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Informationsarchitektur.
Informationsarchitektur ist die Ordnung der Inhalte eines digitalen Angebots: welche Seiten es gibt, wie sie gruppiert und benannt sind, wie sie zusammenhängen und über welche Wege man sie erreicht. Sie entscheidet darüber, ob Menschen finden, was sie suchen — und ob Suchmaschinen die Struktur einer Website überhaupt verstehen.
Informationsarchitektur — ausführlich erklärt
Informationsarchitektur besteht aus vier Bausteinen. Das Ordnungssystem legt fest, wie Inhalte gruppiert werden — nach Leistung, nach Zielgruppe, nach Branche oder nach Ablauf. Das Benennungssystem legt fest, wie diese Gruppen heissen; hier entstehen die meisten Probleme, weil interne Begriffe selten die Wörter der Suchenden sind. Das Navigationssystem legt fest, wie man sich bewegt: Hauptnavigation, Fusszeile, Querverweise, Brotkrumenpfad. Das Suchsystem legt fest, was passiert, wenn jemand die Struktur umgeht und direkt sucht. Die Disziplin wurde massgeblich von Louis Rosenfeld und Peter Morville geprägt und ist älter als der Begriff UX Design.
Geprüft wird Informationsarchitektur mit Menschen, nicht mit Meinungen im Sitzungszimmer. Beim Card Sorting ordnen Testpersonen Inhaltskarten zu Gruppen — offen, wenn die Gruppen noch gefunden werden müssen, geschlossen, wenn eine bestehende Struktur überprüft wird. Beim Tree Testing bekommen Testpersonen nur die Menüstruktur ohne Gestaltung und sollen darin eine Aufgabe lösen; das zeigt sauber, ob die Struktur oder das Design das Problem ist. Ergänzend liefern die interne Suchfunktion und die Suchanfragen aus der Google Search Console die Wörter, die Menschen tatsächlich verwenden.
Ein konkreter Fall: Ein Dienstleister hat über Jahre rund vierzig Seiten angesammelt. Die Leistungen stehen teils unter «Angebot», teils unter «Über uns», Preisangaben liegen in einem PDF im Downloadbereich. Ein Tree Test mit zehn Personen und der Aufgabe «Finden Sie heraus, was eine Erstberatung kostet» endet in sechs Fällen im falschen Ast. Der Umbau auf fünf klar benannte Hauptbereiche, eine eigene Preisseite und Querverweise aus jeder Leistungsseite dorthin senkt nicht nur die Abbrüche, sondern macht die Preisinformation überhaupt erst indexierbar — als PDF im Downloadbereich war sie faktisch unsichtbar.
Für die Suchmaschine ist Informationsarchitektur kein Nebeneffekt, sondern die Grundlage. Aus ihr ergeben sich URL-Struktur, interne Verlinkung und die Klicktiefe wichtiger Seiten. Eine flache, thematisch saubere Struktur verhindert ausserdem Keyword-Kannibalisierung, weil jedes Thema genau eine zuständige Seite hat. Wie aus der Struktur ein konkreter Ablauf wird, zeigt der User Flow. Die ehrliche Abgrenzung: Informationsarchitektur repariert keine schwachen Inhalte. Wenn die Leistungsseite die Frage nach Vorgehen und Preis nicht beantwortet, findet die Person sie zwar schneller — und springt trotzdem ab. Wie wir Struktur und Oberfläche zusammen angehen, steht auf der Seite UX Agentur Zürich.
Weiterführende Seite
URL-StrukturHäufige Fragen zu Informationsarchitektur
Die Navigation ist nur der sichtbare Teil. Die Informationsarchitektur legt fest, welche Inhalte es gibt, wie sie gruppiert und benannt sind und wie sie zusammenhängen — auch dort, wo kein Menüpunkt existiert. Eine Website kann eine aufgeräumte Navigation und trotzdem eine unbrauchbare Architektur haben, etwa wenn die Hälfte der Inhalte in keiner Gruppe sinnvoll unterkommt.
In der Praxis bewähren sich vier bis sieben. Entscheidend ist aber nicht die Zahl, sondern die Trennschärfe: Jede Person sollte eine beliebige Aufgabe eindeutig einem Punkt zuordnen können. Punkte wie «Lösungen» und «Leistungen» nebeneinander erzeugen selbst bei sauberer Optik Fehlklicks. Prüfen lässt sich das mit einem Tree Test in wenigen Stunden.
Immer dann, wenn die Gruppierung strittig ist oder eine Website organisch gewachsen und unübersichtlich geworden ist. Schon fünfzehn bis zwanzig Teilnehmende liefern belastbare Muster, und der Aufwand liegt bei wenigen Tagen. Für eine kleine Website mit fünf Seiten ist der Aufwand unnötig — dort ist die Struktur ohnehin überschaubar, und die Arbeit liegt im Inhalt.
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