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SEO/GEO

local.ch und search.ch: was der Verzeichniseintrag für Local SEO bringt

Fast jeder Schweizer Betrieb steht in local.ch und search.ch, oft ohne es zu wissen, weil der Ersteintrag aus den Daten des Telefonanbieters entsteht. Was der Gratis-Grundeintrag leistet, wann ein bezahltes Paket Sinn ergibt, und warum der wichtigste Nutzen nicht im Ranking liegt, sondern in übereinstimmenden Daten für Google, Apple, Bing und KI-Assistenten.

Daniel Müller8 Min. Lesezeit
local.ch und search.ch: was der Verzeichniseintrag für Local SEO bringt

Was bringt ein Eintrag auf local.ch und search.ch für Local SEO? Vor allem übereinstimmende Daten. Ein Verzeichniseintrag hebt euch kaum direkt in Google nach oben, aber er bestätigt unabhängig von eurer Website, dass es euren Betrieb an dieser Adresse mit dieser Telefonnummer gibt. Stimmen diese Angaben mit Google-Unternehmensprofil, Apple, Bing und Website überein, stärkt das die Zuordnung. Widersprechen sie sich, schwächt es sie, bei Google und bei KI-Assistenten, die ihre Angaben aus genau solchen Quellen beziehen.

Die Nachfrage nach dem Eintrag selbst ist klein: Für «local ch eintrag» weist Google Ads in der Schweiz im Schnitt rund 50 Suchen im Monat aus, von Mai bis August 2026 nur rund 10, zwischen November 2025 und März 2026 dagegen 50 bis 140; «search ch eintrag» kommt auf rund 10, «branchenverzeichnis» auf rund 50 (Google-Ads-Daten via DataForSEO, Schweiz, Deutsch, abgerufen am 10.10.2026). Die Plattformen selbst werden dagegen sehr häufig direkt aufgerufen. Dieser Artikel zeigt, was der Eintrag leistet und was nicht.

Wer hinter local.ch und search.ch steht

Beide Verzeichnisse betreibt die Swisscom Directories AG, die ihre Produkte seit 2016 unter der Marke localsearch vermarktet; local.ch und search.ch behielten ihre Namen. Für Betriebe bedeutet das: Die Daten in local.ch und search.ch stammen aus demselben Haus, und ein Eintrag wird nicht zweimal unabhängig gepflegt.

Wichtig ist, wie der Eintrag entsteht. Laut den Eintragsbestimmungen von localsearch wird für Geschäftskunden ein Ersteintrag aus den Daten erstellt, die der Telekom-Anbieter liefert. Er enthält in der Regel Firma, Geschäftstätigkeit, Rufnummer und Adresse. Der Eintrag bleibt bestehen, bis der Telekom-Anbieter meldet, dass die Nummer nicht mehr euch gehört, oder bis ihr ihn kündigt. Viele Betriebe stehen deshalb in beiden Verzeichnissen, ohne je etwas eingetragen zu haben, und oft mit Angaben, die seit einem Umzug oder Nummernwechsel nicht mehr stimmen.

Erst suchen, dann eintragen

Bevor ihr irgendetwas anlegt: Sucht euren Firmennamen, eure Telefonnummer und eure Adresse auf local.ch und search.ch. Notiert jeden Treffer. Doppelte oder veraltete Einträge sind häufiger als fehlende.

Gratis-Grundeintrag oder bezahltes Paket

Der Ersteintrag, seine Publikation und Änderungen daran sind laut den Eintragsbestimmungen von localsearch für Geschäftskunden grundsätzlich kostenlos. Kostenpflichtig sind Zusatzeinträge, Top-Formate und Pakete, mit denen ihr die Darstellung erweitert und eure Firmendaten selbst bearbeitet. Die konkreten Preise nennt localsearch in der Offerte; wir geben hier keine an, weil sie sich je nach Paket und Laufzeit unterscheiden (Stand: 10.10.2026).

FrageGrundeintragBezahltes Paket
Name, Adresse, Telefon sichtbarjaja
Für Google und KI als Ortsbeleg nutzbarjaja
Erweiterte Darstellung (Bilder, Beschreibung, Links)eingeschränktje nach Paket
Selbst pflegen im Kundencenterje nach Wegja
Laufende Kostenkeinegemäss Offerte, mit Laufzeit

Ob sich ein Paket lohnt, hängt nicht an Local SEO, sondern an eurer Kundschaft: Wenn eure Kundinnen und Kunden local.ch oder search.ch direkt benutzen, um Telefonnummern von Handwerkern, Praxen oder Restaurants zu finden, kann eine bessere Darstellung dort Anrufe bringen. Für die Sichtbarkeit in Google ist das Paket kein Muss.

Offerten genau lesen

Verlangt bei jedem Verzeichnisangebot eine schriftliche Offerte mit Preis, Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und automatischer Verlängerung. Unterschreibt nichts am Telefon. Das gilt für localsearch genauso wie für Anbieter, die mit offiziell wirkenden Rechnungen für «Firmenverzeichnisse» werben. SRF Espresso berichtete über eine Firma, die mit dem Namen «Local-suche.ch» auf Verwechslungen mit local.ch setzte und KMU Rechnungen ohne Auftrag schickte.

Was ein Verzeichniseintrag für Rankings leistet

Ein Verzeichniseintrag ist eine sogenannte Local Citation: eine Nennung von Name, Adresse und Telefonnummer ausserhalb der eigenen Website. Ihre Rolle hat sich in den letzten Jahren verschoben.

Als direkter Ranking-Hebel sind Citations schwächer geworden. Wer seinen Eintrag auf local.ch einrichtet, wird dadurch nicht von Platz 8 auf Platz 2 im Local Pack springen. Die stärksten Faktoren für lokale Suchen bleiben das Google-Unternehmensprofil, die Nähe zum Suchenden, Bewertungen und die Relevanz der Website.

Als Vertrauensgrundlage sind sie wichtiger geworden. Google gleicht die Angaben eines Betriebs aus mehreren Quellen ab. Stimmen sie überein, ist die Zuordnung eindeutig. Widersprechen sie sich, entsteht Unsicherheit.

Für KI-Assistenten gilt das verschärft. ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews stellen Antworten aus mehreren Quellen zusammen. Eine alte Telefonnummer auf einem Verzeichnis kann so Monate später in einer KI-Antwort auftauchen, lange nachdem die Website korrigiert wurde. Was lokale Betriebe tun können, damit KI-Assistenten sie korrekt nennen, beschreibt GEO für lokale Unternehmen.

NAP-Abgleich: die eigentliche Arbeit

NAP steht für Name, Adresse, Telefonnummer, auf Englisch Name, Address, Phone. Die Definition steht im Glossar unter NAP. Die Arbeit besteht darin, diese drei Angaben überall identisch zu halten, in derselben Schreibweise.

QuelleWo pflegenMehr dazu
Google-Unternehmensprofilbusiness.google.comGoogle Business Profile einrichten
Apple KartenApple BusinessApple Business Connect und Bing Places
Bing und Bing MapsBing Places for BusinessApple Business Connect und Bing Places
local.ch und search.chlocalsearchdieser Artikel
Handelsregister und MoneyhouseHandelsregisteramtoffizieller Firmenname und Sitz
Eigene WebsiteImpressum, Kontaktseite, Fusszeile, strukturierte Dateneinmal festlegen, überall übernehmen

Drei Regeln für den Abgleich:

  1. Eine Schreibweise festlegen und überall verwenden: «Bahnhofstrasse 12» statt einmal «Bahnhofstr. 12», dieselbe Telefonnummer im selben Format, derselbe Firmenname mit oder ohne «GmbH».
  2. Die Website als Referenz nehmen. Die Angaben in Impressum, Kontaktseite und strukturierten Daten sind der Massstab, an dem alle Verzeichnisse ausgerichtet werden.
  3. Alte Einträge löschen oder korrigieren, nicht nur neue anlegen. Ein falscher Eintrag schadet mehr, als ein zusätzlicher richtiger nützt.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Malergeschäft zieht von Zürich-Altstetten nach Schlieren und wechselt dabei die Festnetznummer. Website und Google-Profil werden am Umzugstag angepasst. Auf local.ch und search.ch steht weiterhin die alte Adresse mit der alten Nummer, weil der Eintrag aus den Daten des Telefonanbieters entstanden ist und niemand daran gedacht hat. Zusätzlich existiert ein zweiter Eintrag aus einer früheren Firmenform.

Die Folgen sind unspektakulär, aber real: Ein Teil der Anrufe aus Verzeichnissen geht ins Leere, und wer einen KI-Assistenten nach einem Maler in Schlieren fragt, bekommt möglicherweise die alte Adresse genannt. Die Bereinigung dauert eine Stunde: alle Einträge suchen, den aktuellen korrigieren, den doppelten löschen lassen, nach einigen Wochen kontrollieren. Das Beispiel ist konstruiert, aber typisch für das, was wir bei Local-SEO-Audits antreffen.

Was ein Verzeichnis nicht leistet

Ein Eintrag auf local.ch oder search.ch ersetzt weder ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil noch eine Website mit eigenen Seiten pro Leistung, noch Bewertungen echter Kundinnen und Kunden. Er ist eine Grundlage, keine Strategie. Wer viel Geld in Verzeichnispakete steckt und das Google-Profil vernachlässigt, setzt die Prioritäten falsch. Wie das Google-Profil auf der Karte wirkt, zeigt Google Maps SEO.

Ebenso wenig bringt es, sich in hunderte internationale Verzeichnisse einzutragen. Für die Schweiz ist die Liste überschaubar: Google, Apple, Bing, localsearch, Handelsregister, dazu zwei bis fünf Portale eurer Branche. Wer diese sauber pflegt, hat den grössten Teil des Effekts erreicht.

Branchenportale: die zweite Reihe

Neben localsearch gibt es in vielen Branchen eigene Verzeichnisse: Verbandslisten von Berufsverbänden, Ärzte- und Therapeutenverzeichnisse, Plattformen für Handwerksofferten, Gastronomie- und Hotelportale. Für diese gilt dieselbe Logik wie für local.ch. Sie sind wertvoll, wenn eure Kundschaft sie tatsächlich nutzt oder wenn sie eine echte Zugehörigkeit belegen, etwa die Mitgliedschaft in einem Fachverband. Ein Eintrag im Verbandsverzeichnis ist für Google und für KI-Assistenten ein glaubwürdigerer Beleg als ein Eintrag in einem beliebigen Sammelverzeichnis, weil er eine überprüfte Beziehung zeigt.

Wählt zwei bis fünf solcher Portale aus, die in eurer Branche wirklich besucht werden, und pflegt sie mit denselben Angaben wie alle anderen Quellen. Fragt im Zweifel eure Kundschaft, wo sie euch gefunden hat. Diese Antwort ist zuverlässiger als jede Liste von «Top-Verzeichnissen».

Checkliste in sechs Schritten

  1. Firmenname, Adresse und Telefonnummer in der endgültigen Schreibweise festlegen.
  2. Website prüfen: Impressum, Kontaktseite, Fusszeile und strukturierte Daten zeigen dieselben Angaben.
  3. Auf local.ch und search.ch nach Name, Nummer und Adresse suchen und alle Treffer notieren.
  4. Den aktuellen Eintrag korrigieren, doppelte oder veraltete Einträge löschen lassen. Belege aufbewahren.
  5. Google-Unternehmensprofil, Apple Business und Bing Places mit denselben Angaben abgleichen.
  6. Nach vier bis acht Wochen kontrollieren, ob alle Änderungen online sichtbar sind.

Fazit

local.ch und search.ch sind für Schweizer KMU Pflicht, aber keine Wunderwaffe. Der Gratis-Grundeintrag genügt für die meisten Betriebe; ein bezahltes Paket lohnt sich nur, wenn eure Kundschaft die Verzeichnisse selbst nutzt. Der eigentliche Wert liegt im Abgleich: identische Angaben bei localsearch, Google, Apple, Bing und auf der Website. Wenn ihr dabei Unterstützung wollt, beschreiben wir unter Local-SEO-Agentur, wie wir lokale Sichtbarkeit aufbauen.

Häufige Fragen

Ist der Eintrag auf local.ch und search.ch kostenlos?+

Der Ersteintrag ja. Beide Verzeichnisse betreibt die Swisscom Directories AG unter der Marke localsearch. Laut ihren Eintragsbestimmungen erstellt sie für Geschäftskunden einen Ersteintrag aus den Daten, die der Telekom-Anbieter liefert, mit Firma, Tätigkeit, Rufnummer und Adresse; dieser Ersteintrag, seine Publikation und Änderungen sind grundsätzlich kostenlos. Kostenpflichtig sind Zusatzeinträge, Top-Formate und Pakete mit erweiterter Darstellung (Stand: 10.10.2026).

Verbessert ein local.ch-Eintrag mein Google-Ranking?+

Direkt kaum messbar. Als Ranking-Hebel sind Verzeichniseinträge schwächer geworden. Ihr Nutzen liegt woanders: Sie bestätigen unabhängig von eurer Website, dass es euren Betrieb an dieser Adresse mit dieser Telefonnummer gibt. Widersprüchliche Einträge schaden dagegen, weil Google und KI-Assistenten nicht wissen, welche Angabe stimmt.

Lohnt sich ein bezahltes Paket bei localsearch?+

Das hängt davon ab, ob eure Kundschaft local.ch und search.ch selbst nutzt, um Betriebe zu finden, etwa für Telefonnummern von Handwerkern oder Praxen. Für die Sichtbarkeit in Google allein ist ein Paket kein Muss. Vergleicht den Preis mit dem, was ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und eine gute Website bringen, und verlangt eine Offerte mit allen Laufzeiten und Verlängerungsbedingungen.

Wie ändere ich einen falschen Eintrag auf local.ch?+

Laut den Eintragsbestimmungen von localsearch online, telefonisch über die Gratisnummer, per Fax oder per Post. Bewahrt Belege auf und kontrolliert nach einigen Wochen, ob die Änderung online sichtbar ist. Lest auch den Kontrollauszug, den localsearch verschickt: Wer nicht reagiert, bestätigt damit laut den Bestimmungen die aufgeführten Einträge, inklusive allfälliger kostenpflichtiger.

Über den Autor

Daniel Müller

Senior Developer & SEO-Stratege

Daniel Müller ist Senior Developer und SEO-Stratege bei DLM Digital in Zürich. Mit über 10 Jahren Erfahrung in Webentwicklung, SEO, GEO/AEO und KI-Integration begleitet er Schweizer KMU bei der digitalen Transformation. Im DLM Magazin schreibt er über KI, Vibe Coding und moderne Suchmaschinen-Sichtbarkeit.

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