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Digital Business

Wix, WordPress oder individuell: welche Website-Basis für KMU

Feature-Listen helfen bei dieser Entscheidung kaum, denn alle drei Wege bringen eine ansehnliche Website ins Netz. Den Unterschied machen drei andere Fragen: wer die Seite im Alltag pflegt, was sie in fünf Jahren können muss und was ein Wechsel dann kostet. Ein Vergleich mit Rechenstruktur und eigener Messung.

Daniel Müller9 Min. Lesezeit
Wix, WordPress oder individuell: welche Website-Basis für KMU

Für die meisten Schweizer KMU lässt sich die Frage «Wix, WordPress oder individuell» mit einem Satz beantworten: Wix, wenn ihr einen kleinen Auftritt selbst pflegen wollt und niemand Technik betreuen soll; WordPress, wenn ihr redaktionell viel publiziert und jemand die Wartung übernimmt; individuell, wenn die Website Geschäftslogik tragen muss oder ihr volle Kontrolle über Code, Auslieferung und Daten braucht. Alles andere sind Details.

Diese Details lohnen sich trotzdem, weil sie über fünf Jahre einen grösseren Unterschied machen als der Preis im ersten Jahr. Dieser Artikel vergleicht die drei Wege entlang von Pflege, Kosten, Auffindbarkeit und Eigentum.

Drei Wege, drei Geschäftsmodelle

Die drei Optionen sind nicht drei Varianten desselben Produkts, sondern drei verschiedene Geschäftsmodelle. Wer das versteht, versteht auch, wo jeweils die Kosten liegen.

Wix vermietet euch eine fertige Plattform. Hosting, Sicherheit, Updates und Editor sind im Abo enthalten. Wix zeigt die Preise abhängig vom Standort an; bei unserem Abruf von wix.com/plans am 23.09.2026 (US-Ansicht, Jahreszahlung) lagen die Tarife bei USD 17.77 für Light, 29.77 für Core, 39.77 für Business und 159.77 für Business Elite pro Monat. Zahlungen annehmen können laut Tarifübersicht erst Core und die höheren Tarife. Für Schweizer Preise prüft ihr den Tarif im eigenen Konto.

WordPress ist freie Software unter der GPL. Die Lizenz kostet nichts, und ihr dürft die Software nutzen, verändern und weitergeben. Bezahlt wird für Hosting, für kommerzielle Themes und Plugins, die meist als Jahreslizenz pro Domain verkauft werden, und für Wartung.

Individuell heisst: Eine Agentur oder ein Entwicklungsteam baut die Website mit einem modernen Framework nach euren Anforderungen. Ihr bezahlt die Entwicklung und den Betrieb, besitzt dafür den projektspezifischen Code, sofern der Vertrag es sagt. Bei uns liegen Websites im Rahmen von CHF 3'000 bis 25'000; wie sich dieser Rahmen zusammensetzt, steht unter Webdesign-Preise.

Die entscheidende Frage: Wer pflegt die Seite?

Die meisten Fehlentscheidungen entstehen nicht bei der Wahl des Systems, sondern bei der Annahme über die Pflege. Drei typische Konstellationen:

Die Geschäftsführerin pflegt selbst, vier- bis sechsmal im Jahr. Hier ist ein Baukasten stark. Der Editor ist visuell, es gibt keine Updates, die man vergessen kann, und die Seite bleibt sicher, ohne dass jemand daran denkt.

Ein Marketing-Team publiziert jede Woche. Hier ist WordPress stark, weil Redaktionsabläufe, Rollen und Blogfunktionen ausgereift sind. Voraussetzung: Jemand verantwortet Updates und Backups. Wie man redaktionell auch ohne WordPress arbeiten kann, zeigt Redaktionell arbeiten ohne WordPress.

Niemand im Haus will Technik anfassen, aber die Seite muss mehr können. Hier ist eine individuelle Lösung mit Betreuungsvertrag oft die ehrlichste Wahl, weil die Pflege ohnehin extern liegt und dann auf einer Basis stattfindet, die genau auf euren Bedarf zugeschnitten ist.

Der Pflege-Test

Schreibt auf, welche Änderungen im letzten Jahr an eurer Website nötig waren, und wer sie gemacht hat. Diese Liste sagt mehr über das richtige System als jeder Funktionsvergleich.

Die Fünf-Jahres-Struktur

Über fünf Jahre gerechnet setzen sich die Kosten aller drei Wege aus denselben Posten zusammen, nur in unterschiedlicher Gewichtung. Die folgende Tabelle ist eine Rechenstruktur, keine Preisliste: Setzt eure eigenen Tarife und Stundensätze ein.

PostenWixWordPressIndividuell
AufbauEigenleistung oder kleine AgenturTheme-Anpassung oder AgenturEntwicklung
PlattformAbo × 60 Monate
Hostingim AboHosting × 60 MonateHosting × 60 Monate
LizenzenApps im AboPremium-Themes und Plugins × 5 Jahremeist keine
Wartung und Updatesim AboStunden pro Monat × 60Stunden pro Quartal × 20
AusstiegNachbau von HandDatenbank exportierbarCode und Daten bei euch

Zwei Zeilen verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Die Wartungszeile bei WordPress wird fast immer unterschätzt. Kern, Theme und jedes Plugin bekommen eigene Updates, und jede Kombination kann Konflikte auslösen. Diese Arbeit fällt jeden Monat an. Wenn sie niemand macht, fällt sie trotzdem an, nur später und als Sicherheitsvorfall.

Die Ausstiegszeile bei Wix ist der Posten, der beim Start nicht sichtbar ist. Was ein Plattformwechsel konkret kostet, weil Stile, Sonderseiten und Shop-Produkte nicht exportiert werden, haben wir in Wix, Squarespace oder Agentur mit einer ausführlichen Beispielrechnung dokumentiert. Das Ergebnis dort: Ohne Wechsel ist der Baukasten über fünf Jahre oft die günstigste Lösung. Mit Wechsel kippt die Rechnung.

Auffindbarkeit: wo die Grenzen wirklich liegen

Keine der drei Plattformen ist ein Rankingfaktor. Google bewertet Seiten, nicht Systeme. Die messbaren Unterschiede liegen darin, wie viel Kontrolle ihr über das ausgelieferte HTML, die strukturierten Daten und die Ladezeit habt.

Wix deckt die Grundlagen zuverlässig ab: Titel, Beschreibungen, Weiterleitungen, Sitemap. Die Grenze liegt dort, wo ihr das ausgelieferte Markup oder die strukturierten Daten frei gestalten wollt.

WordPress gibt euch diese Kontrolle, verteilt sie aber oft auf mehrere Plugins, die sich gegenseitig ins Gehege kommen können. Ob WordPress deshalb schlechter rankt, haben wir in Rankt eine WordPress-Seite schlechter? untersucht. Die Kurzfassung: nicht das System, sondern Payload, Wartung und Kontrolle über das Markup machen den Unterschied.

Individuell heisst volle Kontrolle, aber auch volle Verantwortung. Das zeigt unsere eigene Website. Eine einzige Framework-Einstellung, das Einbetten des gesamten CSS direkt in jedes Dokument, liess unsere Seite /seo-agentur-zuerich 517.1 KB HTML ausliefern. Nach dem Entfernen dieser Einstellung waren es 159.1 KB, und die Text-Ratio stieg von 2.45 auf 9.53 Prozent. Bei internen Klicks sank die übertragene Datenmenge um 79.5 Prozent (eigene Messung vom 19.08.2026, dokumentiert in unserer Payload-Belegdatei). Eine individuell gebaute Seite ist also nicht automatisch schlank. Sie ist nur vollständig korrigierbar, wenn man das Problem findet.

Eigentum: was euch am Ende gehört

Die Eigentumsfrage ist bei den drei Wegen grundverschieden, und sie wird am Tag des Wechsels wichtig, nicht am Tag des Starts.

  • Wix: Inhalte bleiben eure, Templates und Plattform gehören dem Anbieter. Ihr mietet.
  • WordPress: Die Software steht unter GPL, die Datenbank liegt vollständig bei euch. Kommerzielle Themes und Plugins kommen mit eigenen Lizenzen.
  • Individuell: Der projektspezifische Code gehört euch, wenn der Vertrag es festhält. Open-Source-Bausteine laufen unter ihren eigenen Lizenzen weiter.

Unabhängig vom Weg sollte die Domain immer auf euer Unternehmen eingetragen sein. Wie das bei .ch-Domains funktioniert und warum die WHOIS-Abfrage das nicht mehr zeigt, steht in Domain kaufen in der Schweiz. Die vollständige Aufschlüsselung aller vier Eigentumsebenen findet ihr in Wem gehört eigentlich die Website?.

Entscheidungshilfe in fünf Fragen

Beantwortet diese Fragen ehrlich, und das richtige System ergibt sich meist von selbst:

  1. Wer pflegt die Seite, und wie oft? Selten und selbst: Baukasten. Häufig und mit Team: WordPress oder individuell mit Redaktionssystem.
  2. Muss die Seite rechnen, konfigurieren, buchen oder Kundendaten verwalten? Wenn ja: individuell.
  3. Wie lange soll die Seite leben? Unter zwei Jahren, etwa für einen Test: Baukasten. Fünf Jahre und länger: Der Ausstieg gehört in die Rechnung.
  4. Wer übernimmt Updates und Sicherheit? Wenn niemand: kein selbst betriebenes WordPress.
  5. Wie wichtig ist Sichtbarkeit in Google und KI-Suchen? Wenn sie ein Hauptkanal für Anfragen ist, zählt Kontrolle über Auslieferung und strukturierte Daten.

Für Onlineshops gelten eigene Kriterien, von TWINT bis MWST. Die behandeln wir in Onlineshop erstellen in der Schweiz.

Fazit

Wix, WordPress und eine individuelle Website sind keine Qualitätsstufen, sondern verschiedene Arten, Verantwortung zu verteilen. Wix nimmt euch Technik ab und behält dafür die Plattform. WordPress gibt euch Kontrolle und verlangt dafür Wartung. Eine individuelle Lösung passt sich eurem Geschäft an und kostet dafür am Anfang mehr. Die richtige Wahl ergibt sich aus der Frage, wer die Seite pflegt und was sie in fünf Jahren können muss. Wenn ihr dafür eine zweite Meinung wollt, beschreiben wir unter Website erstellen lassen, wie wir solche Entscheidungen mit Kundinnen und Kunden treffen.

Häufige Fragen

Ist Wix oder WordPress besser für ein KMU?+

Das hängt weniger von den Funktionen ab als davon, wer die Seite pflegt. Wix nimmt euch Hosting, Updates und Sicherheit ab und eignet sich für kleine Auftritte, die ihr selbst verwaltet. WordPress bietet mehr Kontrolle und vollständigen Datenbankzugriff, verlangt aber laufende Wartung. Wer beides nicht selbst machen will, landet bei einer betreuten Lösung, egal auf welcher Basis.

Was kostet Wix?+

Wix zeigt Preise abhängig vom Standort an. Bei unserem Abruf von wix.com/plans am 23.09.2026 (US-Ansicht, Jahreszahlung) lagen die Tarife bei USD 17.77 (Light), 29.77 (Core), 39.77 (Business) und 159.77 (Business Elite) pro Monat; Zahlungen annehmen können laut Tarifübersicht erst Core und höher. Für die Schweiz prüft ihr die Preise im eigenen Konto.

Kostet WordPress wirklich nichts?+

Die Software ist kostenlos und steht unter der GPL. Kosten entstehen für Hosting, kommerzielle Themes und Plugins, die oft als Jahreslizenz pro Domain verkauft werden, und vor allem für die Wartung: Updates von Kern, Theme und Plugins, Sicherheitsüberwachung und Backups.

Wann lohnt sich eine individuell entwickelte Website?+

Wenn die Website mehr tun muss als Inhalte anzeigen, etwa mit Rechnern, Konfiguratoren, Kundenkonten oder vielen aus Daten erzeugten Seiten, oder wenn ihr volle Kontrolle über Auslieferung, Code und Daten braucht. Bei DLM Digital liegen Websites im Rahmen von CHF 3'000 bis 25'000, je nach Umfang.

Über den Autor

Daniel Müller

Senior Developer & SEO-Stratege

Daniel Müller ist Senior Developer und SEO-Stratege bei DLM Digital in Zürich. Mit über 10 Jahren Erfahrung in Webentwicklung, SEO, GEO/AEO und KI-Integration begleitet er Schweizer KMU bei der digitalen Transformation. Im DLM Magazin schreibt er über KI, Vibe Coding und moderne Suchmaschinen-Sichtbarkeit.

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