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Standardsoftware.

Standardsoftware ist ein fertiges Produkt, das viele Betriebe gemeinsam nutzen und über vorgesehene Einstellungen an ihre Bedürfnisse anpassen. Für die meisten Aufgaben in einem KMU ist sie die richtige Wahl, weil Entwicklung, Pflege und Weiterentwicklung auf viele Kunden verteilt sind.

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Standardsoftware — ausführlich erklärt

Der wirtschaftliche Kern ist geteilte Last. Entwicklung, Sicherheitsaktualisierungen, Anpassungen an neue gesetzliche Vorgaben und die Weiterentwicklung werden auf alle Kunden umgelegt. Dazu kommen weiche Vorteile, die im Vergleich oft untergehen: verfügbare Schulungsunterlagen, ein Arbeitsmarkt mit Menschen, die das Produkt kennen, Erfahrungsberichte anderer Betriebe, Prüfpfade für Revision und Datenschutz sowie eine planbare Einführungszeit. Für Buchhaltung, Lohn, Zeiterfassung, Dokumentenablage oder Standard-CRM gewinnt diese Rechnung fast immer gegen die Eigenentwicklung, weil kein Betrieb in diesen Bereichen einen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb aufbaut.

Die Grenzen liegen in der Anpassungstiefe. Standardsoftware bildet den Ablauf ab, den ihr Hersteller für typisch hält. Passt der eigene Ablauf nicht, gibt es zwei ehrliche Wege: den Ablauf anpassen oder ein anderes Produkt suchen. Der dritte Weg — das Produkt tief umbauen — kombiniert die Nachteile beider Welten, weil man Entwicklungsaufwand trägt und trotzdem an den Veröffentlichungszyklus des Herstellers gebunden bleibt. Weitere reale Grenzen sind nutzerbasierte Lizenzkosten, die mit dem Wachstum steigen, und die Abhängigkeit von der Produktstrategie des Anbieters.

Ein Beispiel für eine bewusste Prozessanpassung: Ein Treuhandbüro führt Mandate seit Jahren in einer selbst gewachsenen Struktur aus Ordnern und Tabellen. Ein Standardprodukt verlangt eine andere Reihenfolge bei der Belegerfassung. Die Umstellung kostet einige Wochen Gewöhnung und eine Schulung — dafür entfallen Eigenentwicklung, Wartung und das Risiko, dass Wissen an einer einzelnen Person hängt. Wichtig ist die ehrliche Prüfung, ob der eigene Ablauf tatsächlich besser ist oder nur vertraut. Das ist die Frage, die in solchen Projekten am seltensten gestellt wird.

In der Praxis gewinnt meist eine Mischform: Standardsoftware als Rückgrat, dazu schmale Eigenentwicklungen genau dort, wo der Betrieb sich unterscheidet oder wo zwei Systeme verbunden werden müssen. Damit diese Mischform funktioniert, braucht das Standardprodukt brauchbare Schnittstellen und einen zuverlässigen Datenexport. Beides gehört vor der Unterschrift geprüft, nicht nach der Einführung — inklusive eines echten Testexports mit den eigenen Daten. Wer diese Prüfung überspringt, entscheidet über Jahre hinweg auf Basis einer Produktbroschüre.

Häufige Fragen zu Standardsoftware

Wenn der eigene Ablauf den Wettbewerbsvorteil ausmacht und sich nicht ohne Substanzverlust an das Produkt anpassen lässt, wenn nutzerbasierte Lizenzen bei steigender Mitarbeiterzahl unwirtschaftlich werden, oder wenn nötige Schnittstellen fehlen. Auch fehlende Exportmöglichkeiten sind ein Ausschlusskriterium, weil sie jeden späteren Wechsel unverhältnismässig teuer machen.

Meist nicht. Tiefe Anpassungen erzeugen Entwicklungs- und Testaufwand bei jedem Update des Herstellers und binden Sie gleichzeitig an dessen Zeitplan. Sie tragen dann die Nachteile beider Modelle. Sinnvoller ist, den Ablauf anzupassen, ein passenderes Produkt zu suchen oder die Besonderheit in einem klar abgegrenzten eigenen Baustein neben dem Standard abzubilden.

Auf Datenexport in einem offenen Format, dokumentierte Schnittstellen, Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen, Serverstandort und Auftragsverarbeitung, die Kostenentwicklung bei wachsender Nutzerzahl sowie die Frage, wie viele Betriebe Ihrer Grösse das Produkt einsetzen. Testen Sie den Export mit echten Daten, bevor Sie unterschreiben — nicht erst, wenn Sie wechseln wollen.

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