukasten-Abos sind über Jahre oft die günstigste Lösung, solange ihr bleibt. Teuer wird es beim Wechsel, weil Exporte meist nur Texte und einzelne Inhaltstypen umfassen, nicht Layout, Sonderseiten oder Einstellungen. Ein Umzug ist dann ein Nachbau. Die Rechnung dazu steht in Wix, Squarespace oder Agentur: wo Baukasten-SEO an Grenzen stösst. Wie ein Umzug ohne Rankingverlust abläuft, zeigt Von Wix oder Jimdo umziehen.

Wo selbst erstellte Websites in Google scheitern

Eine selbst gebaute Website rankt nicht schlechter, weil sie selbst gebaut ist. Baukästen liefern Titel, Beschreibungen, Sitemap, HTTPS und mobile Darstellung zuverlässig mit. Die typischen Probleme liegen woanders:

  1. Eine Seite für alles. Alle Leistungen auf einer Seite, damit es übersichtlich bleibt. Für Google ist das eine Seite, die für kein Thema die beste Antwort ist. Wann eine einzige Seite reicht und wann nicht, beschreibt One-Pager-Website: wann eine Seite reicht.
  2. Zu wenig Text pro Leistung. Drei Sätze und ein Foto beantworten die Fragen der Kundschaft nicht. Mitbewerber mit ausführlichen Seiten gewinnen.
  3. Niemand liest die Suchdaten. Die Google Search Console zeigt, wofür die Seite erscheint und wo Klicks fehlen. Ohne diesen Blick bleibt jede Optimierung geraten.
  4. Kein Google-Unternehmensprofil. Für lokale Suchen ist das Profil oft wichtiger als die Website selbst.
  5. Strukturierte Daten fehlen oder sind falsch. Für Sichtbarkeit in KI-Antworten von ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews zählt, dass Name, Leistungen, Ort und Kontakt maschinenlesbar und überall gleich sind.

Diese Punkte lassen sich auch im Baukasten lösen. Sie verlangen aber Zeit und etwas Wissen, und genau das ist der Teil, den viele unterschätzen.

Wann erstellen lassen die bessere Rechnung ist

Erstellen lassen lohnt sich nicht automatisch. Es lohnt sich, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Die Website soll ein Hauptkanal für Anfragen sein. Dann zählen Struktur, Inhalte pro Leistung, Ladezeit und Messung, und jeder Monat ohne Anfragen kostet mehr als die Differenz zur Offerte.
  • Die Website muss etwas tun. Ein Kostenrechner, eine Reservation, ein Konfigurator oder ein Kundenkonto. Baukästen bieten dafür Apps, aber selten genau das, was euer Ablauf braucht.
  • Eure Zeit ist im Kerngeschäft mehr wert. Wenn die Stundenrechnung von oben mehr ergibt als eine Offerte, ist die Entscheidung einfach.
  • Ihr wollt Code, Daten und Domain vollständig besitzen. Bei einer individuellen Website gehört euch der projektspezifische Code, sofern der Vertrag es festhält.

Ein Beispiel: wenn die Website mitarbeiten muss

Unser Kunde Han Kitchen, ein koreanisch-japanisches Restaurant in Zürich-Oerlikon, brauchte mehr als eine Speisekarte im Netz. Im Restaurantalltag sitzt niemand am Computer. Deshalb kommt jede Reservation und jede Nachricht sofort als Push-Benachrichtigung aufs Handy, und der Gast wird mit einem Tipp per WhatsApp bestätigt, mit vorformulierter Nachricht und ohne Zusatzkosten. Dazu gibt es eine eigene Seite pro Gericht und eine Besucherstatistik ohne Cookies. Solche Abläufe lassen sich im Baukasten nur mit Umwegen abbilden; hier trägt die Website einen Teil des Betriebs.

Was es kostet

Bei DLM Digital liegt eine Website im Rahmen von CHF 3'000 bis 25'000. Wo ein Projekt in diesem Rahmen landet, entscheiden Anzahl Vorlagen, Texte, Bilder und Anbindungen. Die Aufschlüsselung steht unter Webdesign-Preise. Wer statt einer Website eine Anwendung braucht, etwa ein Kundenportal oder eine App, startet bei uns mit einem MVP ab CHF 10'000; der Weg dorthin steht unter Web-App entwickeln lassen.

Selbst, lassen oder gemischt?

Zwischen den beiden Polen gibt es einen Mittelweg, der oft unterschätzt wird: Struktur, Vorlage und Technik lassen, Texte und Pflege selbst. So landet das Geld dort, wo Fachwissen fehlt, und die Stunden dort, wo ihr ohnehin am meisten wisst, nämlich bei eurem eigenen Angebot.

SituationEmpfehlung
Kleiner Auftritt, wenige Änderungen pro Jahr, Anfragen kommen über EmpfehlungenSelbst erstellen mit Baukasten
Mehrere Leistungen, lokale Kundschaft, Google soll Anfragen bringenErstellen lassen oder gemischt
Website soll rechnen, buchen oder Kundendaten verwaltenErstellen lassen
Bestehende Baukasten-Seite stösst an GrenzenUmzug planen, bevor sie weiter wächst

Fazit

Eine Website selbst zu erstellen ist heute keine Frage des Könnens mehr, sondern eine Rechnung: eure Stunden plus Abo und Folgekosten gegen eine Offerte, und dazu die Frage, was die Website in drei Jahren leisten muss. Für einen kleinen, selbst gepflegten Auftritt gewinnt oft der Selbstbau. Sobald die Website ein Hauptkanal für Anfragen ist oder Abläufe übernehmen soll, lohnt sich das Erstellenlassen. Wie wir dabei vorgehen, steht unter Website erstellen lassen und, für kleinere Auftritte, unter Homepage erstellen lassen.

Häufige Fragen

Kann ich meine Website selbst erstellen?+

Ja. Baukästen wie Wix oder Squarespace und WordPress mit einem fertigen Theme sind so gebaut, dass Laien eine ordentliche Website ins Netz bringen. Die Frage ist weniger, ob ihr es könnt, sondern ob sich eure Stunden dafür lohnen und ob die Seite später mehr leisten muss als informieren.

Was kostet es, eine Website selbst zu erstellen?+

Bares Geld fällt für Abo oder Hosting, Domain und allenfalls Bilder oder Zusatz-Apps an. Bei unserem Abruf von wix.com/plans am 23.09.2026 (US-Ansicht, Jahreszahlung) lagen die Wix-Tarife zwischen USD 17.77 und 159.77 pro Monat. Der grössere Posten sind eure eigenen Stunden für Texte, Bilder, Aufbau und Pflege, die in keiner Preisliste stehen.

Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?+

Bei DLM Digital liegt eine Website im Rahmen von CHF 3'000 bis 25'000, abhängig von Umfang, Anzahl Vorlagen, Texten und Anbindungen wie Buchung, Shop oder CRM. Andere Anbieter rechnen anders; vergleicht Offerten deshalb nach Leistungsumfang, nicht nach Endbetrag.

Rankt eine selbst erstellte Website schlechter in Google?+

Nicht wegen des Werkzeugs. Baukästen liefern die technischen Grundlagen wie Titel, Sitemap und HTTPS zuverlässig mit. Selbst gebaute Seiten scheitern meist an etwas anderem: an zu wenig Inhalt pro Leistung, an fehlender Seitenstruktur und daran, dass niemand die Suchdaten liest.

Wann sollte ich die Website erstellen lassen statt selbst?+

Wenn die Website ein Hauptkanal für Anfragen sein soll, wenn sie rechnen, buchen oder Kundendaten verwalten muss, oder wenn eure Stunden im Kerngeschäft mehr wert sind als die Ersparnis. Für einen kleinen Auftritt, den ihr selbst pflegt, ist der Selbstbau oft die vernünftigere Wahl.

Über den Autor

Daniel Müller

Senior Developer & SEO-Stratege

Daniel Müller ist Senior Developer und SEO-Stratege bei DLM Digital in Zürich. Mit über 10 Jahren Erfahrung in Webentwicklung, SEO, GEO/AEO und KI-Integration begleitet er Schweizer KMU bei der digitalen Transformation. Im DLM Magazin schreibt er über KI, Vibe Coding und moderne Suchmaschinen-Sichtbarkeit.

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