Git Worktree.
Ein Git Worktree ist ein zusätzlicher Arbeitsordner, der mit demselben Git-Repository verbunden ist, aber einen anderen Branch ausgecheckt hat. So lassen sich mehrere Stände eines Projekts gleichzeitig bearbeiten, etwa eine Fehlerbehebung und eine neue Funktion, ohne ständig hin- und herzuwechseln. Besonders nützlich ist das, wenn mehrere KI-Agenten parallel arbeiten.
Git Worktree — ausführlich erklärt
Normalerweise hat ein Git-Repository genau einen Arbeitsordner. Wer an einem Branch arbeitet und dringend einen Fehler auf einem anderen beheben muss, muss seine Änderungen zwischenspeichern, den Branch wechseln, später zurückwechseln und hoffen, dass nichts verloren geht. Worktrees, seit 2015 fester Teil von Git, lösen das: Mit einem Befehl wie git worktree add ../shop-fix -b fix/warenkorb entsteht ein zweiter Ordner, in dem der neue Branch ausgecheckt ist. Beide Ordner teilen sich dieselbe Versionsgeschichte, aber jeder hat seine eigenen Dateien.
Der Vorteil gegenüber einer zweiten Kopie des Repositorys: Ein Worktree ist leichter und bleibt verbunden. Commits aus dem einen Ordner sind im anderen sofort sichtbar, es gibt nur ein gemeinsames Repository und keinen Abgleich zwischen Kopien. Git verhindert ausserdem, dass derselbe Branch in zwei Worktrees gleichzeitig ausgecheckt wird, was viele Verwechslungen ausschliesst. Mit git worktree list sieht man alle Arbeitsordner, mit git worktree remove räumt man einen auf.
Seit es Coding-Agenten gibt, erleben Worktrees eine Renaissance. Lässt man zwei Agenten im selben Ordner arbeiten, überschreiben sie sich gegenseitig Dateien, und Tests laufen auf einem Gemisch aus beiden Änderungen. Bekommt jeder Agent seinen eigenen Worktree, arbeitet er isoliert auf seinem Branch. Am Ende werden die Ergebnisse wie gewohnt zusammengeführt. Auf GitHub entstehen dafür Werkzeuge, die das Anlegen, Starten und Aufräumen von Worktrees für Agenten automatisieren, siehe den Artikel Worktrunk: Git Worktrees für KI-Agenten.
Ganz ohne Haken ist das nicht. Jeder Worktree braucht je nach Projekt eigene installierte Abhängigkeiten, eigene Umgebungsvariablen und manchmal einen eigenen Port für den Entwicklungsserver. Gemeinsame Ressourcen wie eine lokale Datenbank teilen sich alle Worktrees, was zu Konflikten führen kann. Und parallele Arbeit verschiebt das Problem nur: Wenn zwei Agenten dieselbe Datei an verschiedenen Stellen ändern, entsteht beim Zusammenführen ein Konflikt. Klare Aufteilung der Aufgaben nach Dateien bleibt deshalb wichtig, siehe Multi-Agent-System.
Die wichtigsten Befehle
git worktree add ../projekt-feature -b feature/neues-formular legt einen neuen Ordner mit einem neuen Branch an. git worktree add ../projekt-hotfix main checkt einen bestehenden Branch in einem weiteren Ordner aus. git worktree list zeigt alle Arbeitsordner mit ihrem Branch. git worktree remove ../projekt-feature entfernt einen Ordner, nachdem die Arbeit zusammengeführt ist, und git worktree prune räumt Einträge auf, deren Ordner von Hand gelöscht wurden.
Im Alltag lohnt sich eine Namenskonvention, etwa ein Unterordner pro Aufgabe neben dem Hauptordner. Wie wir Entwicklung mit mehreren Agenten organisieren, beschreibt KI-gestützte Entwicklung. Den Gesamtrahmen der aktuellen Werkzeuge zeigt GitHub-Trends November 2026.
Beispiel: Zwei Agenten an einer Vereinswebsite
Ein konstruiertes Beispiel: Ein Sportverein in St. Gallen lässt seine Website weiterentwickeln. Gleichzeitig stehen zwei Aufgaben an: eine Anmeldeseite für das Sommerlager und die Behebung eines Darstellungsfehlers im Spielplan. Der Entwickler legt zwei Worktrees an, je mit eigenem Branch, und lässt in jedem einen Coding-Agenten arbeiten. Den Entwicklungsserver startet er je Worktree auf einem anderen Port.
Die Fehlerbehebung ist zuerst fertig, wird geprüft und zusammengeführt. Die Anmeldeseite folgt später und übernimmt den aktuellen Stand per Rebase. Beide Agenten haben sich nie in die Quere gekommen, und der Hauptordner blieb die ganze Zeit sauber. Danach entfernt der Entwickler beide Worktrees wieder.
Weiterführende Seite
Git (Versionskontrolle)Häufige Fragen zu Git Worktree
Ein Branch ist ein Entwicklungsstrang in der Versionsgeschichte. Ein Worktree ist ein Arbeitsordner, in dem ein Branch ausgecheckt ist. Ohne Worktrees sieht man immer nur einen Branch gleichzeitig, mit Worktrees mehrere nebeneinander in verschiedenen Ordnern.
Meist ja. Ordner wie node_modules liegen im Arbeitsordner und werden nicht geteilt. Je nach Projekt kommen eigene Umgebungsdateien und Ports dazu. Manche Werkzeuge automatisieren diese Schritte beim Anlegen eines Worktrees.
Weil mehrere Agenten im selben Ordner sich gegenseitig Dateien überschreiben würden. Mit je einem Worktree arbeitet jeder Agent isoliert auf seinem Branch, Tests laufen auf einem sauberen Stand, und die Ergebnisse werden am Ende kontrolliert zusammengeführt.
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Git Worktree in der Praxis
Wie der Begriff im Alltag von Schweizer KMU auftaucht — vertieft in Artikeln aus dem DLM Magazin.